Stau auf der B8 in Richtung Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Stau auf der B8 in Richtung Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Würzburger verlieren 15 Stunden im Jahr durch Stau

Wer kennt es nicht: Man ist mal wieder zu spät dran und dann zerrt auch noch der Verkehr an den Nerven, denn zur Stunde des sogenannten Berufsverkehrs geht mal wieder nichts auf den Straßen. Auch Pendler in und um Würzburg kennen dieses Szenario: Nicht selten kommt es auf der Nordtangente, am Röntgenring oder am Südring zu einem hohen Verkehrsaufkommen, bei dem es einfach nicht voran geht.

15 Stunden im Stau

Eine sehr zeitintensive Geschichte – doch wie sieht das in Zahlen aus? Wie die Firma INRIX mit ihrer Studie „Global Traffic Scorecard“ veröffentlichte, verbrachte man in der fränkischen Domstadt durchschnittlich 15 Stunden im Jahr 2020 im Stau. Damit liegt Unterfrankens Hauptstadt auf Platz 35 in ganz Deutschland.

 Autobahnen mit größten Staupotenzial

Die Stau-Situation hat sich damit aber gebessert: Die Zahl ist deutlich geringer als noch vor ein paar Jahren: 2017 waren es noch 30 Stunden – damit zählte die Stadt zu den zehn „Stau-Hauptstädten Deutschlands“ und belegte damals Platz neun.

Rückgang in der Pandemie

Das liegt nicht zuletzt auch an der Corona-Pandemie: Covid-19 beeinflusste nicht nur das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben, so ging laut Studie auch die Mobilität deutlich zurück. Strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, Home Schooling und Home Office führten folglich zu deutlich weniger Fahrten in Innenstädte. Das änderte sich im Sommer mit den Lockerungen, so stieg das Verkehrsaufkommen wieder auf die Werte von vor der Corona-Krise an, heißt es in der Studie. Aktuell liegt die Anzahl der Fahrten wieder ca. 40% unter dem Niveau von Februar 2020.

„Ein Indikator für den Rückgang der Mobilität im Jahr 2020 ist die geringere durchschnittliche tägliche Fahrleistung im Vergleich zum Vorjahr. Weniger Verkehr bedeutet aber auch, dass es im Jahr 2020 weniger Unfälle gab“, heißt es in einer Pressemitteilung von INRIX. Außerdem gibt es auch einen finanziellen Vorteil für Pendler: Rund 173 Euro sollen Fahrer durch das verminderte Staurisiko im Durchschnitt gespart haben.

Pendleratlas 2019

Stauhauptstadt München

Eine Sache bleibt im Stau aber definitiv verloren – die Zeit. Den höchsten Zeitverlust findet man bundesweit in München vor: Rund 65 Stunden stand man hier durchschnittlich im Jahr 2020 im Stau. Das klingt zunächst recht viel, im Vorjahr waren es aber sogar 87 Stunden, die man durch den Verkehr verlor. Platz zwei belegt Berlin mit 46 Stunden und Platz 3 die mittelfränkische Großstadt Nürnberg mit 35 Stunden.

Weltweit Bukarest an der Spitze

Weltweit führt Bukarest das Ranking der staureichsten Städte an: 134 Stunden im Jahr verlor man hier im Verkehr – das sind umgerechnet etwa fünf Tage. Mit etwa 133 Stunden folgt Bogota auf Platz 2 und New York mit 100 Stunden auf Platz 3. Auffällig im globalen Vergleich: Die deutschen Städte rückten 2020 auf die oberen Ränge, so waren die Fahrer hier mit Auto & Co. mobiler unterwegs als in anderen Ländern.

Über INRIX

Die Staustudie von INRIX, ein weltweit führender Anbieter von Verkehrsanalysen und Connected-Car-Services, identifiziert und bewertet Stau- und Mobilitätstrends in mehr als 1.000 Städten in 50 Ländern im Krisenjahr 2020 und ist damit die umfangreichste Studie dieser Art. Insgesamt wurden für die aktuelle Studie 73 deutsche Städte und große Ballungsräume analysiert.

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