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Wie sieht es in Würzburg aus: Immobilien mieten oder kaufen? Foto: Pascal Höfig
Wie sieht es in Würzburg aus: Immobilien mieten oder kaufen? Foto: Pascal Höfig

Immobilien mieten oder kaufen? Der Faktencheck für Würzburg

Es ist ein grundsätzlicher Streit, ob Kaufen oder Mieten günstiger ist. Die Studien dazu widersprechen sich. Wenn man sich überlegt, eine Immobilie als Altersvorsorge zu kaufen und sie gegebenenfalls später zu vermieten, sollte man immer weitere Formen der Geldanlage in Betracht ziehen und sich nicht ausschließlich auf die Anlageklasse der Immobilien fokussieren.
In diesem Artikel wollen wir aber den Fokus auf Immobilien behalten und die Frage „Immobilien mieten oder kaufen“ auf Basis der vorhandenen Zahlen klären und die aktuelle Preisentwicklung für Würzburg darlegen. Kaufen oder mieten, mieten oder kaufen: Ein Thema, zu dem schon alles gesagt wurde, nur noch nicht von allen. Und doch bleibt am Ende unklar, ob Mieter von Häusern oder Wohnungen billiger wohnen – oder Käufer.

Das sagen die Zahlen in Deutschland

Nur in 84 von 401 Kreisen und kreisfreien Städten, also in rund 21 Prozent, ist Wohneigentum günstiger als zur Miete zu wohnen, errechnete die Postbank in ihrem Wohnatlas 2020, mit fachlicher Unterstützung des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI). Auch die WirtschaftsWoche gibt in ihrem jährlichen Immobilienatlas eine Empfehlung ab, die auf detaillierten Vergleichsberechnungen für Eigennutzer beruht. Sie kommen dabei zum Ergebnis, dass nur in 21 der 50 größten deutschen Städte sich der Kauf noch lohnt. Überall sonst lautet die Empfehlung: mieten.

„My home is my castle“ – eine gewisse Wahrheit steckt in jedem noch so banalen Spruch. Die Covid-Krise und der damit verbundene Lockdown hat uns vor Augen geführt, dass an dieser Weisheit noch viel mehr dran ist und dass das „home sweet home“ tatsächlich Glücksgefühle bedeuten kann. Flugverbote, wochenlange Schließungen, Homeoffice und Heimunterricht sind in einem schönen Zuhause sicherlich leichter zu ertragen. Zudem wird die Investition in Betongold gerade in Krisenzeiten wieder als sichere Alternative zu Wertpapieren gesehen.

Das gilt für Würzburg & Unterfranken

Kaum ein anderes Thema beschäftigt die Region Würzburg und Unterfranken so sehr wie das Wohnen. Immer wiederkehrende und sich gefühlt immer mehr zuspitzende Themen sind dabei die steigenden Mieten, Bauplatzmangel und die Ungewissheit, wie und wo man im Alter leben soll.

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Bereits Mitte letzten Jahres berichteten wir darüber, dass 2020 die Kauf- und Mietpreise wieder gestiegen sind. Im Betrachtungszeitraum vom Herbst 2019 bis zum Frühjahr 2020 stiegen die Kaufpreise für Bestandsobjekte im guten Wohnwert je nach Art der Immobilie zwischen 4,0 Prozent und 7,8 Prozent. Nach wie vor gilt, dass sich auf dem aktuellen Markt sowohl Wohnungen zur Kapitalanlage als auch zur Eigennutzung gut verkaufen. Auch die klassischen Nachfragegruppen der Kapitalanleger, Familien, Senioren und berufstätigen Paare ohne Kinder haben sich nicht nennenswert verändert.

Im selben Zeitraum verzeichneten Wohnungsmieten vergleichsweise moderate Anstiege. Während die Miete für Altbauwohnungen durchschnittlich um 2,1 Prozent stieg, lag der Zuwachs für Bestandswohnungen bei 1,0 Prozent.

Mögliche Auswirkungen der Corona-Pandemie

Die Baufinanzierungszinsen sind günstig, deshalb wollen viele in Würzburg ein eigenes Haus oder eine Stadtwohnung kaufen. Doch dann kam Corona: Lockdown, Wirtschaftskrise und Geldruckorgien. Zum heutigen Zeitpunkt trotzen die Preise für Wohnungen und Häuser allen wirtschaftlichen Verwerfungen und steigen trotz des Wirtschaftseinbruchs weiter. Aber wie lange noch? Das fragen sich sicherlich einige. Fest steht: Die Corona-Pandemie hat den Immobilienmarkt in dem Sinne geändert, dass auf einmal keine Wohnungsbesichtigungen, Kundengespräche oder Notartermine mehr möglich waren. Viele Makler und institutionelle Immobilienanbieter haben in dieser Zeit Angebote vom Markt nehmen müssen, da sie nicht mehr handlungsfähig waren.

Tatsächlich hat sich aber zum heutigen Zeitpunkt gezeigt, dass diese Art der Folgen der Corona-Krise nur vorübergehend waren. Bereits nach der Lockerung der Beschränkungen wurde nach der Einschätzung von Immobilienexperten wieder der Ausgangszustand erreicht und es war im Grund der gleiche Markt wie vorher vorzufinden. Mittel- und langfristig bleibt aber abzuwarten, in welchem Maße sich Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und die weiteren schwerwiegenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt beziehungsweise die gesamtwirtschaftliche Lage auswirken und ob sie vielleicht zu einer preisdämpfenden Entwicklung führen.

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