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Daniel hat den Obdachlosen Stefan in der Schustergasse getroffen. Foto: Daniel Ganzer / SpotXPhotography
Daniel hat den Obdachlosen Stefan in der Schustergasse getroffen. Foto: Daniel Ganzer / SpotXPhotography

Gastbeitrag: Auch Obdachlose sind Menschen wie Du und ich

Gastbeitrag von Daniel Ganzer. 

Ich möchte eine Erfahrung teilen, die ich am vergangenen Samstag (13.02.2021) gemacht habe.

Auf Fototour in Würzburg

Heute war ein guter Tag! Zwar noch sehr kalt, aber tolles Wetter und kein Stress. Also habe ich mich entschieden, meine Kamera einzupacken und in unser schönes Würzburg zu fahren, um zum ersten Mal ein bisschen „Streetfotografie“ auszuüben.

Gesagt, getan.

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Ich fuhr mit dem Zug in die Stadt, habe mir einen Kaffee am Bahnhof geholt und bin losgelaufen, ohne ein bestimmtes Ziel. Ein tolles Gefühl bei diesem sonnigen Wetter ganz ungezwungen unterwegs zu sein und sich seinem Hobby hinzugeben. Anfangs war alles natürlich noch ein wenig ungewohnt so „planlos“ zu fotografieren, nach den ersten zwei bis drei Bildern lief dann aber alles ganz entspannt.

„Er war obdachlos“

Nach einiger Zeit hat mich mein Weg in die Schustergasse geführt, ein toller Ort in Würzburg, wo ich dann einen Mann am Ende der Gasse sitzen sah. Er war obdachlos.

Ich entschloss mich, ihm etwas Gutes zu tun bei diesen Temperaturen, also bin ich in den nächsten Bäcker und habe einen heißen Kaffee und etwas zu essen für ihn gekauft. Als ich ihm die Sachen dann brachte, kam ich mit ihm ins Gespräch. Wir redeten und redeten, schließlich hat sich das Gespräch auf knappe eineinhalb Stunden erstreckt. Ein tolles und erfrischendes Gespräch, allerdings auch mit vielen ernsten Themen.

Erschreckende Erkenntnis

Während unseres Gesprächs habe ich die ganze Situation mal beobachtet, wie alles überhaupt so abläuft und wie die Menschen sich verhalten und reagieren. Mit erschreckender Erkenntnis.

Der Mann auf dem Bild ist Stefan, er ist 52 Jahre jung und obdachlos. Ich möchte auf die Hintergründe seiner Situation, die ich in unserem Gespräch ebenfalls erfahren habe, hier gar nicht weiter eingehen. Stefan ist ein wirklich guter und ehrlicher Mensch. Er selbst sagte zu mir: „Daniel, mir kommt es doch gar nicht darauf an, ob und wie viel Geld am Ende des Tages in meinem Becher ist, ich würde mir nur manchmal etwas mehr Verständnis für die Situation, Beachtung und weniger Verachtung von den Menschen wünschen.“

Mich hat es schockiert zu hören und auch selbst zu sehen, wie blind die Leute an ihm vorbeigingen. Es hat mir von Herzen leid getan und tut es weiterhin. Es ist doch nichts falsch daran um Hilfe zu bitten!

Unterstützung für Obdachlose in Würzburg

„Menschen wie Du und ich“

Stefan ist nicht der Einzige, dem es so geht und der so behandelt wird. Es ist ein allgemeines Problem in unserer Zeit. Ich kann nur an alle Leute appellieren und alle bitten:

MACHT DIE AUGEN AUF !!!!

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Das sind auch Menschen wie Du und ich, nur dass sie aktuell in einer schwierigen Lage sind. Jeder kann helfen, selbst wenn es nur eine kleine Geste ist, zeigt ihnen einfach, dass ihr sie seht und sie nicht alleine sind!

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de
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