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Wie hier im Audimax an der Sanderuniversität wird nur noch auf maximal 19 Grad geheizt. Foto: Fabian Gebert.
Wie hier im Audimax an der Sanderuniversität wird nur noch auf maximal 19 Grad geheizt. Foto: Fabian Gebert.

Wie sich die Uni Würzburg und die FHWS für den Winter rüsten

Die Energiekrise treibt alle um. Überall soll Energie gespart werden. Da stellt sich die Frage, wie die beiden großen Würzburger Hochschulen in ihren Gebäuden Energie sparen wollen. Droht den Studentinnen und Studenten in Würzburg diesen Winter zeitweise eine Rückkehr zu Onlineveranstaltungen, wie etwa seit dieser Woche an der Uni in Koblenz?

Deutlich dunkler vor den Uni-Gebäuden

Auch für die Universität Würzburg und die FHWS sind die hohen Energiekosten eine große Belastung. Wie die Main-Post berichtet, spart die Uni seit diesem Semester deshalb erheblich an der Außenbeleuchtung.  Zukunftsweisend sei auch ein Pilotprojekt in einem Gebäude der Fakultät für Humanwissenschaften am Wittelsbacherplatz. Dort fließe die aktuelle Wettervorhersage in die Steuerung von Licht und Heizung ein. Die FHWS hat wiederum schon seit August über 150 digitale Anzeigen der Raumbelegung abgeschaltet. „Das spart so viel elektrische Energie, wie etwa drei Haushalte verbrauchen“, sagt FHWS-Präsident Robert Grebner.

Immer öfter mit der Jacke im Hörsaal

Außerdem sieht man in Würzburg immer öfter Studentinnen und Studenten mit Jacke im Hörsaal sitzen. Denn alle Gebäude der JMU und der FHWS werden mittlerweile auf maximal 19 Grad geheizt. Das machen die Hochschulen jedoch nicht aus Eigeninitiative, sondern setzen damit lediglich die neue Bundesvorschrift für öffentliche Gebäude um. Grebner schätzt, allein damit kann immerhin zehn Prozent an Energie gespart werden. Grundsätzlich haben beide unterfränkischen Hochschulen alle Mitarbeitenden aufgerufen, überall, wo möglich, Energie zu sparen.

Präsenzbetrieb an Uni und FHWS bleibt bestehen

Doch zu weitreichenderen Einschnitten angesichts der teuren Energiepreise soll es an den Würzburger Hochschulen nicht kommen. Den Unibetrieb für einen Monat wie während der Coronapandemie auf online umzustellen, lehnt sowohl die JMU als auch die FHWS entschieden ab. „Unsere Studentinnen und Studenten brauchen den Kontakt mit den Dozentinnen und Dozenten sowie untereinander“, so Uni-Sprecherin Esther Knemeyer auf Anfrage. Außerdem käme ein Onlinebetrieb nur zulasten der Studentinnen und Studenten, die dadurch während der Vorlesung zuhause selbst heizen müssten.

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Auch die FHWS hält trotz teurer Energie an der Präsenz fest. Der Hochschulpräsident verweist darauf, dass gar nicht alle Veranstaltungen digital angeboten werden könnten. Man wolle nach zwei Jahren mit einigen Turbulenzen endlich wieder einen „geordneten Lehrbetrieb“ aufrechterhalten. Und selbst bei digitaler Lehre kämen die Gebäude nicht ganz ohne Wärmezufuhr aus; der Spareffekt wäre also begrenzt.

„Das errechnete Einsparpotenzial wäre ohnehin zu gering“

Auch eine Ausweitung der Weihnachtsferien steht nicht zur Debatte. Die Uni Würzburg schließt seit vielen Jahren von Heiligabend bis Dreikönig alle Lehranstalten. Überlegungen, diese Schließzeit um eine Woche auszuweiten, wurden verworfen, wie Sprecherin Knemeyer bestätigt. Auch an der FHWS winkt man ab. Man wolle Lehrende und Lernende nicht von der Nutzung der Infrastruktur wie Bibliotheken oder Labore abschneiden, so Präsident Grebner. „Das errechnete Einsparpotenzial wäre ohnehin zu gering.“ So dürfen sich Studentinnen und Studenten in Würzburg nach zuletzt zwei Wintersemester voller Einschränkungen und Entbehrungen zwar auf ein etwas kälteres und dunkleres, ansonsten aber auf ein ‚normales‘ Semester freuen.

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