Polizeibeamte am Faschingszug. Symbolfoto: Pascal Höfig
Polizeibeamte am Faschingszug. Symbolfoto: Pascal Höfig

Demo unter dem Deckmantel eines Faschingszuges angekündigt

Für den heutigen Montag, 15. Februar, der Rosenmontag, wurde laut Berichten der Stadt Würzburg eine Demonstration in der Innenstadt angezeigt. Es handele sich dabei um einen Aufzug im Sinne des Versammlungsgesetzes, heißt es, weil sich die Demonstration auch fortbewegt. In der Innenstadt werde es daher in der Zeit zwischen 15.30 Uhr und 18.30 Uhr zu Verkehrsbehinderungen kommen. Die Teilnehmer wollten die Demo wie eine Art Faschingszug aussehen lassen, was vor allem von OB Schuchardt scharf kritisiert wird.

Kein Faschingszug!

Stadt und Polizei erklären aber ausdrücklich, dass es sich bei dieser Demonstration nicht um einen Faschingsumzug oder eine Ersatzveranstaltung für einen Faschingszug handelt und appellieren an alle Versammlungsteilnehmer, die Corona-Regeln und die Auflagen aus dem Versammlungsbescheid konsequent einzuhalten.

Kostümierung konnte nicht untersagt werden

Der Versammlungsleitung wurde zudem in einem Erörterungsgespräch mitgeteilt, dass die bloße Demonstration im Erscheinungsbild nicht den Eindruck erwecken darf, die in der Gesamtwirkung an einen Faschingsumzug oder ein traditionelles Faschingstreiben als Brauchtum erinnern, so die Stadt. Aus diesem Grund waren verschiedene „Kundgebungsmittel“ vom Veranstalter zurückzunehmen oder waren behördlich untersagt: Es werden keine Motivwägen mitgeführt, es ist jede hergebrachte Darbietung üblicher Faschings- oder Schunkelmusik untersagt und es dürfen keine Süßigkeiten oder Bonbons oder ähnliches ausgeworfen werden.

Auch ist im Rahmen der gesamten Demonstration der Konsum alkoholischer Getränke untersagt, heißt es weiter. Ordner seien zu kennzeichnen und ohne jede Kostümierung einzusetzen. Eine Kostümierung der Teilnehmer konnte leider nicht untersagt werden, berichtet die Stadt.

„Instrumentalisierung des Faschings“

Auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt äußerte sich zur geplanten Demo, die offenbar unter dem Deckmantel eines Faschingsumzuges stattfinden sollte: „Alle Narren unserer Faschingsvereine und -gilden sind gezwungen, auf ihre Faschingsumzüge in der Pandemiezeit zu verzichten. Ich halte daher den Versuch, der Gruppierung ‚Eltern-stehen-auf‘, unseren traditionellen Faschingsumzug zu vereinnahmen, für übergriffig. Sie missbrauchen traditionelles Brauchtum für ihre Zwecke und wollen in Kostümen politische Stimmung machen. Diese Instrumentalisierung des Faschings durch den gewählten Tag und die Form hinterlässt einen sehr, sehr schalen Beigeschmack.“

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