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Der Würzburger Kranenkai und die Festung bei Nacht. Foto: Pascal Höfig
Der Würzburger Kranenkai und die Festung bei Nacht. Foto: Pascal Höfig

Earth Night 2021 am 7. September

„Wenigstens eine dunkle Nacht pro Jahr“: Das ist das Motto der Aktion „Earth Night“. Am 7. September (Neumond) sollen Menschen ab 22 Uhr das Licht reduzieren oder abschalten. So erhoffen es sich die „Paten der Nacht“, die Initiatoren dieser bundesweiten Aktion, die sich ehrenamtlich für die Eindämmung der Lichtverschmutzung einsetzen. Anders als bei der Earth Hour, bei der das Licht für eine Stunde reduziert wird, um die Menschen an die Dringlichkeit des Klimaschutzes zu erinnern, steht bei der Earth Night das Licht im Fokus.

Menschengemachtes Kunstlicht reduzieren

Sprecher Manuel Philipp: „Die Earth Night will auf die exzessive Nutzung von nächtlichem Kunstlicht und seinen Folgen für Mensch, Umwelt und Natur aufmerksam machen. Sinnlos leuchtendes sowie fehlgelenktes Licht ist pure Energieverschwendung und schadet dem Klima. Das ist bekannt. Doch kaum bekannt ist, was Licht sonst noch alles anrichtet: Es lässt den Sternenhimmel verblassen und macht den Schlaf weniger erholsam. Es irritiert Pflanzen und lenkt Vögel auf ihre Zugrouten fehl. Es tötet im Sommer hundertmilliardenfach Insekten, die dann als Bestäuber fehlen sowie den meisten Tieren als Nahrungsquelle. Die Earth Night soll sensibilisieren und einen verantwortungsvolleren Umgang mit der Ressource Licht bewirken.“

Lichtverschmutzung als Umweltproblem

Umweltschutz habe zumeist etwas mit Verzicht zu tun. „Nicht so beim Licht. Viel kann davon nachts ohne Sorge reduziert oder gar komplett abgeschaltet werden. Denn die meisten Menschen schlafen zu dieser Zeit.“ Kaum ein Umweltproblem unserer Zeit könne mit so einfachen Mitteln so schnell und mit sofortiger Wirkung eingedämmt werden wie das der Lichtverschmutzung.

„Das im Juni vom Bundestag beschlossene Insektenschutzgesetz zeigt, dass wir in vielen Bereichen etwas zur Erhaltung der so wichtigen Insektenvielfalt tun können. Hierzu gehört auch die Beleuchtung, die nachtaktive Insekten und andere Tiere erheblich beeinträchtigt. Es lohnt sich also zu fragen, wo Beleuchtung wirklich erforderlich ist und wie sie optimiert werden kann. Daher unterstützen wir die Aktion Earth Night sehr gerne“, erläutert Klimabürgermeister Martin Heilig in einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg.

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Fassadenlicht ab 23 Uhr abgeschaltet

„Seit August 2019 schreibt das Bayerische Naturschutzgesetz vor, dass die Beleuchtung von Fassaden öffentlicher Gebäude – soweit nicht aus Sicherheitsgründen erforderlich – ab 23 Uhr abgeschaltet werden muss. Dies wird in Würzburg auch so umgesetzt. Zudem wurden und werden einige weitere Maßnahmen ergriffen, um die negativen Auswirkungen durch die öffentliche Beleuchtung zu minimieren. So wird die Straßenbeleuchtung sukzessive auf die energiesparende LED-Technik mit einer für Insekten weniger schädlichen Lichtfarbe umgestellt und die Beleuchtungsstärke wird ab 21 Uhr um 40 % reduziert, weil dann auf den Straßen weniger Verkehr herrscht und somit auch weniger Beleuchtung erforderlich ist. Wo dies möglich ist, wird ganz auf eine Beleuchtung verzichtet“, heißt es weiter in der Presseinformation der Stadt.

Alle können Beitrag leisten

Das Gute: Jeder könne mitmachen bei der Aktion Earth Night, so die Initiatoren: Gemeinden und Städte bezüglich der Beleuchtung von Straßen und Gebäuden ebenso wie Gewerbetreibende beim Werbe- und Schaufensterlicht. Und wer kein Außenlicht hat, schließe einfach Jalousien oder Vorhänge an den Fenstern – auch das mache die Nacht dunkler. „Ich hoffe, dass sich viele Menschen an dieser Aktion beteiligen und Möglichkeiten finden, auch im privaten Bereich auf Beleuchtungen zu verzichten oder diese jedenfalls insektenfreundlicher auszuführen“, so Heilig.

Dieser Artikel beruht in Teilen auf einer Pressemitteilung der Sternwarte Schweinfurt und der POW (Diözese Würzburg).  

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