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Würzburg komplett anders arrangiert: Festung, Käppele, Dom, Residenz und der Alte Kranen.
Würzburg komplett anders arrangiert: Festung, Käppele, Dom, Residenz und der Alte Kranen.

Wir fragen Illustratorin Stefanie: Wie komplex ist es, Würzburg zu illustrieren?

Schwarz-weiße Hunde, facettenreiche Pflanzen und die städtische Würzburger Szenerie ganz typisch mit Mee und Festung aber untypisch in ihrem Arrangement – hinter diesen detailreichen Zeichnungen steckt Stefanie Rielicke, die sich auf Instagram „steffipaintapicture“ nennt. Die Würzburgerin verdient unter Tags ihr Geld als Grafikerin, abends greift sie zu Block und Stift. Ist ein neues Werk fertig, geht es digital in die Nachbearbeitung. Ihr Hobby als Illustratorin ist aufwendig aber gleichermaßen beliebt. Denn Malen und Zeichnen ist nicht erst seit Bob Ross eine Art Breitensport.

Stefanie gibt Einblicke in ihre Technik, ihr Lieblingsmotiv und den Anspruch an die eigene Kunst.

Würzburg erleben (WE): Stefanie, warum reizt dich das Thema Illustrationen so?

Stefanie Rielicke: Das kann ich so genau gar nicht sagen. Ich habe schon sehr früh angefangen zu malen und zu zeichnen, ich hatte einfach schon immer Freude daran kreativ zu sein. Mittlerweile ist es vielleicht auch einfach die Ästhetik, die mich an Illustrationen so begeistert, die unendlich verschiedenen Stile und die Art und Weise bestimmte Themen teilweise abstrakt darzustellen.

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WE: Mal geht es bei dir farbig zu, mal schwarz-weiß. Wann entscheidest du dich wofür?

Stefanie Rielicke: Digitale Illustrationen erstelle ich zu 99 Prozent in Schwarz-Weiß auf meinem iPad. Mir gefällt es optisch einfach besser mit wenig Farbe viel Tiefe in eine Illustration zu stecken. Traditionelle Porträtzeichnungen von Menschen bleiben bei mir ebenfalls Schwarz-Weiß, Zeichnungen von Haustieren hingegen werden auch gerne mal bunt, aber das entscheidet dann der Auftraggeber.

WE: Wie komplex ist es, so eine Skizze zu zeichnen?

Stefanie Rielicke: Tatsächlich kann ich das vorher immer so genau gar nicht einschätzen oder sagen. Es gibt Tage, da illustriere ich einfach drauf los, was mir gerade in den Sinn kommt. Wenn es dann locker von der Hand geht, ist eine Skizze dann schon mal in zwei Stunden fertig. Dann gibt es aber auch größere Projekte, bei denen ich mehrere Tage bis Wochen an einer Zeichnung sitze.

WE: Mit welcher Technik arbeitest du? Wie viel ist davon digital erstellt?

Stefanie Rielicke: Meine Schwarz-Weiß-Illustrationen sind mittlerweile alle digital per Hand auf dem iPad gezeichnet, das spart mir im Nachhinein lange Bearbeitungsphasen. Heißt: Blatt einscannen, Kontrast in Photoshop nachbearbeiten, freistellen und so weiter. Wenn eine Illustration jetzt fertig ist, speichere ich sie ab und sende sie direkt an die Druckerei und halte wenige Tage später das Ergebnis in Form eines FineArt-Prints in der Hand und kann diese verkaufen oder für meine eigene Galerie rahmen und mich daran erfreuen.

WE: Du hast auch Skizzen über Würzburg angefertigt. Heimatverliebt?

Stefanie Rielicke: Tatsächlich bin ich gar nicht in Würzburg geboren, es ist aber definitiv seit über elf Jahren meine absolute Wahlheimat. Ich liebe die Stadt und illustriere deshalb auch gerne Teile davon. Also: Heimatverliebt? JA!

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Neben Würzburger Sehenswürdigkeiten illustriert Stefanie Rielicke auch Tiere und Pflanzen. Foto: Stefanie Rielicke (privat)

WE: Immer wieder zeichnest du Tiere, vor allem Hunde. Was ist schön und was ist herausfordernd daran, etwas Lebendiges zu illustrieren?

Stefanie Rielicke: Ich liebe Tiere. Das ist vermutlich auch ein Grund dafür, dass ich häufig Hunde zeichne. Wichtig dabei ist, dass die Ähnlichkeit erkennbar ist, oft habe ich ein Foto als Vorlage. Außerdem versuche ich mit den Porträts Emotionen zu vermitteln. Meist gelingt das über die Augen und den Kontrast im Fell. Das funktioniert durch detailreicheres Zeichnen oftmals mehr als auf dem eigentlichen Foto erkennbar ist. Das benötigt dann etwas Vorstellungsvermögen und jede Menge Zeit.

WE: Wenn du uns deine Lieblingsskizze auf deinem Insta-Profil zeigen würdest: Welche wäre das?

Stefanie Rielicke: Vermutlich ist das die digital illustrierte Magnolie mit den Worten „Never stop growing“. Erstens, weil dies eine der seltenen Motive war, die ich an einem Samstagmorgen, als ich schon um fünf Uhr ausgeschlafen hatte, einfach locker von der Hand gezeichnet habe. In nicht mal zwei Stunden. Und zweitens, weil ich neben den Tieren auch die Natur und Pflanzen sehr schätze. Mit dem Spruch dazu ist es quasi eine Art Lebensmotto für mich und etwas Persönliches. Würde ich andere Personen fragen, wäre es wohl die weiße Wal-Illustration auf schwarzem Hintergrund.

 

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WE: Last but not least: Wie lange dauert es, so gut zu werden, wie du bist?

Stefanie Rielicke: Gute Frage. Da in der Kunst alles erlaubt ist, geht es manchmal vielleicht einfach viel mehr um den Weg. Mit 16 Jahren lernte ich auf einer Art Kunstschule das Porträtzeichnen. Auch wenn ich danach eher wieder den grafisch und digitalen Weg einschlug, habe ich nie aufgehört mein Können verbessern zu wollen. Vielleicht geht es hierbei wirklich nicht darum gut zu sein, sondern einfach Spaß daran zu haben und nie aufzuhören mit den Dingen, die einem wichtig sind und gut tun. Mit jeder weiteren Porträtzeichnung versuche ich besser zu werden, lerne neue Effekte und Techniken aufgrund von neuen Herausforderungen und versuche mit jeder neuen Illustration mich ebenso weiterzuentwickeln.

Unsere Rubrik „Wir fragen…“

In unserer Rubrik „Wir fragen…“ stellen wir Persönlichkeiten aus Würzburg und der Umgebung aus den verschiedensten Lebensbereichen vor und fragen sie nach ihren Erfahrungen. Wen wolltest Du schon immer mal etwas Bestimmtes fragen? Schreib uns per Mail an redaktion@wuerzburgerleben.de oder kommentiert unter unserem Facebook-Posting!

Artikel erschien zuerst auf mainding.de.
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