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Sebastian (rechts) und seine Familie. Der Würzburger entwickelte eine Software, die bessere Serien auf Streaming-Plattformen vorschlagen soll. Foto: Sebastian Schäder (Selfie)
Sebastian (rechts) und seine Familie. Der Würzburger entwickelte eine Software, die bessere Serien auf Streaming-Plattformen vorschlagen soll. Foto: Sebastian Schäder (Selfie)

Würzburger erfindet App „Life is a binge“, mit der du deine nächste Serie schneller finden kannst

Mit Netflix, Amazon Prime Video und Co ist es wie mit einer zu vollen Speisekarte. Ist das Angebot sehr groß, findet man irgendwann einfach nichts mehr. Was nach griechischem Restaurant klingt, ist auch die Qual der Wahl, die bei Streaming-Plattformen ein Problem zu sein scheint. Zahllose Online-Memes bestätigen das unsägliche Leid, das die frustrierende Suche nach einer neuen Serie oder dem nächsten Film auslöst. Um dann zwei Stunden später doch todunglücklich ins Bett zu fallen.

Ist ein Würzburger der Retter, der Held dieser Leidensgeschichte? Sebastian Schäder aus Höchberg möchte mit seiner neuen Erfindung zumindest vermeiden, dass Zuschauer nach langer erfolgloser Suche entnervt sind, weil sie doch nichts Passendes gefunden haben.

Schäder und ein Geschäftspartner haben deshalb eine App und Browseranwendung namens „Life is a binge“ (Lifeisabinge) entwickelt, die auf menschliche Empfehlungen setzt. „Es geht um Tipps von echten Menschen“, sagt Schäder.

Die Software fasst nicht nur sämtliche Infos rund um einen Film oder eine Serie, beispielsweise Rating, Trailer, Filmdaten, Schauspieler und Beschreibung zusammen, sondern stellt menschliche Empfehlungen dahinter. Und das ist neu im Gegensatz zu den großen Plattformen wie Netflix oder Amazon Prime Video, die ihre Empfehlungsmuster künstlicher Intelligenz unterordnen.

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These von „Life is a binge“: Menschen geben bessere Empfehlungen als künstliche Intelligenzen

„Meine These ist, dass Tipps von echten Menschen besser sind als die von intelligenten, künstlichen Maschinen“, vermutet der Höchberger. Deshalb soll die App auch von ganzen Freundeskreisen genutzt werden. In der Praxis tauschen die dann, so der Wunsch des Entwicklers, über die Software ihre Lieblingsserien aus. Gefällt eine Serie besonders gut, wird sie weiterempfohlen. Alle im jeweiligen Freundeskreis werden dann über die Empfehlung informiert – unter anderem auch per E-Mail.

Durch die menschlichen Empfehlungen, die mit dem Wachstum seiner Software immer genauer werden, entsteht am Ende ein Datenpool. Auf dieser Basis kann in der App dann eine Watchlist erstellt werden. „Das System wird immer schlauer und schlägt dann Sachen vor, die beispielsweise neu sind“, sagt Schäder über seine Idee. Dazu gehöre auch, dass einNutzer nur das angezeigt bekomme, was sie auch kostenfrei in ihrem Abo sehen könne. Hat also einer Disney+ und Netflix, sollen ihm keine kostenpflichtigen Amazon-Prime-Video-Produkte angezeigt werden.

„Life is a binge“ heißt die Empfehlungssoftware, die es als App gibt, aber auch auf dem Desktop-PC funktioniert. Foto: lifeisabinge.com

Lieblingsgenres und Lieblingsschauspieler kristallisieren sich heraus

Langfristig entstehen dabei nicht nur für Schäder, sondern auch für die Benutzer von „Lifeisabinge“ interessante Einblicke: „Wenn man beispielsweise 700 Titel bewertet hat, überblickt man dann irgendwann seine Lieblingsgenres und beliebtesten Schauspieler“, sagt der 43-Jährige.

Das Thema Empfehlungen von Serien ist bei den tausenden von Titeln, die jeder Streamingservice listet, nicht neu. Die Dienstleister verfügen alle selbst über Empfehlungsmechanismen, doch sie haben eine unüberbrückbare Herausforderung, sagt Schäder: „Die blicken nicht über ihren eigenen Dienst hinaus.“ Lediglich Amazon ist hier einen Schritt weiter, dort werden mittlerweile auch externe Angebote empfohlen – allerdings sind viele davon dann kostenpflichtig, wenn man nicht das passende Abo hat.

Würzburger Start-up entwickelte App und Desktop-Anwendung mit Gründerzuschuss

Die App von Schäder, der für die Entwicklung einen Gründerzuschuss erhielt, ist für Nutzer kostenfrei. Geld verdient werde irgendwann über Affiliate-Links, also Weiterleitungen auf Produkte, die bezahlt werden müssen.

„Natürlich wollen wir davon leben. Das kann aber wohl erst der Fall sein, wenn wir einen Investor finden“, weiß der gebürtige Günterslebener. In der gerade erst veröffentlichten ersten Version der App soll erst einmal geprüft werden, ob der Bedarf an „Lifeisabinge“ vorhanden ist. Und ob die These stimmt, dass Menschen bessere Empfehlungen als Computer geben.

Wer selbst Empfehlungen eingeben oder erhalten möchte, kann sich unter www.lifeisabinge.com über das Würzburger Start-Up informieren.

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