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Joint. Symbolfoto: Pascal Höfig
Joint. Symbolfoto: Pascal Höfig

Drogenbesitz: Diese Strafen können drohen

Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz führen zu mitunter schweren Strafen. Denn der Besitz von Drogen ist keinesfalls ein Kavaliersdelikt. Er ist strafrechtlich relevant und wird entsprechend geahndet. Umgangssprachlich werden Betäubungsmittel meist als Drogen oder Rauschgifte bezeichnet, was aus gesetzlicher Sicht jedoch keinen Unterschied macht.

Was sind eigentlich Betäubungsmittel?

Unter Betäubungsmittel oder Drogen fallen laut Betäubungsmittelgesetz sämtliche Substanzen und Stoffe, die zu einer Abhängigkeit führen können. Werden sie missbraucht, gefährden oder schädigen sie die Gesundheit. Dazu gehören jedoch ebenfalls Stoffe, die für die Herstellung solcher Betäubungsmittel notwendig sind. Sie können sowohl natürlich sein (Kokain, Opium, Cannabis) als auch synthetisch (LSD, Ecstasy, Heroin).

Drogenbesitz: Wann ist ein Straftatbestand erfüllt?

Gemäß dem Betäubungsmittelgesetz ist bereits der Drogenbesitz in seiner einfachsten Form eine Straftat. Damit erfüllt selbst eine Tüte Haschisch in der Hand- oder Hosentasche diesen Strafbestand. Nicht erfüllt hingegen ist er, wenn man solche Stoffe an sich nimmt, um sie zu entsorgen oder sofort zu rauchen. Denn in diesem Fall besteht keine Herrschaft darüber. Trotzdem kann auch in einer solchen Situation die Strafverteidigung für kleine Drogendelikte notwendig sein.

Drogenbesitz in geringen Mengen: Diese Strafen drohen

Auf den Besitz von Drogen kann eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren verhängt werden. Wie hoch das Strafmaß ausfällt, hängt unter anderem von der Menge an Betäubungsmitteln ab, die im Besitz des Täters sind. Handelt es sich um eine geringe Menge, die auf einen Eigenkonsum schließen lässt, kann eine milde Strafe folgen oder — im besten Fall — sogar eine Verfahrenseinstellung.

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Wie groß eine „geringe Menge“ ist, wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. In Bayern beispielsweise gilt eine Menge von bis zu sechs Gramm an Cannabisprodukten als gering. Allerdings werden solche Delikte in Bayern generell ernst genommen: Wem ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen wird, sollte auf eine Strafverteidigung für kleine Drogendelikte auf keinen Fall verzichten.

Drogenbesitz in nicht geringen Mengen: Diese Strafen folgen

Wer gegen das Betäubungsmittelgesetz verstößt und größere Mengen Rauschgift bei sich trägt, muss mit einer Geldstrafe oder einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Die Grenzwerte für nicht geringe Mengen legt der Bundesgerichtshof fest:

  • Heroin: 1,5 Gramm
  • Kokain: 5 Gramm
  • Marihuana: 7,5 Gramm

Dass für einzelne Drogen unterschiedliche Grenzwerte gelten, liegt an dem Wirkstoffgehalt der Substanzen. Dieser ist bei der Gesetzgebung entscheidender als die reine Grammzahl. Damit die Behörden feststellen können, ob die Werte überschritten wurden, beschlagnahmen sie gefundene Betäubungsmittel und geben sie an das kriminaltechnische Labor weiter. Dort werden sie auf ihren genauen Wirkstoffgehalt hin untersucht.

Drogentherapie: Die Alternative zur Strafe

Wer ein Drogendelikt begeht, hat meist selbst Probleme mit Drogen. Deshalb besteht die Möglichkeit, eine Drogentherapie anstelle einer Freiheitsstrafe zu verhängen. Dazu müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Freiheitsstrafe liegt bei weniger als zwei Jahren.
  • Der Grund für die Tat liegt in einer Drogensucht.

Für dieses Vorgehen ist nicht unbedingt eine öffentliche Klage notwendig. Vielmehr ist es möglich, der Staatsanwaltschaft bereits im Vorfeld plausible Argumente an die Hand zu geben, weshalb eine Drogentherapie der bessere Weg ist. Dazu bedarf es einer frühzeitigen Kontaktaufnahme sowie eines erfahrenen Strafverteidigers.

Fazit: Drogenbesitz ist kein Kavaliersdelikt

Da der Besitz von Drogen gegen das Betäubungsmittelgesetz verstößt, wird er verschärft geahndet. Ein Kavaliersdelikt ist er bei Weitem nicht. In kleinen Mengen ist mit einer milden Strafe zu rechnen, wobei dennoch Vorsicht geboten ist. Denn die Grenze zwischen Drogenbesitz und Beschaffungskriminalität ist in vielen Fällen fließend. Sobald es sich um größere Mengen handelt, ist eine Geld- oder Gefängnisstrafe unausweichlich. Alternativ kann eine Drogentherapie sinnvoll sein, solange die Freiheitsstrafe zwei Jahre nicht überschreitet.

Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag. 
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