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Bei Herbstwetter treffen die Maurer- und Azubikolonne des Gartenamts die Vorbereitungen für die Arbeiten an der Mainkaipromenade und damit für die nächste Sommersaison. Foto: Georg Wagenbrenner
Bei Herbstwetter treffen die Maurer- und Azubikolonne des Gartenamts die Vorbereitungen für die Arbeiten an der Mainkaipromenade und damit für die nächste Sommersaison. Foto: Georg Wagenbrenner

Aufwertung der Mainkaipromenade gestartet

Vor rund zwei Wochen stimmten die Mitglieder des Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschusses des Stadtrates (PUMA) in Würzburg den Plänen des Gartenamtes zur Aufwertung der Mainkaipromenade und zur Instandsetzung des barocken Hafenareales einstimmig zu, so die Stadt.

Unbekannter barocker Schatz

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit bietet sich mit dem freigelegten Hafenareal die einmalige Chance, einen bisher unbekannten barocken Schatz für die nächsten Generationen zu sichern und behutsam in Szene zu setzen, heißt es. Gartenamtsleiter Dr. Helge Bert Grob erklärt: „Die freigelegte Bootsrampe ist schon an sich bemerkenswert. Die besondere Bedeutung des Ensembles erwächst jedoch aus der Kombination eines Funktionsbauwerkes – der Bootsrampe – mit einem auf Repräsentation ausgelegten exquisiten Aufsichtspavillon.“

Nordseite der freigelegten barocken Bootsrampe. Foto: Gartenamt / Alexander Liebler

Nordseite der freigelegten barocken Bootsrampe. Foto: Gartenamt / Alexander Liebler

Das Gartenamt hat jetzt bereits mit den Bauarbeiten direkt am Main begonnen. In einem ersten Schritt werde der nördliche Teil der Mainkaipromenade überarbeitet. „Uns ist es ein großes Anliegen, die Arbeiten in diesem Bereich noch über den Winter abzuschließen, um die Beeinträchtigungen während der Schönwetterphasen im Frühjahr und Sommer so gering wie möglich zu halten“, so Bürgermeister Martin Heilig.

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Mainufer im Sommer. Foto: Pascal Höfig

Sonniges Mainufer. Foto: Pascal Höfig

Derzeit brechen Mitarbeiter des Gartenamtes die unmittelbar an die Hafenmauer angrenzenden schmalen Betontröge ab. Danach werden dann die das Areal strukturierenden Bänder aus Mosaikpflaster instand gesetzt, heißt es. Zum Schluss werde dann der bereits vielfach geflickte und in die Jahre gekommene Asphaltbelag erneuert. Die Mainkaipromenade entstand vor rund 50 Jahren und war in den Anfangsjahren durchaus attraktiv und sehr hochwertig.

Der Mainkai im Jahr 1943. Foto: Alexander Kraus

Der Mainkai im Jahr 1943. Foto: Alexander Kraus

Von der Freilufttoilette zur hübschen Grünanlage

Eine besondere Herausforderung sei für Gartenamtsleiter Dr. Helge Bert Grob die angrenzende Grünfläche. Sie ist seit Jahren stark mit Unkraut bewachsen, stellenweise niedergetreten und zu einer großen Freilufttoilette verkommen, heißt es. „Mit der Aufwertung der Promenade und dem Abbrechen der an die Hafenmauer angrenzenden Betontröge versuchen wir, dies etwas zu reduzieren“, so Dr. Grob.

Durch den Wegfall der Betontröge soll zukünftig die gesamte Hafenmauer zum Verweilen einladen. In der Grünanlage selbst plant der Gartenamtsleiter vier neue Bäume. Zudem werde ein größerer Abschnitt versuchsweise mit neuen Stauden üppig bepflanzt. „Wenn diese Neuanpflanzung den Nutzungen standhält, werden wir Schritt für Schritt die gesamte Pflanzung erneuern“, erläutert Dr. Grob.

Instandsetzung des barocken Hafenareals

Nach der Aufwertung sei schließlich die Instandsetzung des kürzlich freigelegten barocken Hafenareales geplant. Die Leitlinien des Gartenamtes für die Instandsetzung des barocken Hafenareales lassen sich mit Freilegen, Sichern und behutsam Ergänzen zusammenfassen, so die Stadt Würzburg. Freigelegt werde der sehr qualitätvolle barocke Aufsichtspavillon. Dadurch entstehe vor dem Bauwerk ein großzügiger Platz mit einem grandiosen Blick auf die Festung, das Käppele und die alte Mainbrücke.

Gesichert werde die barocke Bausubstanz, wie die Natursteinblöcke und -beläge sowie die Metallklammern und Befestigungsringe. Hierbei ist es für den Gartenamtsleiter ein großes Anliegen, die Narben der Zeit zu erhalten. „Steine müssen Geschichten erzählen können“, so Dr. Grob. Schließlich sollen fehlende Steine behutsam ergänzt werden, heißt es weiter.

In einem ersten Schritt sei die Verlegung von drei Leitungen, die momentan noch das Areal queren, wie auch das Versetzen eines Schachtes vorgesehen. Hierfür laufen momentan die Vorabstimmungen. Alle weiteren Arbeiten seien vom Eingang der Spenden und Zuwendungen abhängig, die für dieses Vorhaben nötig sind.

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Auf Spenden angewiesen

Für die Instandsetzung des Überraschungsfundes barockes Hafenareal ist das Gartenamt auf Spenden von Vereinen, Stiftungen und aus der Bürgerschaft angewiesen, heißt es. Die im aktuellen Haushalt eingestellten Mittel in Höhe von 66.000 Euro würden lediglich für die vorbereitenden Arbeiten, wie die Verlegung von drei Leitungen und eines Schachtes sowie die Sicherung des freigelegten Überlaufkanales, reichen, heißt es seitens der Stadt.

Insgesamt fehlen dem Gartenamt 174.000 Euro. „Hierbei bauen wir auf die lange Tradition bürgerschaftlichen Engagements in Würzburg“, so Bürgermeister Martin Heilig. „Ich denke beispielhaft an die Anlage der Parkwälder, die Instandsetzung des Kiliansbrunnens am Hauptbahnhof oder die jüngsten Baumspenden.“ Bisher seien 5.900 Euro der Herrengesellschaft Colonne 10416 eingegangen. Zahlreiche weitere Spenden wurden zugesagt, so die Stadt.

Als Baudenkmal unter Schutz gestellt

Zwischenzeitlich ist das barocke Hafenareal vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Baudenkmal unter Schutz gestellt worden. Damit seien Spenden auch von der Steuer absetzbar. Bei Beträgen von unter 300 Euro ist der Einzahlungsbeleg als Nachweis ausreichend. Ab einer Spendenhöhe von 300 Euro ist eine Spendenquittung notwendig, die von der Stadtkasse automatisch ausgestellt wird, heißt es. Voraussetzung hierfür sei, dass neben dem Namen auch die Anschrift der Spenderin bzw. des Spenders beim Verwendungszweck der Überweisung angegeben werden.

Gartenamtsleiter Dr. Grob: „Jeder Euro zählt und hilft uns, dieses einmalige barocke Ensemble zu sichern und behutsam in Szene zu setzten. Daher ist es für mich ein großes Herzensanliegen, jede Spende mit einem Dankesschreiben und einer Urkunde zu würdigen. Lassen Sie uns hierfür bitte Ihre Anschrift oder E-Mail-Adresse zukommen. Ab einer Spendenhöhe von 1.000 Euro besteht darüber hinaus die Möglichkeit, auf der vor Ort geplanten Informationstafel gewürdigt zu werden“.

Spenden für das barocke Hafenareal

Spenden können auf folgendem Konto der Stadt Würzburg bei der Sparkasse Mainfranken Würzburg eingezahlt werden:

  • IBAN DE92 7905 0000 0042 0000 67,
  • BIC BYLADEM1SWU
  • Als Verwendungszweck ist unbedingt anzugeben: Hhst. 1.5800.3682, Spende Instandsetzung Baudenkmal barockes Hafenareal.

Für Auskünfte steht das Gartenamt Würzburg jederzeit gerne zur Verfügung: Gartenamt, Robert-Bunsen-Straße 10, Telefon 0931 / 37 4911, E-Mail: gartenamt@stadt.wuerzburg.de.

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