Hinter MainEnkel stecken die Studenten Alexander Hahn, Kevin Schwarz, Svea Füldner und Esther Heinz. Foto: MainEnkel
Hinter MainEnkel stecken die Studenten Alexander Hahn, Kevin Schwarz, Svea Füldner und Esther Heinz. Foto: MainEnkel

Jung hilft Alt: Das Team von „MainEnkel“ im Interview

Schon vor Corona sind Einsamkeit und anfallende Arbeiten, die nicht selbst erledigt werden können, für viele Senioren ein Problem gewesen, dass sich in der Pandemie nochmal verstärkt hat. Dagegen möchte das Team von „MainEnkel“ nun Abhilfe verschaffen: Vier Studenten haben sich ein Projekt ausgedacht, um Jung und Alt zusammenzubringen. Davon profitieren beide Seiten: Studenten und Schüler können sich ein bisschen Geld dazu verdienen und Senioren erhalten dafür Hilfe im Alltag. Das Team im Interview darüber, wie es zu der Idee kam, wie die Vermittlung funktioniert und welche Zukunftspläne es gibt.

„MainEnkel“ als Herzensprojekt

Würzburg erleben (WE): Wer steckt hinter „MainEnkel“

Wir sind ein junges Team bestehend aus vier Studierenden der FHWS Würzburg: Esther Heinz, Svea Füldner, Kevin Schwarz, Alexander Hahn. Das Besondere an unserem Team ist, dass wir aus unterschiedlichen Studiengängen (BWL, Kommunikationsdesign, duales Studium) kommen und verschiedene Semester belegen. Jeder bringt also neues Wissen und unterschiedliche Kompetenzen mit, die wir im Team optimal einsetzen können.

WE: Was steckt dahinter?

Die Grundidee ist, ältere Menschen, die aufgrund von Einsamkeit oder genereller Hilfsbedürftigkeit Unterstützung von jungen, motivierten Studierenden, Schülern und Azubis etc. gebrauchen können, mit diesen zusammenzubringen. Aktuell ist es möglich eine Anfrage telefonisch, über unsere Homepage, Instagram oder per Mail zu schicken. Wir gehen auf die individuellen Bedürfnisse ein und klären: Wo wird Hilfe benötigt? Wann, wie lange und vor allem wofür? Anhand aller Daten können wir den passenden „Enkel“ vermitteln.

Im Nachgang fragen wir, ob alles gepasst hat und kümmern uns auch weiterhin um einen „Rundum-sorglos-Service“. Wir möchten erreichen, dass der Kontakt möglichst bestehen bleibt.

WE: Wie entstand die Idee zu „MainEnkel“

Im Rahmen unseres Studiums belegen wir gemeinsam ein Pflichtfach, in dem man ein Startup-Unternehmen gründet. Wir wollten von Anfang an für junge Menschen und Senioren in unserer Heimatstadt Würzburg und Umgebung ein soziales Projekt auf die Beine stellen. Eigentlich sollte das Ganze zunächst als Versuch laufen, um an echten Marktbedingungen zu lernen. Mittlerweile sehen wir MainEnkel jedoch als Herzensprojekt. Das Wichtigste für uns: Hilfe gezielt dort anbieten und unkompliziert gewährleisten, wo sie benötigt wird!

Noch aus eigenen Mitteln finanziert

WE: Für wen ist das Konzept geeignet?

Einerseits für ältere, einsame und hilfsbedürftige Menschen, andererseits für junge Leute, die auf der Suche nach einem attraktiven und gleichzeitig sozialen Job sind. Grundsätzlich kann sich gerne jeder bei uns melden, der Hilfe benötigt! Wir vermitteln den passenden Helfer.

WE: Welche Probleme gibt es für ältere Menschen – gerade jetzt mitten in der Pandemie?

Viele Menschen sind ohnehin einsam. Aber gerade jetzt ziehen sich viele ältere Menschen zurück, um sich zu schützen. Durch Corona fehlen ihnen oft die wichtigsten Kontakte und Gesprächsmöglichkeiten. Die kleinen Alltagsaufgaben, die normalerweise von der Familie oder Freunden übernommen werden, fallen jedoch trotzdem an. Hier sollen unsere „Enkel“ bei Einkäufen und Erledigungsfahrten unterstützen. Aber auch Haus- und Gartenarbeiten, Behördengänge und Hilfe am Computer, Smartphone, bei Technik und in vielen weiteren Bereichen übernehmen die MainEnkel.

WE: Wie wird das Projekt finanziert?

Aktuell finanzieren wir MainEnkel noch aus eigenen Mitteln und mit viel Herzblut. Sponsoren haben wir noch keine, um das Projekt weiter auszubauen. Wir sind aber auf jeden Fall immer auf der Suche nach finanzieller Unterstützung.

WE: Wie viel kann man dadurch verdienen?

Über die Verdienstmöglichkeiten für uns haben wir noch nicht groß nachgedacht. Geld steht momentan noch nicht im Fokus. Zuerst wollen wir unsere Geschäftsidee anlaufen lassen und sehen, wie sie in der Stadt angenommen wird. Wir kalkulieren mit einem Stundenlohn für unsere Helfer, der etwas über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt.

WE: Was ist angesichts der Pandemie zu beachten?

Weil unsere Kunden vor allem Senioren sind, ist die Einhaltung eines Hygienekonzepts sehr wichtig. Wir bitten jeden Helfer vor dem Auftrag um einen negativen Schnelltest oder entsprechenden Genesungs- oder Impfnachweis. Vor Ort muss natürlich eine FFP2-Maske getragen werden. Wir halten uns streng an die gesetzlichen Regelungen, die je nach Lage des Infektionsgeschehens in Würzburg gelten. Auf individuelle Wünsche der Kunden nehmen wir immer Rücksicht.

Ziel: Netzwerk in Würzburg aufbauen

WE: Gibt es schon viele Anfragen? Wie wird das Projekt angenommen?

Bisher haben wir vereinzelte Anfragen, vor allem von interessierten Helfern, und hoffen dies in Zukunft auszubauen. Wir freuen uns über jeden Hilfesuchenden, der vielleicht durch dieses Interview auf uns aufmerksam wird und dem wir einen passenden Helfer vermitteln können!

WE: Welche Pläne gibt es für die Zukunft?

Die Mission von MainEnkel ist es natürlich so viele junge und ältere Menschen wie möglich zusammenzubringen. Deshalb freuen wir uns über jede Anfrage. Wir sind uns sicher, für jeden einen passenden Partner zu finden. Ziel ist letztlich der Aufbau eines stabilen Netzwerks in Würzburg, von dem Jüngere und Ältere profitieren.

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