Stadttaube in der Innenstadt. Foto: Jessica Hänse
Stadttaube in der Innenstadt. Foto: Jessica Hänse

Eilantrag: Corona-angepasstes Taubenmanagement gefordert

Wer kennt es nicht: Man isst in der Innenstadt eine Brezel, und in einem kurzen unaufmerksamen Moment fällt ein Stück zu Boden. Ein Glück für die zahlreichen Stadttauben, die sich sofort um das herabgefallene Gebäck versammeln und sich darum reißen – so sieht zumindest der Ernährungsplan vieler dieser Vögel in Würzburg aus. Nicht aber in der Corona-Zeit: Da die Tauben derzeit kaum Futter finden würden, fordert die Grüne Fraktion in einem gemeinsamen Eilantrag mit anderen Stadtratsmitgliedern eine vermehrte artgerechte und fachkundige Fütterung an festgelegten Plätzen.

Ausnahmegenehmigung für Futterplätze

Die Fütterung soll hierbei durch die Bürgerinitiative „Mensch und Taube“ (BI META) übernommen werden. Von ihr kam auch der Impuls für den Eilantrag, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen. Für die hierzu notwendigen Futterplätze soll die Stadtverwaltung eine Ausnahmegenehmigung erteilen, die für die Dauer der Pandemie und ihren Auswirkungen gültig sein soll. Vorgeschlagen werden hierfür von der BI META die Nähe von Juliuspromenade, Sternplatz und der Residenz.

Tiere bereits stark unterernährt

Dadurch ließe sich nicht nur die Taubenpopulation beobachten, auch das „Betteln“ nach Futter könne hierbei unterbunden werden, heißt es. Zwar gebe es schon zwei Standorte (Quellenbachparkhaus und Rathaus), an denen regelmäßig gefüttert wird, allerdings seien dort nur 500 der insgesamt 2.000 Stadttauben gebunden. Die anderen „1.500 Tauben verzehren im normalen Alltag Lebensmittelreste und betteln die Passanten an, was weder gesund noch artgerecht ist, aber das Überleben sichert“, so die Aussage der Grünen. Da die Innenstadt durch den Lockdown nicht besonders gut besucht wurde, seien einige Tiere bereits stark unterernährt, krank oder verhungert.

Fütterungsverbot in der Innenstadt

Stadträtin Silke Trost: „Diese gezielte Aktion im Sinne des Taubenmanagements soll nicht das Tauberfütterungsverbot aufweichen und auch kein allgemeiner Aufruf an die Bevölkerung sein, ab sofort die Tauben zu füttern! Die artgerechte Fütterung sollte ausschließlich durch fachkundige Personen an festen Orten stattfinden, denn nur dann können wir unser Ziel erreichen, eine kontrollierte, überschaubare und gesunde Population zu erhalten.“ Seit 2009 ist das Füttern von Tauben verboten – so kann ein Verstoß mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 € geahndet werden.

Stadtrat Konstantin Mack weist darauf hin: „Etliche Städte haben diese Ausnahmegenehmigung bereits erlassen. Auch die bekannte Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz rät dringend dazu – zum Besten für Mensch und Tier.“ Dabei weisen die Grünen noch einmal darauf hin, dass es sich bei den Stadttauben um verwilderte Haustauben handelt, die von Menschen gezielt gezüchtet und gehalten wurden.

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