Müllfrei einkaufen - ohne Verpackung. Foto: Zsofia Mia Molnar
Müllfrei einkaufen - ohne Verpackung. Foto: Zsofia Mia Molnar

Einmal ohne, bitte: Lebensmittel abfallfrei einkaufen in Würzburg

Würzburg ist offizieller Städtepartner der Kampagne „Einmal ohne, bitte“. Diese wurde vom Münchener Verein „rehap republic e.V.“ ins Leben gerufen und hat sich zum Ziel gesetzt, die aktuelle Flut von Einwegverpackungen zu stoppen.

Selbst Gefäße mitbringen

Das Prinzip ist einfach: Läden und Restaurants, die Ware unverpackt anbieten und bereit sind, diese in kundeneigene Mehrweggefäße zu füllen, können bei der Kampagne mitmachen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Mit Stickern und Infomaterial wird Kunden sichtbar gemacht, dass unverpacktes Einkaufen möglich und erwünscht ist. Ausgehändigte Hygienehinweise für das Personal sind mit der städtischen Lebensmittelüberwachung abgestimmt und geben Sicherheit für den betrieblichen Ablauf. Zusätzlich erscheinen Projektpartner unter www.einmalohnebitte.de auf einer interaktiven Karte sowie in einer Übersichtsliste und können so von interessierten Kunden leicht gefunden werden.

ÖDP stellt Antrag auf Verpackungssteuer

In Würzburg beteiligen sich schon zehn Läden an der Aktion, so z.B. der Unverpackt Laden oder die Vollkornbäckerei Köhler.

Auf Einweggeschirr verzichten

Der Startschuss fiel am Donnerstag mit einer digitalen Auftaktveranstaltung, in deren Rahmen sich interessierte Einzelhändler und Gastronom über die Kampagne und Abläufe für das hygienische Befüllen von kundeneigenen Mehrweggefäßen informierten. Bürgermeister Martin Heilig freut sich über den Kampagnenstart: „Ich freue mich, dass mit „Einmal ohne, bitte“ eine Kampagne nach Würzburg kommt, die das Potenzial hat, die Abfallvermeidung in Würzburg stark zu beflügeln. Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger im Sinne der Umwelt und eines sauberen Würzburgs wo immer möglich auf Einwegverpackungen und –geschirr zu verzichten!“

Für Johanna Koch, Projektleiterin im Verein rehap republic, geht mit dem Auftakt in Würzburg eine Erfolgsgeschichte weiter: „Wir freuen uns sehr, dass ‚Einmal ohne, bitte‘ in Würzburg eine so breite Unterstützung von Politik und Wirtschaft erfährt und uns in unserer Vision des verpackungsfreien Einkaufens unterstützt!“

Tipp: Immer Dosen parat haben

Einzelhändler und Gastronomen, die Interesse daran haben, an der Kampagne teilzunehmen, informiert das Team der Koordinationsstelle in der Umweltstation der Stadt Würzburg gerne per Mail oder telefonisch. Für die Kunden hat Valentin Pfingstl, der gerade ein Freiwilliges Ökologisches Jahr an der Umweltstation absolviert, ein paar Tipps parat: „Nehmen Sie einfach immer dann, wenn Sie einkaufen gehen, ein paar saubere Baumwolltaschen sowie Frischhaltedosen mit Deckel mit! Achten Sie beim Gang durch die Stadt auf den Kampagnen-Sticker an der Ladentüre und bestellen Sie dort anschließend ‚Einmal ohne, bitte‘! Personal und Thekenaufsteller informieren Sie dann über den genauen Ablauf.“

346.000 t Abfall pro Jahr

In Deutschland fielen im Jahr 2017 346.000 t Abfall an Einweggeschirr und To-go-Verpackungen an. Das entspricht etwa 4,2 kg pro Kopf, ein Gewicht, das ca. 380 klassischen Einweg-Coffee-to-go-Bechern entspricht.

EInwegbecher. Symbolfoto: Dominik Ziegler

Einwegbecher. Symbolfoto: Dominik Ziegler

Infolge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat sich das Abfallaufkommen noch einmal deutlich vergrößert. So stieg etwa die Abfallmenge, die den Mitarbeitern des städtischen Gartenamtes aus öffentlichen Grünanlagen entsorgen mussten, von ca. 120 t im Jahr 2019 um etwa 30 % auf 156 t im Jahr 2020.

Recup: Mehrwegbecher gegen Pfand

Einwegprodukte wie Verpackungen und Einweggeschirr haben in der Regel eine sehr kurze Nutzungsdauer und belasten die Umwelt übermäßig stark. Mehrwegprodukte entwickeln demgegenüber nach einigen Nutzungszyklen deutliche Umweltvorteile: So ist beispielsweise ein Mehrwegbecher für Coffee-to-go, der mit einer mit Ökostrom betriebenen Spülmaschine gereinigt wird, bereits nach zehn Nutzungen ökologisch vorteilhaft. Hinzu kommen ein besseres Nutzungserlebnis für Verbraucher sowie finanzielle Vorteile für den Händler durch Einsparungen in der Beschaffung.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg.
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