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"Mainfranken Hilft!" - Frank Sendner (rechts) und Marco Hetterich (links) im Hilfseinsatz in Dernau. Fotos: Frank Sendner, Marco Hetterich
"Mainfranken Hilft!" - Frank Sendner (rechts) und Marco Hetterich (links) im Hilfseinsatz in Dernau. Fotos: Frank Sendner, Marco Hetterich

Unterfranken helfen Flutopfern im Ahrtal

Dernau, eine kleine Gemeinde mit 1.700 Einwohnern im Herzen des wunderschönen Ahrtals. Ein kleines verträumtes Örtchen, das vom Weinbau geprägt ist. Doch der 14. Juli 2021 veränderte das komplette Leben der ganzen Gemeinde. Das Wasser kam in einer nicht vorhersehbaren Geschwindigkeit. Vielen Einwohnern der 1.700 Einwohner gelang nur noch die rettende Flucht auf das Dach ihres Hauses. Dort verbrachten Sie teilweise mehrere Stunden in Todesangst. In der Dunkelheit war nichts zu sehen. Sie hörten nur die unwahrscheinliche Lautstärke des Wassers. Erst am nächsten Tag wurde das Ausmaß der Katastrophe sichtbar.

96 % der Gemeinde zerstört

96 % der Gemeinde Dernau ist zerstört und unbewohnbar. Die Leute hatten alles verloren. Baumstämme krachten in Häuser, und rissen diese und ihre Bewohner mit. Das Wasser stieg, selbst bei denen, die einige hundert Meter entfernt von dem Flüsschen Ahr wohnten, bis in den 1. Stock. Autos wurden wie Spielzeug weggespült und mit viel Glück fand man diese mehrere hundert Meter weiter, teilweise in Hauswände gekracht.

Dernau unter Wasser. Foto: Privat

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Dernau nach der Flutkatastrophe. Foto: Uwe-Jens Bratkus-Fünderich

Dernau nach der Flutkatastrophe. Foto: Uwe-Jens Bratkus-Fünderich

Der erste Blick in die Häuser muss ein Schock gewesen sein. Alles, was man sich Jahre aufgebaut hatte, war weg. Erinnerungen aus mehreren Jahrzehnten, Bilder, Dokumente… alles weg! Wie dramatisch muss es gewesen sein, als man erfahren hatte, wer die Flut nicht überlebt hat. Ehepartner, Großeltern, Eltern, Kinder, Geschwister, Familie, Freunde und Bekannte. Die Trauer ist riesig.

Unterfranken wollten vor Ort helfen

Nun standen die Feuerwehren im Landkreis Würzburg auf Abruf, um den Menschen im Ahrtal zu helfen. Nach ca. sechs Tagen kam die Information von oberster Stelle, dass keine Hilfe benötigt werde. Dies konnte man nicht begreifen. Vor allem nicht die Personen, die bereits bei der Flutkatastrophe in Dessau dabei waren. So auch Frank Sendner vom Hubertushof Fährbrück im Landkreis Würzburg.

Ihm kam sofort die Idee, sich mit einem Bekannten, welchen er noch aus seiner Zeit vom Nürburgring kannte, zu kontaktieren. Dieser teilte ihm mit, dass es ihm relativ gut gehe, aber seine Familie und Freunde aus Dernau alles verloren hatten. Frank setzte sich sofort mit Marco und Alfred Hetterich, ebenfalls aus dem Landkreis Würzburg, zusammen. Und so wuchs die Idee, den Menschen umgehend Vorort zu helfen.

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Unterfränkische Unternehmen unterstützen tatkräftig im Ahrtal. Foto: privat

Frank Sendner (rechts) und Marco Hetterich (links) im Hilfseinsatz in Dernau. Fotos: Frank Sendner, Marco Hetterich

Auch Bier aus Unterfranken wurde ins Ahrtal geliefert. Foto: Privat

Die Drei mobilisierten alles, was nur möglich war. Sie kontaktierten verschiedene Firmen und Privatpersonen, ob diese nicht mit Aggregaten, Stromkabeln, Baugeräten wie verschiedenen Werkzeugen, Trocknungsgeräten und Wasser den Menschen in Dernau unter die Arme greifen möchten.

Wahnsinnig große Hilfsbereitschaft

Die Hilfsbereitschaft der Menschen war so groß, dass bereits die erste Fahrt nach Dernau nicht einmal fünf Tage später am 24.07.2021 stattfinden konnte. Alfred und Frank machten sich auf den Weg ins Katastrophengebiet. Erst vor Ort wurde ihnen dann das Ausmaß der Katastrophe bewusst. „Es ist schon schlimm, was man im Fernsehen sieht, aber wenn man das vor Ort gesehen und mit den Personen gesprochen hat, wird einem die Katastrophe erst so richtig bewusst“, so Frank.

Dernau nach der Flutkatastrophe. Foto: Uwe-Jens Bratkus-Fünderich

Dernau nach der Flutkatastrophe. Foto: Privat

Dernau nach der Flutkatastrophe. Foto: Privat

Dernau nach der Flutkatastrophe. Foto: Uwe-Jens Bratkus-Fünderich

Dankbar für Unterstützung

Nachdem sich die Beiden mit Ändi aus Dernau verständigt hatten, wurde erst einmal zusammengetragen, was noch alles benötigt wird. Es sind nicht die Dinge wie Kleidung, Lebensmittel oder Möbel. Auch Aggregate wurden keine mehr benötigt, da die Bundeswehr nach zwei Wochen endlich eine Notstromversorgung aufbauen konnte. Es werden Dinge benötigt, wie verschiedene Werkzeuge um die Häuser wieder zu sanieren und zwischendurch auch mal ein Kasten Bier. „Diese Menschen sind einfach nur Dankbar für die Unterstützung die wir Ihnen bieten! Auch wir sind einfach nur dankbar für die Solidarität, welche die Menschen aus Unterfranken zeigen“, so Frank.

Die Menschen in Dernau sind für jede helfende Hand dankbar! Foto: Privat

Die Menschen in Dernau sind für jede helfende Hand dankbar! Foto: Privat

Eigene Facebook-Gruppe gegründet

Deshalb wurde auch direkt eine eigene Facebook-Gruppe „Fluthilfe Dernau – Mainfranken HILFT!“ gegründet, in der nun die Leute auf dem Laufenden gehalten werden, was aktuell benötigt wird, wie der Stand bei den Aufräumarbeiten ist und wie es den Menschen vor Ort in Dernau so ergeht. Über jede Unterstützung in Form von Spenden sind die Initiatoren auf jeden Fall mehr als dankbar!

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