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Das Team von links nach rechts: tina (admin), ich, Julius (admin), Linus (Teamlead), Julian (Medi), Lisa (Teamlead). Foto: Marvin Jeromin
Das Team von links nach rechts: Tina (admin), Marvin (Leitung), Julius (admin), Linus (Teamlead), Julian (Medi), Lisa (Teamlead). Foto: Marvin Jeromin

Wir fragen Student Marvin: Wie ist es als Leitung eines Corona-Testzentrums?

In der Pandemie nehmen Testzentren eine wichtige Rolle ein. In Würzburg gibt es die Stellen, an denen man sich auf eine Corona-Infektion testen lassen kann, mittlerweile flächendeckend. Eine davon befindet sich im Studentenhaus – das besondere daran: Zwei Medizinstudenten übernehmen hier die Leitung. Felix und Marvin betreiben das Testzentrum seit rund 3 Monaten gemeinsam mit 40 Angestellten – zum Großteil Studenten und approbierte Ärzte. Marvin erklärt im Interview, wie sie dazu kommen, welche Aufgaben täglich bewältigt werden müssen und wie es mit der Testbereitschaft aussieht.

Tägliches Corona Update für Würzburg

Als Mitarbeiter einer Teststrecke begonnen

Würzburg erleben (WE): Marvin und Felix, stellt euch doch kurz vor: Wer seid ihr? Was macht ihr?

Marvin: Felix und ich sind Medizinstudenten. Felix ist im 10. Semester, und ich im 8. Wir haben uns beide über die Uni kennengelernt. Wir kommen ursprünglich aus NRW. Felix aus Aachen und ich aus dem schönen Ruhrgebiet.

WE: Wie kam es dazu, dass ihr die Leitung des Corona-Testzentrums am Studentenhaus übernommen habt?

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Marvin: September letzten Jahres hat die Firma 21Dx in Würzburg nach Studenten und Auszubildenden im medizinischen Bereich gesucht, die an einer Teststrecke am Dalle abstreichen sollten. Dies war die Geschichte, bei der ca. 1500 Leute bei strahlender Sonne für ihren Test anstanden haben und wir als Medis in unseren „Astronautenanzügen“ die Menschen abgestrichen haben. Damit fing alles an.

Felix hat mich dann Anfang Oktober eines Abends angerufen und mich gefragt, ob ich Lust hätte, spontan am nächsten Tag eine komplette Schweinfurter Schule auf Corona zu testen. Er wusste, dass ich schon im Rahmen der KITA Studie der Uni viel Erfahrung mit Kindertestungen sammeln konnte. Ich habe sofort zugesagt, bekam dann einen Anruf unseres leitenden Arztes. Noch am selben Tag kam der Arbeitsvertrag und ich war Teil des Teams. Wir arbeiteten uns beide hoch und konnten recht schnell betriebswirtschaftliche Erfahrungen sammeln. Es entstand der Plan, in Würzburg ein Testzentrum für 21Dx zu eröffnen. Das erforderte richtig viel Organisation und etwas Glück, aber 3 Wochen später haben wir im Studentenhaus Würzburg gestartet und ein Team aufgebaut. Soweit die Kurzversion.

„Ein Team, mit dem es immer Spaß macht!“

WE: Was sind eure Aufgaben und v.a. eure Motivation, dieser Tätigkeit nachzugehen?

Marvin: In erster Linie sind wir Medizinstudenten und wir wollen, dass man sich mit Freunden und Familie treffen, Sport machen und normal in die Uni gehen kann. Dass Tests ein Teil des Konzepts sind, um dies alles wieder zu ermöglichen, ist klar und ist auch unsere Hauptmotivation.

Zusätzlich bietet die Tätigkeit natürlich Einblick in viele Dinge, die man im Studium nicht unbedingt vermittelt bekommt und nicht zuletzt haben wir ein „Bomben Team“, mit dem es immer Spaß macht! Wir sind beide Manager im operativen Geschäft. Wir haben ca. 40 Mitarbeiter – administratives und medizinisches Personal. Wir kümmern uns darum, dass es allen gut geht und dass wir unter den höchst möglichen Standards arbeiten können. Unsere Tätigkeiten sind extrem umfangreich. Vom Waschen der Dienstkleidung unseres Teams bis zum Mietwagenhandling oder Kommunikation mit der Landesregierung ist alles mit am Start.

WE: Ihr seid Studenten – wie könnt ihr die Arbeit im Testzentrum mit dem Studium vereinbaren? Wie viel Zeit verbringt ihr im Testzentrum?

Marvin: Anfangs war das Ganze wohl mehr als ein Vollzeitjob und ziemlich durchgetaktet. Meistens bestand der Alltag aus tagsüber Testzentrum und abends Online Vorlesung nachschauen und lernen, um die Klausuren zu bestehen. Mittlerweile hat sich das Ganze aber recht gut eingependelt und wir können Studium und Job gut miteinander vereinbaren. Dabei hilft es natürlich enorm, dass wir zu zweit sind und so ein gutes Team haben. Trotzdem verbringen wir fast täglich ca. 6 Stunden im Testzentrum oder für andere Projekte. Zurzeit arbeite ich noch für unser erstes internationales Projekt in London und Felix war eine ganze Zeit lang in der Personalabteilung unserer Firma unterwegs.

Eingang zum Testzentrum im Studentenhaus. Foto: Marvin Jeromin

Eingang zum Testzentrum im Studentenhaus. Foto: Marvin Jeromin

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Testbereitschaft nach wie vor hoch

WE: Wie viele Tests wurden im Testzentrum bisher durchgeführt?

Marvin: Ich denke, dass wir im niedrigen fünfstelligen Bereich liegen. Das Testangebot wird insgesamt gut angenommen, wir sind aber durchaus in der Lage noch viel mehr zu testen. Unser Team ist sehr gut aufgestellt.

WE: Wie sieht es derzeit mit der Testbereitschaft aus? Auch im Hinblick auf die neuen 3G-Regeln?

Marvin: Die Testbereitschaft ist nach wie vor hoch. Dabei haben wir einige Stammkunden, wenn man das so sagen kann, aber auch viele neue Leute und Touristen. Zusätzlich lassen sich auch häufig Leute testen, die bei ungeimpften Angehörigen und Freunden auf Nummer sicher gehen wollen, um diese nicht anzustecken. Wir arbeiten eng mit dem Studentenwerk Würzburg zusammen. Das Angebot wird von allen Seiten gut aufgenommen. Einen Großteil unserer Probanden stellen Studierende dar. Aber nicht ausschließlich. Wir sind insgesamt sehr froh darüber, dass sich so viele Würzburger testen lassen.

WE: Warum findet ihr es wichtig, dass sich nach wie vor möglichst viele Leute testen lassen sollten?

Marvin: Zunächst einmal hoffen wir, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen. Testungen sollen keine Impfung ersetzen. Vielmehr soll die Testung eine Maßnahme zur Pandemiebekämpfung darstellen, die in Kombination mit anderen Maßnahmen die Bevölkerung vor größeren Schäden schützt. Schnelltests sind sinnvoll, um unbemerkte Infektionen nachzuweisen, zum Beispiel, weil der Infizierte nicht zwangsläufig Symptome aufweist. Ca. 1/3 aller Infektionen verlaufen unbemerkt. Wir helfen dabei, diese aufzuspüren, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Außerdem geht es uns auch darum, den Menschen durch ein negatives Testergebnis ein sicheres Gefühl zu geben.

Unsere Rubrik „Wir fragen…“

In unserer Rubrik „Wir fragen…“ stellen wir Persönlichkeiten aus Würzburg und der Umgebung aus den verschiedensten Lebensbereichen vor und fragen sie nach ihren Erfahrungen. Wen wolltest Du schon immer mal etwas Bestimmtes fragen? Schreib uns per Mail an redaktion@wuerzburgerleben.de oder kommentiert unter unserem Facebook-Posting!

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