Amélie Saul absolvierte ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Malteser Rettungsdienst. Foto: Amélie Saul
Amélie Saul absolvierte ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Malteser Rettungsdienst. Foto: Amélie Saul

Noch freie Plätze für ein FSJ bei den Maltesern Würzburg

Früher war sie nach eigener Aussage eher schüchtern. Durch ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei den Maltesern habe sich dies jedoch stark verändert. Die Rede ist von Amélie Saul. Die 18-jährige Veitshöchheimerin absolviert derzeit ihr FSJ im Rettungsdienst der Hilfsorganisation und ist ganz begeistert von den vielen unterschiedlichen Erlebnissen und Begegnungen. „Ich wollte nach der ganzen Theorie in der Schule was Praktisches machen“, erzählt sie. Deshalb – und das Ziel eines Medizinstudiums – habe sie sich für den Malteser Rettungsdienst entschieden.

Kontakt mit unterschiedlichen Menschen

Täglich mit ungewohnten Situationen oder unterschiedlichsten Menschen konfrontiert zu sein, das sei am Anfang eine echte Herausforderung für sie gewesen. Aber gleichzeitig seien die Menschen, obwohl es ihnen doch so schlecht gehe in dem Moment, wenn der Rettungsdienst kommt, oftmals noch so extrem freundlich. „Manchmal nimmt man auch eine Art Therapeutenrolle ein, wenn die Patienten einem auf der Fahrt ins Krankenhaus gefühlt ihr ganzes Leben erzählen“, so die junge Frau. „Aber vielleicht haben gerade die älteren Patienten auch sonst niemanden, mit dem sie reden können“, ergänzt sie nachdenklich.

Unterwegs mit dem Malteserauto

Diese Erfahrung hat auch ihr FSJ-Kollege Niklas Schmitt gemacht, der seit September im Malteser Menüservice seinen Freiwilligendienst angefangen hat. „Es ist schlimm, wie wenig Kontakt alte Menschen oftmals haben, wie einsam sie manchmal sind“, stellt der ebenfalls 19-Jährige fest. Der begeisterte Autofahrer habe ein FSJ gesucht, bei dem man viel hinterm Steuer sitzen kann und ist deshalb zum Menüservice gekommen.

Seiner Leidenschaft Autofahren konnte Niklas Schmitt während seines FSJ bei den Malte- sern ausführlich nachgehen. Foto: Niklas Schmitt

Seiner Leidenschaft Autofahren konnte Niklas Schmitt während seines FSJ bei den Malte- sern ausführlich nachgehen. Foto: Niklas Schmitt

Dass der soziale Aspekt in der Begegnung mit den Kunden dann eine solche Bedeutung gewinnen würde, sei ihm vorher nicht klar gewesen, habe ihn aber gefreut. Auch bei seinem zweiten Tätigkeitsfeld, dem Hausnotruf, ist er viel mit dem Malteserauto unterwegs – und hat viel Kontakt zu den meist älteren Kunden.

Hilfe auf Knopfdruck

Beim Hausnotruf handelt es sich sozusagen um Hilfe auf Knopfdruck. Menschen, die in den eigenen vier Wänden unglücklich stürzen oder gesundheitliche Probleme haben, können mit Knopfdruck an einem speziellen Armband oder einer Kette zügig Hilfe herbeiholen. „Zu Beginn ist es schon ein mulmiges Gefühl, in eine fremde Wohnung zu gehen und nicht zu wissen, wie es der gestürzten Kundin tatsächlich geht, aber man gewinnt nach und nach an Sicherheit“, erzählt Schmitt von seiner Tätigkeit. Und weil er immer noch nicht genug Auto gefahren ist, ist er dann auch noch im Fahrdienst für Kinder mit Beeinträchtigungen eingesprungen. „Es war teilweise echt lustig mit den Kindern – außer das frühe Aufstehen“, sagt Niklas Schmitt schmunzelnd, der nach seinem FSJ wie schon vorher geplant eine Ausbildung bei der Polizei antreten wird.

Nebenbei weiterhin beim Rettungsdienst

Für Amélie Saul hat sich der Berufswunsch geändert im Laufe des Jahres bei den Maltesern. „Ich glaube, das Medizinstudium dauert mir zu lange bis ich da Patientenkontakt haben werde“, erzählt sie. Jetzt wird sie sich für Umweltwissenschaften einschreiben und nebenbei im Rettungsdienst arbeiten. Die Ausbildung zur Rettungssanitäterin hat sie jedenfalls erfolgreich während ihres Freiwilligenjahres abgeschlossen.

Erfahrungen fürs Leben gewinnen

Ein Freiwilliges Soziales Jahr bei den Maltesern zu machen, können beide jungen Leute jedem empfehlen. Neben den umfangreichen Erfahrungen, die man für sein Leben gewinnen könne, gebe einem die Tätigkeit auch jede Menge Sicherheit, wenn es darum gehe, in unvorbereitete Situationen zu geraten. Das gelte im übrigen für jeden Bereich, in dem man in der Hilfsorganisation ein Freiwilliges Soziales Jahr machen kann, sind sich beide sicher.

Egal, ob im Rettungsdienst oder Hausnotruf, Erste-Hilfe-Ausbildung oder Schulsanitätsdienst, Menüservice oder Schulbegleitdienst – in allen Bereichen gibt es spannenden Aufgaben und werden Selbstbewusstsein, Verantwortung, Menschenkenntnis gestärkt. „Eine gewisse Offenheit und Selbstständigkeit muss man allerdings schon mitbringen“, empfehlen Saul und Schmitt gleichermaßen.

FSJ bei den Maltesern Würzburg

Bei den Maltesern Würzburg sind ab September (oder auch später) noch ein paar Plätze frei – insbesondere im Bereich Menüservice und Hausnotrufdienst, Schulbegleitung für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen und im Bereich Erste-Hilfe-Ausbildung und Schulsanitätsdienst. Voraussetzung ist für alle Stellen der Führerschein Klasse B.

Seit 2011 ersetzt der Bundesfreiwilligendienst den Zivildienst. Er dauert in der Regel ein Jahr und kann auf 18 Monate erhöht werden. Ab 18 Jahren können sich Frauen und Männer hier engagieren, eine Altersgrenze nach oben existiert nicht. Das Freiwillige Soziale Jahr hingegen steht jungen Männern und Frauen von 18 bis 26 Jahren offen.

In dieser Zeit kann man sich nicht nur sozial engagieren: beide Dienstformate, BFD und FSJ, sind als Bildungsjahr konzipiert mit etlichen spannenden Seminarwochen. Zum Ende bekommt jeder Freiwilligendienstleistende außerdem ein qualifiziertes Abschlusszeugnis, das für das weitere Berufsleben wichtig und nützlich sein kann. Bei der Studienplatzvergabe wird das FSJ ebenfalls angerechnet. Die Teilnehmenden sind krankenversichert und bekommen ein monatliches Taschengeld.

Interessentinnen und Interessenten finden freie Stellen online oder können sich an die für Unterfranken zuständige Malteser Dienststelle in Schweinfurt wenden: 09721/930911-14, andrea.walz@malteser.org

Artikel beruht auf eine Pressemitteilung des Malteser Hilfsdienst e.V. Würzburg.

- ANZEIGE -