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Stand heute wird es keine Posthalle im Herbst 2023 mehr geben, sagt Posthallenbetreiber Jo Schulz. Foto: Silvia Gralla
Stand heute wird es keine Posthalle im Herbst 2023 mehr geben, sagt Posthallenbetreiber Jo Schulz. Foto: Silvia Gralla

Posthalle sagt erste Shows ab, weil die Konzerthalle 2023 wohl nicht mehr existiert

Die Punkband Millencolin ist eines der Opfer großer Kostensteigerungen und zurückhaltender Kartenvorverkäufe: Aus dem Konzert Ende September in Würzburg wie auch aus der gesamten Tournee zum 30-jährigen Bestehen wird nichts. Die US-amerikanischen Musiker verschoben ihre komplette Tour auf den Herbst kommenden Jahres. Und ob es zu diesem Zeitpunkt dann noch Würzburg als großen Konzertaustragungsort so geben wird, ist fraglich.

Aktueller Stand: Im Herbst 2023 wird es keine Posthalle am Bahnhof mehr geben

„So gerne wir die Show bei uns gehabt hätten, ist es uns aus aktueller Sicht nicht möglich, so weit zu planen“, vermeldet die Posthalle in Würzburg auf Facebook. Denn der Mietvertrag läuft kommenden Sommer aus. Und dann gibt es ab dem 30. Juni 2023 auch keine Konzertlocation namens „Posthalle“ mehr im Bahnhofsgebäude. „Es gibt 20 Beispiele, die ich ablehnen habe müssen für den Zeitraum nach dem Stichtag. Das hat zur Folge, dass ich das hier gar nicht mehr so bespielen kann, um die Posthalle tragfähig fortzuführen. Da geht es vor allem darum, dass ich keine Auslastung hinbekomme“, sagt Posthallen-Chef Jo Schulz im Interview.

Die Zurückhaltung bei den Ticketverkäufen führte bereits zu fünf Konzertabsagen allein jetzt im September. Was das für die Posthalle bedeutet, ist schnell klar: Einerseits wird an den ausfallenden Konzertabenden kein Umsatz erwirtschaftet – also kein Bier verkauft. Andererseits werden die Kosten für die Veranstaltungen später fällig als geplant bei stetig steigenden Kosten. Bisher seien Konzerte in der Umsetzung um 30 bis 40 Prozent teurer als zu vorpandemischen Zeiten, die Einnahmen allerdings um die Hälfte gefallen, bilanziert Schulz.

Neue Posthalle könnte auf dem Areal von Glaskeil entstehen

Der Zeitpunkt, wann die Posthalle am Bahnhof ihr Ende finden wird, ist nicht neu. „Es ging immer um 2023, erst das Frühjahr, jetzt ist der Mietvertrag bis Sommer verlängert“, sagt Schulz. Da sich der Stadtrat einstimmig zeigte, dass eine mittlere Konzert-Spielstätte wie die Posthalle für eine Stadt wie Würzburg wichtig sei, wurden diverse Alternativen geprüft. Mit dem Glaskeil-Areal in der inneren Aumühlstraße sei man sogar fündig geworden. Dort kann eine Posthalle aber erst 2025 weitermachen.

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Und ob dieser zweijährige Zeitraum in der Halle am Bahnhof überbrückt werden kann, ist die Frage. „Da geht es um Baurecht und auch die Finanzierung des neuen Geländes. Und wenn das nicht geklärt ist, kann ich auch nicht in der Posthalle verlängern. Der derzeitige Vermieter der Posthalle erklärt sich mündlich bereit zu verlängern, wenn es einen gültigen Mietvertrag auf dem Glaskeil-Gelände gibt“, so Schulz. Ein Dilemma. Der eine macht nur weiter, wenn der andere sicher übernimmt. Und der rückt den Mietvertrag erst raus, wenn alles geklärt ist. Da braucht es die Hilfe der Stadt, nicht nur mit einem Bekenntnis zur Kultur, sondern auch durch finanzielle Unterstützung.

Was können diejenigen tun, die die Posthalle wertschätzen?

Wenn sich Bürgerinnen und Bürger einen mittelgroßen Veranstaltungsort wie die Posthalle in Würzburg wünschen, dann ist Unterstützung erforderlich, betont Schulz. Klar, da geht es einerseits um die Nutzung der Konzerte, also Ticketkäufe, andererseits auch um das Wahrnehmen des gastronomischen Angebots. Und darüber hinaus sagt Schulz, dass Fans der Posthalle auch mal „unbequem“ sein dürften, ob lautstark oder eben mit direktem Draht zu den Entscheidern.

So wie es damals bei der Aktion „Posthalle retten“ passiert sei, die zumindest als Ergebnis hatte, dass nach neuen Locations für eine Posthalle geforscht wurde. Und dass einstimmig im Stadtrat signalisiert wurde, dass es Bedarf für einen Konzert-Tempel wie diesen gebe. Für den Posthallenbetreiber Jo Schulz gibt es daher wenig Spielraum: „Die Stadt muss alles tun, um dieses oder eben vergleichbares zu erreichen.“

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