Fabio ist der Entwickler des Spiels Ciceru. Foto: Fabio Ferrari
Fabio ist der Entwickler des Spiels Ciceru. Foto: Fabio Ferrari

Mit „Ciceru“ eine Schatzsuche durch Würzburg machen

Die ganze Geschichte von Würzburg spielerisch kennenlernen. Das geht: mit dem Spiel „Ciceru“ von Entwickler Fabio kann man die Vergangenheit der Stadt mithilfe des eigenen Smartphones noch einmal von einer anderen Seite selbst erforschen. Durch eine interaktive Karte begibt man sich auf den historischen Weg durch Würzburg. Im Interview spricht der Italiener über seine Inspirationen und den Aufbau des Spiels. Außerdem verrät er uns, für welche Stadt das Spiel noch geplant ist.

Würzburgs romantische Atmosphäre

Würzburg erleben (WE): Stell Dich doch mal kurz vor!

Fabio: Mein Name ist Fabio, ich bin 28 Jahre alt, komme aus Italien, lebe aber derzeit in Würzburg, einer Stadt, die mich von dem Moment an fasziniert hat, als ich sie gesehen habe. Ich habe mich schon immer für Startups, Innovation und Lernen im Allgemeinen begeistert. Nach meinem Abschluss in Innovationsmanagement habe ich als Product Owner im Tech Team bei trivago und dann bei Flixbus gearbeitet. Ich unterstütze nachdrücklich jene Startups, die darauf abzielen, Menschen, Gesellschaft und Umwelt zu verbessern. In den letzten Jahren habe ich selbst an einigen Neben-Projekten gearbeitet, sowohl alleine als auch mit Freunden, aus denen ich viel gelernt habe. Schließlich ist Pizza, obwohl ich Italien vor einigen Jahren verlassen habe, wahrscheinlich immer noch meine größte Leidenschaft!

WE: Wie bist Du auf die Idee gekommen, dieses Spiel zu entwickeln?

Fabio: Sicher hat die romantische und mittelalterliche Atmosphäre Würzburgs eine große Rolle gespielt. Darüber hinaus konnte ich während dieser Pandemiezeit etwas mehr Freizeit genießen und durch ein Stadtzentrum laufen, das ruhiger als gewöhnlich ist. Ich war dann fasziniert von der Idee, wie historische Ereignisse uns und die Orte, an denen wir leben, prägen.

Ausschnitte aus dem Spiel Ciceru. Foto: Fabio Ferrari

Ausschnitte aus dem Spiel Ciceru. Foto: Fabio Ferrari

Um mehr über die Vergangenheit dieser Gegend zu erfahren, war ich nicht nur von dem, was ich las, begeistert, sondern vor allem auch davon, in der Stadt Hinweise auf das Gelernte zu finden (in Statuen, Gebäuden, Straßen, Parks, Denkmälern…). Also folgte die Idee, ein Spiel zu entwickeln, das diese aufregende Entdeckung Erfahrung liefern könnte.

Ein Name mit Persönlichkeit

WE: Warum hast Du den Namen „Ciceru“ gewählt?

Fabio: Der Name bezieht sich auf Marcus Tullius Cicero, einen Römer, der in den Jahren von Julius Caesar lebte und eine unglaublich große Kultur hatte. Sein Name „Cicerone“ wird noch heute im Italienischen und Englischen verwendet, um sich auf jemanden zu beziehen, der historische oder künstlerische Themen erklärt. Außerdem wollte ich einen Namen wählen, der für mich lustig klingt und eine Persönlichkeit hat. Ciceru schien also eine gute Wahl zu sein!

WE: Wer gehört alles zu Deinem Team?

Fabio: Dieses Projekt steckt noch in den Anfängen, daher bin ich derzeit das einzige Teammitglied. Trotzdem hat mir das Feedback der Menschen, die mir nahe stehen, wie meiner Freundin, meiner Familie und meiner Freunde, sehr geholfen.

Von der Stadtgründung bis heute

WE: Erkläre doch mal ganz kurz, wie das Spiel aufgebaut ist. Was ist das Ziel?

Fabio: Im Spiel geht es darum, die wichtigsten historischen Ereignisse der Stadt zu entdecken, indem historische Hinweise gelöst werden. Der Spieler wird zu den interessanten Punkten geführt, um die Antworten selbst zu finden, und ahmt irgendwie nach, was ein Entdecker tun würde. Anders als in einem Reiseführer lernt der Benutzer die Geschichte, indem er sie selbst spielt und entdeckt!

Ausschnitte aus dem Spiel Ciceru. Foto: Fabio Ferrari

Ausschnitte aus dem Spiel Ciceru. Foto: Fabio Ferrari

Insgesamt zeichnet das Spiel die gesamte Zeitleiste der Stadt nach, beginnend mit der Stadtgründung und endend in der heutigen Zeit.

WE: Für wen ist das Spiel geeignet?

Fabio: Als Outdoor-Aktivität passt das Spiel gut zum Lebensstil von Studenten, Familien, Outdoor-Liebhabern und Freunden, die einen Tagesausflug in Würzburg genießen möchten!

Das komplette Spiel dauert einige Stunden, aber es ist möglich, es zu pausieren und an verschiedenen Tagen fortzusetzen, um es an die verfügbare Zeit anzupassen. Dies macht es besonders flexibel für alle, die sich auf spielerische Weise einen Überblick über die Geschichte der Stadt verschaffen möchten.

Insgesamt ist das Spiel sowohl für Würzburger als auch für Touristen geeignet, aus diesem Grund ist es sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch spielbar.

Geschichte selbst entdecken

WE: Was für einen Zweck hat das Spiel für Dich? Was möchtest Du damit erreichen?

Fabio: Ich finde, dass das Entdecken der Geschichte sowohl für den Schöpfer als auch für den Spieler Spaß macht und lehrreich ist! Mein Plan für Ciceru ist es daher, immer mehr Erlebnisse zu schaffen, die es den Menschen ermöglichen, die Geschichte auf eigene Faust zu entdecken. Um dies auf effektive Weise zu erreichen, träume ich davon, aus diesem Projekt ein Geschäft zu machen, damit ich mich ganz darauf konzentrieren und mit anderen Entwicklern zusammenarbeiten kann.

WE: Wie wird das Ganze finanziert?

Fabio: Derzeit ist das Projekt vollständig eigenfinanziert. Das Spiel ist für alle völlig kostenlos und es ist möglich, das Projekt durch eine Spende über PayPal zu unterstützen. Dennoch ist der Plan für die Zukunft, es finanziell nachhaltig zu gestalten. Es werden also mehrere Ideen zur Monetarisierung getestet, einschließlich lokaler Partnerschaften und kostenpflichtiger Versionen.

Würzburg als Inspirationsquelle

WE: Was sind Deine Pläne für die Zukunft? Soll es das Spiel auch noch für andere Städte geben?

Fabio: Auf jeden Fall und ein Spiel für München wird bald erscheinen! Generell ist geplant, für die Zukunft ähnliche Spiele für andere europäische Städte zu entwickeln sowie die Erfahrung der bereits erstellten Spiele zu verbessern, am Feedback der Spieler zu arbeiten und neue Ideen zu testen.

WE: Was verbindest Du mit Würzburg?

Fabio: Schon vor meinem Umzug nach Würzburg bin ich vor der Pandemie oft hierher gekommen, um meine Freundin zu besuchen. So verbinde ich die Stadt mit vielen guten gemeinsamen Zeiten, wie zum Beispiel bei lokalen Aktivitäten und Festivals, Spaziergängen in den Weinbergen und Radtouren entlang des Flusses. Würzburg bedeutet für mich all diese Dinge zusammen und ist eine große Inspirationsquelle, daher ist es sehr motivierend, dieses Projekt hier zu starten!

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