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Die Anspannung steht Suse Spanheimer ins Gesicht geschrieben. Foto: Suse Spanheimer
Die Anspannung steht Suse Spanheimer ins Gesicht geschrieben. Foto: Suse Spanheimer

Wir fragen Suse: Wie es ist als Laufsportlerin auf der ganzen Welt?

Abschalten, den Kopf frei kriegen, neue Kraft schöpfen – jeder hat dafür seine eigenen Methoden. Bei Suse ist es das Laufen. Als Ausgleich zu ihrem kreativen Beruf läuft die Randersackerin aber nicht bloß einfach so: In den letzten drei Jahren hat sie unter anderem den Boston und Tokio Marathon absolviert, so wie den Transalpine-Run, einem Etappenlauf über die Alpen und das auch noch sehr erfolgreich. Im Interview erzählt sie uns von ihren Erfahrungen, ihren liebsten Laufstrecken in Mainfranken und wie es mit der Gleichberechtigung im Laufsport aussieht.

Laufsport-Anfänge in Mainfranken

Würzburg Erleben (WE): Hallo Suse, stell dich doch einmal kurz vor.

Suse: Mein Name ist Suse, ich wohne in Randersacker und bin Marathon- & Trailläuferin. Laufen ist für mich Leidenschaft und der perfekte Ausgleich zu meinem Arbeitsalltag in der Agentur. Frische Luft und Rennen bringen mich auf neue Ideen und machen den Kopf frei.

Würzburg Erleben (WE): Wie hat alles angefangen? Wie kamst du zum Laufsport?

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Suse: Von Kindesbeinen an war ich sehr aktiv und lebhaft. In meiner Kindheit war ich beim TSV Biberach in der Leichtathletik. Ich war zu klein für den Hochsprung, aber flink & schnell auf der Bahn. In den Ferien war ich meistens in den Bergen oder bin auf dem Gaffenberg in Heilbronn durch die Wälder geflitzt.

WE: Wo läufst du am liebsten in Unterfranken? Und gibt es eine Strecke in/um Würzburg, mit der du etwas Besonderes verbindest?

Suse: Ich laufe am liebsten in den Weinbergen von Randersacker und in der Annaschlucht. Das Steinbachtal eignet sich super für Berganläufe. Mit dem MTUT (Maintal Ultratrail) in Veitshöchheim verbinde ich meinen ersten Trail-Wettkampf und damit den Startschuss in den Traillauf.

Suse beim Laufen in den heimischen Weinbergen. Foto: Suse Spanheimer

Suse beim Laufen in den heimischen Weinbergen. Foto: Suse Spanheimer

Die Mischung macht’s

WE: Du bist nicht nur Straßenläuferin, sondern auch Trailläuferin. Was begeistert dich an den beiden Varianten?

Suse: Auf der Straße kann man einfach laufen und den Kopf ausschalten. Trail Running ist sehr abwechslungsreich. Bergauf kommt man an sein Limit, im Downhill (bergab führende Strecke) kann man sich erholen und neue Kraft schöpfen, muss aber trotzdem in jedem Moment wachsam sein. Wetterbedingungen ändern den Untergrund täglich und das macht die Strecken technisch anspruchsvoll. Man erreicht also ständig neue Grenzen und hinter jedem Hügel wartet eine neue Herausforderung.

 

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Erfolge und neue Herausforderungen

WE: Du hast in den letzten 3 Jahren viele Wettkämpfe erfolgreich absolviert. Im letzten Jahr u.a. mit deiner Partnerin den Transalpine-Run als Erstplatzierte in der Teamwertung Frauen. Was ist das für ein Gefühl? Habt ihr damit gerechnet? 

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Suse: Der Transalpine-Run ist ein Etappenlauf, bei dem man in Zweier-Teams in acht Tagen die Alpen überquert.  Es war definitiv das härteste aber zugleich schönste Trail Running-Event meines Lebens. Unser Ziel war es den TAR zu finishen und dabei so viel Spaß, wie möglich zu haben. Am Ende standen für uns acht Etappensiege und ein Vorsprung von 4:02:29 Stunden zu Buche. Das war für uns beide unfassbar und wir hätten nicht damit gerechnet. Der Zieleinlauf in Sulden am Ortler war emotional und voller Glückstränen.

WE: Wie kam es dazu, dass du auch international an Wettkämpfen teilgenommen hast wie dem Boston und Tokio Marathon?
Suse: Das Laufen an einem fremden Ort, in einer völlig anderen Zeitzone und mit neuen Bedingungen ist eine tolle Herausforderung. Bei meinem ersten Marathon in Hamburg hatte ich direkt die Qualifikationszeit, um bei den 6 Marathon Majors (Tokio, Boston, London, Berlin, Chicago, New York) zu starten. Es ist eine tolle Möglichkeit Land und Leute kennenzulernen und sich im Anschluss mit einem Urlaub zu belohnen.

Alpenüberquerung im Zweier-Team. Foto: Suse Spanheimer

Das Ziel des Transalpine-Runs. Suse und ihre Teamkollegin Ida-Sophie Hegemann. Foto: Suse Spanheimer

Vorurteile und Gleichberechtigung im Laufsport

WE: In einer Podcast-Folge der #TrailTypen erzählst du, dass du als Frau im Laufsport oft mit Vorurteilen zu kämpfen hast und hattest. Was für Veränderungen würdest du dir diesbezüglich im Laufsport wünschen?

Suse: Ich bin für Gleichberechtigung auf und abseits von Trails. Bei der Berichtserstattung und den Preisgeldern haben wir hier definitiv noch einen Ultralauf vor uns, aber die Schuhe sind schon geschnürt und die ersten Schritte sind getan.

Mehr von Suses Erfahrungen und ihren Erlebnissen hört ihr in der Podcast-Folge bei den Trailtypen.

WE: Was möchtest du Läuferinnen mit auf den Weg geben, denen es vielleicht genauso geht?

Suse: Who run the world? Girls!

Zukünftige Laufziele

WE: Hast du eine persönliche Wunschliste von Läufen oder Strecken, die du noch absolvieren willst?

Suse: Auf der Straße möchte die Six Majors noch fertig laufen: New York, Chicago, London und Berlin fehlen mir noch. Außerdem steht der Polar Night Marathon in Norwegen und der Spitzbergen Marathon noch auf meiner Liste. Aber das Schöne am Laufen ist: man kann es immer und überall und es läuft auch nichts davon.

Unsere Rubrik „Wir fragen…“

In unserer Rubrik „Wir fragen…“ stellen wir Würzburger Persönlichkeiten aus den verschiedensten Lebensbereichen vor und fragen sie nach ihren Erfahrungen. Wen wolltet ihr schon immer mal etwas Bestimmtes fragen? Schreibt uns per Mail an redaktion@wuerzburgerleben.de oder kommentiert unter unserem Facebook-Posting!

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