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Anruf. Symbolfoto: Pascal Höfig
Anruf. Symbolfoto: Pascal Höfig

Falsche Polizeibeamte: Schneller Fahndungserfolg nach Callcenterbetrug

Nach einem Callcenterbetrug mit beträchtlichem Beuteschaden ist der unterfränkischen Polizei bereits in der vergangenen Woche ein schneller Fahndungserfolg gelungen. Zwei dringend Tatverdächtige, die offenbar noch für einen zweiten Fall verantwortlich sind, wurden festgenommen. Ein Ermittlungsrichter erließ Haftbefehle gegen die Männer und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft Würzburg.

Am Dienstag, dem 7. Dezember 2021, erhielt die Polizei einen Hinweis, dass eine Seniorin aus dem Landkreis Main-Spessart soeben Opfer von Betrügern geworden ist. Die Dame hatte in ihrer Wohnung Goldmünzen im Wert von mehreren zehntausend Euro an einen falschen Polizeibeamten übergeben, der mit seiner Beute vor Eintreffen der ersten Streifenbesatzungen zunächst entkommen konnte.

47-Jähriger als Tatverdächtiger identifiziert und festgenommen

Die für den Wohnort der Geschädigten zuständige Polizeiinspektion Lohr leitete sofort umfangreiche Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen in die Wege, die schnell von Erfolg gekrönt waren. Den Beamten gelang es noch am Dienstagabend, in enger Zusammenarbeit mit anderen unterfränkischen Polizeidienststellen einen 47-jährigen Ortsansässigen als Abholer zu identifizieren und vorläufig festzunehmen. An dem Polizeieinsatz im Stadtgebiet Lohr waren Unterstützungskräfte aus Karlstadt, Würzburg, Aschaffenburg und Schweinfurt beteiligt. Die eingesetzten Beamten stellten bei dem Festgenommenen auch die erbeuteten Goldmünzen sicher.

Mutmaßlicher Hintermann ebenfalls festgenommen

Im Zuge weiterer, intensiver Ermittlungen gelang es der Kriminalpolizei Würzburg, einen weiteren dringend Tatverdächtigen zu identifizieren, der koordinierend als Hintermann fungiert haben soll. Es handelt sich um einen 48-Jährigen aus Frankfurt am Main, der am Abend des 8. Dezember in Lohr ebenfalls vorläufig festgenommen wurde.

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Tatzusammenhang mit weiterem Betrugsdelikt Anfang Dezember

Nach derzeitigem Ermittlungsstand sind die beiden Festgenommenen auch für einen gleichgelagerten Fall verantwortlich, der sich bereits vom 1. auf den 2. Dezember 2021 ereignet hatte. Auch hier hatten sich Betrüger als Polizeibeamte ausgegeben und eine Seniorin aus dem Landkreis Main-Spessart um Bargeld und Schmuck im Gesamtwert von rund 3.000 Euro gebracht.

Ermittlungsrichter erlässt Haftbefehle

Beide Festgenommenen wurden Ende der vergangenen Woche auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Würzburg dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der gegen die Beschuldigten Untersuchungshaftbefehle wegen des dringenden Tatverdachts des gewerbsmäßigen Bandenbetruges erließ. Der Haftbefehl gegen den 47-jährigen Abholer wurde inzwischen gegen strenge Auflagen außer Vollzug gesetzt. Der mutmaßliche Hintermann im Alter von 48 Jahren sitzt in einer Justizvollzugsanstalt ein.

Die noch andauernden Ermittlungen in dem Fall werden von der Kriminalpolizei Würzburg unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Würzburg durchgeführt.

Falsche Polizisten am Telefon

Am Telefon versuchen sie ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden, dazu zu bringen, Geld- und Wertgegenstände im Haus oder auf der Bank an einen Unbekannten zu übergeben, der sich ebenfalls als Polizist ausgibt. Dazu behaupten die Betrüger beispielsweise, dass Geld- und Wertgegenstände bei ihren Opfern zuhause oder auf der Bank nicht mehr sicher seien oder auf Spuren untersucht werden müssten. Dabei nutzen die Täter eine spezielle Technik, die bei einem Anruf auf der Telefonanzeige der Angerufenen die Polizei-Notrufnummer 110 oder eine andere örtliche Telefonnummer erscheinen lässt.

Tipps der Polizei

  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
  • Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

Leg‘ auf! Die Präventionskampagne des Polizeipräsidiums Unterfranken

Aufgrund der weiterhin hohen Fallzahlen im Bereich „Callcenterbetrug“ und dem damit verbundenen finanziellen Schaden, aber auch den psychischen Folgen für die Betroffenen, hat sich das Polizeipräsidium Unterfranken Ende 2020 dazu entschieden, zum Schutz der Opfer auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit nochmals aktiv zu werden und die Präventionskampagne “Leg´auf!” gestartet.

Das Ziel dieser Kampagne ist es, insbesondere ältere Menschen und deren Angehörigen über die Phänomene wie „Enkeltrickbetrug“ und „Falsche Polizeibeamte“ und „Schockanrufe“ zu informieren, zu sensibilisieren und Verhaltenstipps zu geben.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken.
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