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Der Bahnhofsvorplatz. Foto: Pascal Höfig
Der Bahnhofsvorplatz. Foto: Pascal Höfig

Wenn die Bahn überläuft: Alternativen zum Bahnfahren ab Würzburg

Seit knapp zwei Wochen hat man bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln gemischte Gefühle: Für neun Euro im Monat durch ganz Deutschland? Jackpot! Aber bei sommerlichen Temperaturen von 30 Grad in einem randvollen Zug, einer überlaufenden Straßenbahn oder an der Bushaltestelle stehend, weil kein Platz mehr war? Nein, danke. Aber gibt es Alternativen zum Bahnfahren ab Würzburg und der unfassbar günstigen Bahnaktion oder müssen wir die unangenehmen Bahnfahrten hinnehmen, wenn wir in diesem Sommer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Deutschland reisen müssen?

Die Deutsche Bahn am Limit – wie soll das gut gehen?

Schon eine Woche nach der Einführung des 9-Euro-Tickets der Deutschen Bahn am 01. Juni berichten zahlreiche Medien von überfüllten Bahnen, genervten Kunden und nervlich sowie organisatorisch überlasteten Bahnmitarbeitern. Die DB Regio, welche den Regionalverkehr der Deutschen Bahn in Deutschland regelt, wusste bereits vor Beginn der Aktion, dass es so kommen würde. „Die Neun-Euro-Aktion hat erwartungsgemäß einen großen Ansturm auf die Regionalzüge ausgelöst, der bundesweit zu deutlich mehr Fällen von Überlastung geführt hat“, so der Vize-Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der DB Regio, Ralf Damde.

Bereits nach der ersten Woche komme es täglich zu knapp 400 überlasteten Zügen, sodass manch einer sein Fahrrad nicht mitnehmen konnte oder sogar direkt am Bahnsteig stehen gelassen wurde. Zu den Zugauslastungen kommen 300 weitere Meldungen pro Tag über Probleme mit Passagieren oder Störungen, heißt es.

Das Reisezentrum im Bahnhof Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Bei vollen Zügen der Deutschen Bahn können viele Passagiere nicht mitgenommen werden. Die Reisezentren sind die erste Anlaufstelle – und auch völlig überfüllt. Foto: Pascal Höfig

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Das sagt die WVV zur Lage in Würzburg

Auch im Würzburger Nahverkehr kann das 9-Euro-Ticket genutzt werden um von A nach B zu kommen. Doch macht sich die Sonderaktion auch negativ im Würzburger Nahverkehr bemerkbar? Es kann gesagt werden, dass die Mitarbeiter der WVV (Würzburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft) den Zuwachs an Fahrgästen in den Straßenbahnen und Bussen definitiv wahrnehmen:

“Die Zahl der Menschen in Bus und Bahn hat deutlich zugenommen, das merkt man ja selbst, wenn man regelmäßig mit der Bahn fährt. Allerdings sind keine Ausschreitungen, wie stehen gelassene Fahrgäste oder Hitzevorfälle, bekannt – so wie man sie bei den überfüllten Regionalbahnen in den Medien mitbekommt”, sagte ein Mitarbeiter des Verkehrsverbunds Mainfranken.

3 Alternativen zum Bahnfahren: Stressfrei und trotzdem günstig reisen

Das Angebot der Deutschen Bahn ist unschlagbar – das ist keine Frage. Allerdings muss im Moment jedem bewusst sein, dass die Bahnfahrt kein Zuckerschlecken ist. Und “früher in den Urlaub starten” weil man keine lange, anstrengende Autofahrt vor sich hat, ist dank des 9-Euro-Tickets in den Sommermonaten 2022 auch eher eine Wunschvorstellung.

Doch Bahnfahren ist nicht die einzige kostengünstige und zugleich entspannte Art zu reisen. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Anbieter oder Plattformen, über die man günstig Verkehrsmittel in Anspruch nehmen kann. Wir stellen drei davon vor.

Flixbus oder Flixtrain:

Eine der mit am günstigsten Möglichkeiten in den Sommermonaten innerhalb von Deutschland zu reisen sind die Angebote von Flixbus. Der Fernbus-Anbieter garantiert, dass jede Fahrt 60-80 Prozent günstiger als die Bahnfahrt sei. Dabei kommt man mit dem Flixbus oder der Zugalternative, dem Flixtrain, auf über 400.000 Verbindungen schon ab fünf Euro von einem Ort zum nächsten. Wer mit Kindern unter 16 reist, bekommt zusätzlich Vergünstigungen. Auch am Hauptbahnhof Würzburg fährt der Flixbus ab und man kann zum Beispiel Fahrten nach München oder Berlin buchen.

BlaBlaCar:

Eine gute Alternative zum Bahnfahren ist die Nutzung von Blablacar. Die Plattform vermittelt private Fahrten mit dem Auto. Dabei ist Blablacar eine günstige Alternative, wenn man keine Scheu hat bei anderen Leuten im Auto mitzufahren. Eine Fahrt mit Blablacar bekommt man je nach Strecke bereits ab 3,99 Euro. Großer Pluspunkt neben dem günstigen Preis: im Auto gibt es nur die angegebenen Plätze – der Sitzplatz ist also sicher. Wer selbst ein Auto besitzt und mit der Bahn fahren möchte, um die hohen Spritkosten zu sparen, kann selbst Fahrten auf dem Portal anbieten. So werden die Spritkosten geteilt und gute Unterhaltung bekommt man gleich mit dazu.

Carsharing:

Wer nicht gerne Bus oder Bahn fährt kann Carsharing-Angebote nutzen. Beim Carsharing teilt man sich ein Auto mit anderen und leiht es für einen gewissen Zeitraum. Hier kann man eine Stunde Fahrt bereits ab vier Euro buchen. Insbesondere, wer mit mehreren Leuten fährt, kann mit dem Carsharing Angebot Geld sparen. In Würzburg bietet der Dienst scouter der WVV  Carsharing an.

Jetzt im WVV-Kundenzentrum beraten lassen und von den Vorteilen von Carsharing überzeugen. Foto: scouter Carsharing

Tickets für das scouter Carsharing gibt es im WVV Kundenzentrum. Foto: scouter Carsharing

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Fazit: Günstiger geht’s nicht – dafür aber deutlich angenehmer

Was sicher schon klar ist: Hin- und Rückfahrt für unter 9 Euro ist mit keinem anderen Verkehrsmittel derzeit möglich. Außerdem beschränkt sich das 9-Euro-Ticket nicht auf nur eine einzige Reise. Wer Hitze, Verspätungen und möglicherweise die Nicht-Mitnahme im Zug in Kauf nehmen möchte, um zu sparen der ist mit dem Angebot der Deutschen Bahn genau richtig. Allerdings sollte man sich insbesondere bei langen Strecken dessen bewusst sein, dass zum einen viele Umstiege notwendig und zum anderen sehr lange Fahrzeiten, durch die indirekten Verbindungen entstehen könnten.

Wer den ein oder anderen Euro mehr ausgeben kann und möchte, fährt mit anderen Alternativen deutlich angenehmer und stressfreier.

Unser Fazit: kurze Strecken mit wenigen Umstiegen eignen sich super, um das 9-Euro-Ticket zu nutzen. Bei längeren Strecken sollte man lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehmen. Denn Urlaub sollte schließlich auch entspannt starten.

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