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Die Mehrwegpflicht für Gerichte aus dem Restaurant gilt seit 1. Januar. Warum die Pizza trotzdem weiter im normalen Karton verkauft werden darf, ganz ohne Mehrweg-Alternative. Foto: Patty Varasano
Die Mehrwegpflicht für Gerichte aus dem Restaurant gilt seit 1. Januar. Warum die Pizza trotzdem weiter im normalen Karton verkauft werden darf, ganz ohne Mehrweg-Alternative. Foto: Patty Varasano

Mehrwegpflicht: Warum die Würzburger Gastro teils nur Einweg verkauft

Die Restmülltonnen und Gelben Säcke quellen über, je mehr Essen wir liefern lassen oder abholen. Gerade zu Corona-Zeiten hat sich das deutlich bemerkbar gemacht. Seit 1. Januar 2023 gilt in vielen Restaurants die Pflicht, neben den herkömmlichen Einweg-Verpackungen auch Mehrweg-Verpackungen anzubieten. Das läuft allerdings nur schleppend an.

Bei Hans im Glück gibt es Mehrweg mit Logo

In der Küche ist alles eingerichtet, bei der Online-Bestellung oder beim Lieferdienst kann Mehrweg ausgewählt werden und im Restaurant werben Plakate für die Mehrweg-Option. Doch das Angebot wird laut Betriebsleiter Riss Kerdoun wenig genutzt. „Ein paar“ Kundinnen und Kunden hätten bei „Hans im Glück“ schon die mehrfach verwendbaren Boxen nachgefragt. Zurückgegeben habe die Verpackungen bisher noch keiner. Kerdoun vermutet: „Die meisten behalten es für sich selbst, weil die richtig schön sind.“ Gleichzeitig hofft er, dass in Zukunft mehr Leute die Mehrweg-Verpackungen annehmen. Allein durch Coffe-to-go-Becher zählt er wöchentlich große Mengen Müll in seiner Franchise-Filiale.

Nur noch Mehrwegbecher im Cineworld Mainfrankenpark – eine erste Bilanz

Die Burgerkette Hans im Glück hat ein Mehrweg-Sortiment mit dem eigenen Markenlogo, Hans und die Gans, herausgebracht. Foto: Fabian Gebert

Die Burgerkette Hans im Glück hat ein Mehrweg-Sortiment mit dem eigenen Markenlogo, Hans und die Gans, herausgebracht. Foto: Fabian Gebert

Stammgäste bringen im Habaneros eigene Boxen mit

Die Umstellung war im mexikanischen Restaurant „Habaneros“ keine Herausforderung. „Wir haben schon länger die Mehrwegboxen mit Pfand angeboten“, sagt Restaurantleiter Thomas Greiner. Der Pfandpreis liegt bei 10 Euro pro Box. Auch eigene Boxen dürfen die Kundinnen und Kunden mitbringen. „Das finden wir am besten“, sagt Greiner. Bei der Bestellung online lässt sich direkt anmerken, welche Option gewünscht ist. Einige Stammgäste oder Familien bringen ihre Behältnisse mit. „Der Hauptanteil sind immer noch klassische kompostierbare Einweg-Behälter“, sagt Greiner allerdings. Für die Mehrweg-Behälter würde er sich ein Pfandsystem zum Scannen wünschen. Da müssten allerdings mehrere Restaurants in der Stadt mitmachen, so der Restaurantleiter.

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Warum haben manche Restaurants immer noch ausschließlich Einweg-Behälter im Angebot?

Für die meisten Regeln gibt es bekanntlich Ausnahmen. Und darunter fällt eine Verpackung, die sicher für einen großen Anteil an Einweg-Verpackungsmüll verantwortlich ist: Der Pizzakarton. Mehrweg gilt nämlich nur als verpflichtende Alternative für Einwegplastik. Alu- und Papp-Einwegbehälter sind außen vor und dürfen weiterhin ohne Mehrweg-Alternative angeboten werden.

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Und wer beim kleinen Imbiss an der Ecke oder im Späti nach Mehrweg fragt, kann ebenfalls leer ausgehen. In Läden mit höchstens 80 Quadratmetern und mit höchstens fünf Beschäftigten gilt auch keine Mehrwegpflicht. Bringen Kundinnen und Kunden ihre eigenen Mehrweggefäße mit, müssen die aber befüllt werden.

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