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Der Hauptbahnhof Würzburg am Abend. Foto: Pascal Höfig
Der Hauptbahnhof Würzburg am Abend. Foto: Pascal Höfig

9-Euro-Ticket: Wie kommt das Angebot in Würzburg und Umgebung an?

Das 9-Euro-Ticket ist ein echter Verkaufsschlager: Bereits 21 Millionen Mal wurde das Ticket verkauft, berichtet die Bundesregierung. Das Angebot ist zeitlich begrenzt, weshalb viele Menschen die Monate Juni, Juli und August zum Reisen mit der Bahn nutzen. Die Folge: Die Züge, Busse und Straßenbahnen sind oft überfüllt. Bei 30 Grad in einem randvollen Zug zu stehen, würde wohl keiner als angenehmes Reisen beschreiben. Doch der unschlagbare Preis lockt weiterhin viele Gäste in die öffentlichen Verkehrsmittel.

Das Reisezentrum im Bahnhof Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Bei vollen Zügen der Deutschen Bahn können viele Passagiere nicht mitgenommen werden. Die Reisezentren sind die erste Anlaufstelle – und auch völlig überfüllt. Foto: Pascal Höfig

Auch in der Region Würzburg wurde das Angebot gerne angenommen: „Ohne die Verkäufe der Automaten der Bahn wurden bislang ca. 50.000 9-Euro-Tickets verkauft“, berichtet Susanna Blum von der WVV im Interview. Im Juni haben sich bereits viele Fährgäste für den gesamten Gültigkeitszeitraum mit Tickets versorgt.

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Auslastung im WVV-Gebiet

Seit der Einführung des 9-Euro-Tickets hat sich die Auslastung der öffentlichen Verkehrsmittel auch in Würzburg und Umgebung verändert. „Vor allem auf den touristischen Strecken und am Wochenende hat die Auslastung deutlich zugenommen“, erzählt Susanna Blum. Glücklicherweise sei aber nicht bekannt, dass die Fahrzeuge in größerem Maße überfüllt waren.

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Fahrscheinautomat. Symbolfoto: Pascal Höfig

Fahrscheinautomat. Symbolfoto: Pascal Höfig

Positive Einstellung gegenüber dem 9-Euro-Ticket

„Nicht alles, was gut gemeint ist, ist auch gut gemacht“, sagte Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn nach dem Pfingstwochenende, an dem ein regelrechter Ansturm auf den Regionalverkehr stattfand. Auch Schaffnerinnen und Schaffner, sowie weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bahnen schließen sich dieser Aussage an. Viele werden durch die hohe Auslastung der Regionalbahnen an ihre Grenzen gebracht. Wie steht der Verkehrsverbund Mainfranken zu dem 9-Euro-Ticket? Susanna Blum betont: „Grundsätzlich begrüßen wir als VVM natürlich alle Angebote, die mehr Menschen in den ÖPNV bringen“. Besonders positiv sei hervorzuheben, dass viele der Kundinnen und Kunden das 9-Euro-Ticket weit über die Verbundgrenzen hinaus für Besuche bei den Liebsten oder Freizeitaktivitäten nutzen.

Nachfolge-Angebot wäre denkbar – mit Unterstützung der Regierung

„Wenn es ein Nachfolge-Angebot – welcher Art auch immer – geben soll, dann macht das nur auf Bundesebene mit bundesweiter Gültigkeit Sinn“, berichtet Susanna Blum. Ein vergünstigtes Ticket, das nur im WVV-Gebiet gültig ist, ist somit ausgeschlossen. Um überhaupt über ein Nachfolge-Angebot nachdenken zu können, sei die Erhöhung der im Koalitionsvertrag festgelegten Regionalisierungsmittel nötig. So sei beispielsweise ein bundesweit gültiges 69-Euro-Ticket möglich. Susanna Blum ergänzt: „Das wäre mit jährlichen Mindereinnahmen von rund zwei Milliarden Euro umsetzbar. Voraussetzung ist die Erstattung der bei den Verkehrsunternehmen entstehenden Mindereinnahmen“. Ein dauerhaftes Modell von Bund und Ländern, an dem sich die Länder ähnlich beteiligen wie bei dem Corona-Rettungsschirm, sei erstrebenswert.

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