Wunderschöne Ecken in der Region. Foto: Pascal Höfig
Wunderschöne Ecken in der Region. Foto: Pascal Höfig

In diesen 5 Bereichen ist Würzburg berühmter, als Ihr denkt

Ein Gastbeitrag von Jan Hußl.

Partys sind wieder erlaubt und so langsam öffnen auch die Würzburger Kneipen ihre Tore. Da kommt dieser Artikel gerade rechtzeitig. Denn bevor wir uns auf den kommenden Feiern anschweigen, weil wir die letzten Monate allesamt nichts Spannendes erlebt haben, lest lieber diesen Artikel, um Euch mit völlig unnützen aber partygerechten Fakten über Würzburg zu wappnen. Fakten, von denen Euch manche garantiert überraschen werden. Denn unsere Stadt hat in einigen Bereichen echte Berühmtheiten hervorgebracht.

Wissenschaft und Forschung

Jeder Würzburger kennt die Röntgen-Gedächtnisstätte, in der Wilhelm Conrad Röntgen im Jahre 1895 die nach ihm benannten Strahlen entdeckte. Doch der Physiker und Universitäts-Dekan ist nicht der einzige bekannte Wissenschaftler, der in Würzburg geforscht hat.

Fans der Fernsehserie Breaking Bad sind mit dem Namen „Heisenberg“ vertraut. Unter diesem Alias kocht und verkauft der Antiheld Walter White die Droge Crystal Meth. Dass Walter Whites Namenspatron Werner Heisenberg ein Würzburger Physiker war, ist vielen aber nicht bekannt. Heisenberg war einer der Vorreiter der Quantenmechanik, wofür er im Jahre 1932 den Nobelpreis für Physik verliehen bekam.

Auch einige berühmte Mediziner hat die Stadt vorzuweisen. Karl Landsteiner, der einige Jahre in Würzburg forschte, wurde für seine Formulierung des AB0-Blutgruppensystems sowie für die Entdeckung des Rhesusfaktors mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet. Außerdem wurden an der Universität Würzburg sowohl der Arzt Alois Alzheimer als auch Josef Issels ausgebildet. Ersterer entdeckte die nach ihm benannte Demenz-Krankheit, letzterer erlangte als behandelnder Arzt des krebskranken Musikers Bob Marley Bekanntheit.

Symbolbild Uni Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Symbolbild Uni Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Der Würzburger Weißwein

„Kein anderer Wein will mir schmecken.“ – Dieser gute Werbespruch über den Würzburger Steinwein stammt nicht etwa von einer Marketing-Agentur, sondern vom berühmten deutschen Literaten Johann Wolfgang von Goethe. Der ließ sich das Getränk der Legende nach kistenweise nach Weimar liefern. Bei einer seiner Italienreisen machte der Schriftsteller dann auch einen Zwischenstopp in Würzburg. Ob er sich beim Brückenschoppen auch schon über die unverschämten Reiter aufgeregt hat, die nicht absteigen und rücksichtslos durch die Menge preschen?

4 Fakten über Würzburg, die Du vielleicht noch nicht kanntest

Auch eine andere Person, deren Geburt ähnlich lange zurückliegt, hat eine gute Verbindung zum Würzburger Wein – Queen Elizabeth II. Bei der Krönung der Monarchin im Jahre 1953 wurde ein Wein des Juliusspitals ausgeschenkt. Ob die beinahe 70 Jahre Amtszeit auf den guten Tropfen zurückzuführen sind, ist reine Vermutung. Aber zukünftige Monarchen sollten nichts unversucht lassen und es der Queen bei der Weinauswahl gleichtun.

Wein trinken. Foto: Pascal Höfig

Wein trinken. Foto: Pascal Höfig

Hip Hop – East Coast vs. Würz Coast

Zugegeben, das fränkische Idyll eignet sich als Heimatort in der Rapper-Biographie nicht ganz so gut wie Compton, die Bronx oder Berlin. Wo es im Rap häufig um eine möglichst harte und authentische Vergangenheit geht, ist die größte Sorge vieler Unterfranken der Härtegrad des Leitungswassers und die Temperatur des Weißweins. Aber trotz alledem hat auch Würzburg erfolgreiche Rapper in die große Welt geschickt.

Alles zum Thema Rap in Würzburg

Damals noch Schulhofgerücht, mittlerweile bestätigter Fakt: Bushido (bürgerlich Anis Ferchichi) ist Halb-Würzburger. Er selbst ist zwar in Berlin geboren und aufgewachsen, seine Mutter stammt aber aus Unterfranken, wo Bushido bis heute noch Verwandte hat, die er regelmäßig besucht. So wurde er schon in und um Würzburg bei Familienfeiern gesichtet.

Unsere Perle am Main hat aber nicht nur die deutsche Musikszene bereichert. Der US-Rapper Chris Palko aka „Cage“ wurde 1973 als Sohn eines Militärpolizisten in Würzburg geboren. Mit vier Jahren kehrte die Familie in die Staaten zurück, wo Chris nach einer Jugend voller Gewalt und Drogen Zuflucht in der Musik fand. Palko arbeitete mit Künstlern wie Kid Cudi und St. Vincent zusammen, mit denen er auch einen Live Auftritt in der Jimmy Fallon Show hatte. Das tumultreiche Leben des Rappers imponierte wohl auch dem Schauspieler Shia LaBeouf, der einen Film über seinen Kumpel Cage plant. Ob wohl Würzburg ein Kapitel des Streifens darstellen wird?

Fiktive Geschichten aus Würzburg

Denn abgesehen von einigen Roman- und Fernsehkrimis ist Würzburg noch nicht so häufig als Handlungsschauplatz in Buch und Film in Erscheinung getreten. Oder müssen wir einfach nur genauer hinschauen? Herrmann Hesses „Narziß und Goldmund“ hat wohl schon viele Würzburger Schüler gelangweilt. Hätten Sie aber aufmerksamer gelesen, wäre ihnen aufgefallen, dass der im berühmten Roman als Bischofsstadt bezeichnete Handlungsort unser beschauliches Würzburg ist. Hesse verarbeitete seine Eindrücke der Stadt außerdem im Text Einst in Würzburg.

Filme in oder über Würzburg

Eine andere Geschichte, die unerkannter Weise in unserem Städtchen spielt, ist der US-amerikanische Film „Ein fremder Klang“ vom Regisseur Martin Sheen. Der hat auch selbst eine Rolle in dem Streifen, wie auch sein noch berühmterer Sohn Charlie Sheen. Der Film ist weder in Würzburg gedreht, noch erwähnt er die Stadt mit nur einer Silbe. Dem Drehbuch lässt sich der Handlungsort aber entnehmen: das Würzburger Militärgefängnis der US-Army. Die Buchvorlage stammt nämlich von Gordon Weaver, einem ehemaligen US-Soldaten, der in Würzburg stationiert war.

Sport – auf und neben dem Platz

Wusstet Ihr, dass der aktuelle Kader der Dallas Mavericks mehr Spieler umfasst, die in Würzburg geboren sind als in Dallas? Nun gut, dabei handelt es sich um den Würzburger Maxi Kleber auf der einen Seite und keinen einzigen Dallas-Texaner auf der anderen. Aber zusammen mit seinem ehemaligen Teamkollegen Dirk Nowitzki wären wir schon bei zwei Würzburgern, was statistisch beinahe aussagekräftig ist.

Geheimer Besuch von Dirk Nowitzki am Röntgen Gymnasium

Wenn dann die aktive Sportlaufbahn vorbei ist, können Athleten die Sportwelt als Funktionäre weiter prägen. Das dachte sich wohl auch der Würzburger Thomas Bach, der als Fechter 1976 die Olympische Goldmedaille nach Unterfranken holte. Mittlerweile bekleidet Bach das Amt des Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees und ist damit die ranghöchste Person in der Organisation der Olympischen Spiele. Da könnte er sich doch durchaus für Würzburg als Austragungsort stark machen. Sollte eigentlich nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Usain Bolt durch die Flyeralarm-Arena sprintet und Gold holt.

Wissen in Häppchen

Wenn Ihr es bis hierhin geschafft habt, den Artikel zu lesen, ist es um Eure Aufmerksamkeitsspanne gar nicht so schlecht bestellt. Da es aber viele Personen gibt – mich eingeschlossen – denen schon ein Post mit mehr als drei Slides zu leseintensiv ist, gibt es auf meiner frisch gestarteten Instagram-Seite Quick Facts Würzburg weiteres unnützes Würzburg-Wissen in mundgerechten Portionen. Ein Bild, ein Satz, eine Information mehr im Kopf. Folgt mir auf @wuerzburg.facts und lernt Eure Heimatstadt neu kennen.

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de
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