Anhand verschiedener Merkmale kann man Speciality Kaffee vom Mainstream Kaffee unterschieden. Foto: Pascal Höfig
Anhand verschiedener Merkmale kann man Speciality Kaffee vom Mainstream Kaffee unterschieden. Foto: Pascal Höfig

Was ist der Unterschied zwischen Speciality und Mainstream Kaffee?

Innerhalb der letzten Jahre hat sich in der Welt des Kaffees so einiges getan. Kaffeebohnen sind nicht mehr gleich Kaffeebohnen, die Herkunft, die Art des Anbaus und der Röstung haben viel mehr an Bedeutung gewonnen. Begriffe wie Sustainability und Fairtrade sind im Kontext mit Kaffeeanbau nicht mehr wegzudenken. Wer richtig guten Kaffee trinken will, der ist auch bestens informiert über seine Hintergrundstory. Und in diesem Sinne gibt es einige weitere Unterscheidungen und Merkmale, die regulären, sogenannten Mainstream Kaffee, von Speciality Kaffee unterscheiden!

Es ist ähnlich wie beim Wein, der eine spezielle Herkunftsdenomination bekommt, da er aus einer bestimmten Gegend stammt und eine Reihe an Voraussetzungsmerkmalen besitzt. Und weil Kaffeebohnen einen mindestens so hohen Stellenwert wie die fruchtigen Beeren besitzen, gibt es auch hier sehr viel Wissen zu vermitteln, weshalb sich viele heimische Kaffeeröstereien und Clubs aufgetan haben, die diese Aufgabe zu ihrer gemacht haben. Wir haben uns umgehört und schlau gemacht, um der Frage auf den Grund zu gehen, wodurch sich nun die Kaffeebohnen von Mainstream Kaffee zu den Kaffeebohnen von Speciality Kaffee genau voneinander unterscheiden. Es gibt vier wesentliche Hauptmerkmale, die einen Hinweis darauf geben können, welche Sorte sich in der Tasse findet.

Merkmal 1: Herkunft (Origin)

Dieser Begriff ist kein Unbekannter in der Welt des Kaffees. Bestimmt wurde schon mal von Single-Origin gehört, was eine Kaffeesorte beschreibt, deren Kaffeebohnen einen Herkunftsort haben. Bei Speciality Kaffee wurden die Voraussetzungen noch auf eine weitere Stufe gehoben. Nicht nur wurde genau geforscht aus welchem Land beziehungsweise welcher Region die Kaffeebohnen stammen, sondern auch die exakte Farm und Mikrolot auf besagten Gründen.

Mit diesen Informationen lassen sich noch viele weitere Faktoren bestimmen, welche einen großen Einfluss auf den Kaffeegeschmack haben. Diese umfassen zum Beispiel die Anbauhöhe, natürlich die Kaffeesorte, das Gelände und dessen Beschaffenheit, so wie auch das Wetter und der Zeitpunkt, zu jenem die Kaffeebohnen geerntet wurden. All diese eben genannten Punkte, bis hin zur Methode der Verarbeitung, sind maßgeblich für das Endprodukt. Dies soll dem bewussten Käufer dabei helfen, ein wahres Qualitätsprodukt zu finden und sich dessen auch sicher sein zu können.

Mehr als Kaffee und Kuchen: Integrationsarbeit im Café Perspektive

Wie der Name Mainstream Kaffee wahrscheinlich schon verraten mag, kann man bei diesem den eben genannten “Service” nicht erwarten. Denn im besten Fall erfährt man das Land (oder die Länder) aus dem die Kaffeebohnen stammen, jegliche weitere Info bleibt aber mit großer Sicherheit verborgen. So leider auch, ob dem Qualitätsversprechen tatsächlich nachgekommen wurde.

Merkmal 2: Sorten

Grundlegend wird Kaffee anhand von zwei Hauptsorten unterschieden:

  • Arabicabohnen und Robustabohnen die meist verwendeten davon sind Arabica, da der Geschmack und das Aroma viel leichter verträglicher sind, da sie aufgrund der Anbauart weniger Säure produzieren.
  • Robustakaffee hingegen hat eine weitaus höhere Toleranz gegenüber Schädlingen und findet sich in den meisten Instankaffees wieder, da der Anbau viel kostengünstiger und schneller ist und sich Robustabohnen aufgrund des herben Geschmacks besser dafür eignen.

Den größten Anteil der weltweiten Kaffeeproduktion macht der Arabicaanbau aus. Das Sortiment kann sich auf jeden Fall sehen lassen, denn die Anzahl der Sorten umfasst mehr als 160 verschiedene Geschmacksrichtungen. Und wie auch beim Wein gibt es bei Kaffee bekannte Geschmacksnoten fruchtig wie Pfirsich oder süß wie Honig oder Karamell. Beim Mainstream Kaffee gibt es aber nur allgemeine Begriffe oder Hinweise, für welche Art der Kaffeezubereitung die Kaffeebohnen sich eignen.

Merkmal 3: Röstung

Damit ist gemeint: Zu welchem Zeitpunkt die Kaffeebohnen geerntet wurden und in welchem Zustand sie zur Röstung gelangen. Auch wenn Kaffee genaugenommen kein Ablaufdatum besitzt, so wird die Qualität dennoch nach einer gewissen Zeit etwas abgemindert. Deshalb sollten die Bohnen nachdem sie geerntet wurden, schnellstmöglich den Weg zur Rösterei antreten, so wird das Aroma am besten bewahrt. Als Richtwert gelten hier eine Woche bis zu zehn Tage: Wenn man also bedenkt, woher der Kaffee kommt, dann sieht man, dass dies alles relativ schnell gehen sollte. Da bei Speciality Kaffee jedes Detail bis zum Farmer bekannt ist, ist es hier verhältnismäßig einfach, die Frische sicherzustellen. Hingegen beim Mainstream Kaffee kann sich das durchaus als etwas schwieriger erweisen, da diese genauen Infos hier fehlen.

Merkmal 4: Beurteilung

Schon einmal von Q-Grading gehört? Wenn nicht, absolut kein Problem das sollte sich mit diesem Absatz schnell aufklären. Das System ist im Jahr 2004 von dem Kaffeequalitätsinstitut (Coffee Quality Institute) entwickelt worden, um einen branchenweiten Maßstab zur Kaffeebeurteilung zu legen. Damit der Kaffee als sogenannter Speciality Kaffee bezeichnet werden darf, muss er natürlich einigen Voraussetzungen entsprechen. Um hier einen allgemein gültigen Standard zu gewährleisten, der für sämtliche Kaffees geltend ist, müssen also 80 Punkte erreicht werden. Die ausschlaggebenden Faktoren, die bei der Beurteilung herangezogen werden, umfassen unter anderem Geschmack, Säuregrad und auch eventuelle Effekte.

Q-Grading-Kaffeesystem: internationale Gültigkeit & weltweite Anerkennung

Hoffentlich hat dieser Einblick etwas Licht ins Dunkel gebracht und die Bedeutung der Unterscheidung zwischen Speciality Kaffee und Mainstream Kaffee etwas besser verständlich gemacht.

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