Die Domstraße an Tag 1 der Ladenöffnungen. Foto: Nico Jahnel
Die Domstraße an Tag 1 der Ladenöffnungen. Foto: Nico Jahnel

Öffnungen als Test: Soll Würzburg zur Modellstadt werden?

Ein kleiner Schritt zu mehr Normalität? Ein Modellprojekt der Bayerischen Regierung soll einen Alltag mit Corona erproben: Zwei Wochen lang soll ein umfassendes Test- und Hygienekonzept die Öffnung von Restaurants, Kino und weiteren Freizeiteinrichtungen ermöglichen – zunächst als Test, um Erkenntnisse für eine zukünftige Strategie zur Pandemiebekämpfung zu gewinnen. Auch Würzburg bewirbt sich hierfür als Modellstadt.

Öffentliches Leben ermöglichen

Die Geduld der Bevölkerung ist derzeit stark ausgereizt, denn eine Perspektive für ein Ende des Lockdowns bzw. für die Zeit danach, gibt es noch nicht wirklich: Mit einem geplanten Projekt will die Bayerische Regierung genau das ändern. Wie ein Bericht der Kabinettssitzung vom 23. März verrät, sollen in ausgewählten Städten mit einer 7-Tages-Inzidenz über 100 einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zwei Wochen lang öffnen – strenge Schutzmaßnahmen und ein Testkonzept inklusive. Damit soll vor allem die Umsetzbarkeit vereinzelter Hygieneauflagen im alltäglichen Leben geprüft werden.

Nach Tübinger Modell

Das hat man bereits in Baden-Württemberg getestet: Kino, Shoppen, Essen gehen – all das ist für eine Woche in Tübingen möglich. Wie aus verschiedenen Medienberichten hervorgeht, sei nur ein negatives Testergebnis notwendig, um ein „Tübinger Tagesticket“ zu erhalten. Hierzu hat man in der Stadt um die acht Teststationen errichtet, um flächendeckend Schnelltests zu ermöglichen. Das Konzept wurde von den Bürgern gut angenommen: Laut Medienberichten wurden an einer Station zwischen 600 und 800 Tests pro Tag durchgeführt – der Großteil sei negativ gewesen. Auch die Inzidenz sei in der Modellstadt nicht gleich wieder gestiegen, heißt es weiter.

Würzburg bewirbt sich

Wie die Stadt in einer Pressemitteilung informiert, bewerbe sich auch Würzburg als Modellstadt für das Projekt – so habe OB Christian Schuchardt den Ministerpräsidenten bereits angeschrieben und die Teilnahme beantragt. Zwar liegen die Inzidenzen in Stadt und Landkreis derzeit unter 100, ein Modellversuch sei aber gerade für diese Kommunen auch sinn- und wertvoll, heißt es.

Tägliches Corona-Update für Würzburg

Auch in der geographischen Lage sieht die Stadt einen Vorteil: Als Oberzentrum befindet sich Würzburg in einer ländlichen Umgebung mit ausreichend räumlichem Abstand zu den Metropolen Frankfurt, Nürnberg oder Stuttgart.

Die Würzburger Innenstadt nach der Wiederöffnung des Einzelhandels. Foto: Nico Jahnel

Soll Shoppen in der Innenstadt bald wieder möglich sein? Foto: Nico Jahnel

Teilumsetzung möglich

„Man könne sich auch nur eine Teilumsetzung dieses Konzepts vorstellen, also zunächst eine Beschränkung auf nur eine oder zwei der drei Säulen, sofern eine umfassende Untersuchung aller genannten drei Handlungsfelder nicht in die Modell-Strategie des Freistaates aufgenommen werden könne.“, so Schuchardt in der Pressemitteilung weiter.

Folgende Handlungsfelder stehen hierbei zur Debatte:

  • Handlungsfeld 1 „Theater, Bühnen, Museen und Musikschulen in freie und öffentlicher Trägerschaft“;
  • Handlungsfeld 2 „Innerstädtischer Einzelhandel, Dienstleistungen und Handwerksbetriebe, Warenverkaufsmessen“
  • Handlungsfeld 3: „Gastronomie und Hotelgewerbe“

Eine Stadt in Unterfranken

Hat Würzburg also gute Chancen, ausgewählt zu werden? Ursprünglich sollten drei Städte in Bayern den Versuch starten. In der letzten Regierungserklärung ist nun aber von mehr Modellen die Rede: Für das Projekt solle nun pro Regierungsbezirk eine Stadt herausgegriffen werden, in Oberbayern sogar zwei, so der BR. In Unterfranken gibt es neben Würzburg noch weitere Bewerbungen: Laut BR sind auch Schweinfurt, Aschaffenburg und Bad Kissingen an einem Test interessiert – wer letzten Endes das Rennen machen wird, steht aber noch nicht fest. Losgehen soll es aber schon nach Ostern.

Was hältst Du davon?

Würdest Du einen Test in Würzburg nach dem Tübinger Modell begrüßen und auch daran teilnehmen wollen? Teile uns Deine Meinung per Mail an redaktion@wuerzburgerleben.de mit oder hinterlasse einen Kommentar unter unserem Facebookposting!

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