Annette Messerer (m., Leiterin des Fachbereichs Tiefbau und Verkehrswesen) mit Oberbürgermeister Christian Schuchardt (li.) und Baureferent Benjamin Schneider (re.) in der Siligmüllerstraße, wo unter Einsatz von Großbohrern die Arbeiten begannen. Foto: Claudia Lother
Annette Messerer (m., Leiterin des Fachbereichs Tiefbau und Verkehrswesen) mit Oberbürgermeister Christian Schuchardt (li.) und Baureferent Benjamin Schneider (re.) in der Siligmüllerstraße, wo unter Einsatz von Großbohrern die Arbeiten begannen. Foto: Claudia Lother

Ersatzneubau Siligmüllerbrücke: Arbeiten haben begonnen

Was sich rund um den östlichen Bereich des Hauptfriedhofs tut, kann getrost als Großbaustelle bezeichnet werden. Nach etwa einem viertel Jahrhundert wird nun eine Lücke im Würzburger Verkehrsnetz geschlossen. Denn es haben die Bauarbeiten für die neue Siligmüllerbrücke begonnen, so berichtet die Stadt Würzburg.

Bodenaushub fasst drei Schwimmbecken

Nicht nur aufgrund der zeitlichen Dimension ist dies beachtlich. Die räumliche Dimension beeindruckt ebenfalls. Das beauftragte Ingenieurbüro Maier bereitet gerade gemeinsam mit der Baufirma Züblin den Baugrubenverbau vor. Der gesamte Bodenaushub wird etwa 9.000 Kubikmeter fassen, das Sportschwimmbecken im Dallenbergbad würde dreimal dort hineinpassen.

Brücke Rottendorfer Straße als nächste dran

Auch wenn das Würzburger Verkehrsnetz über 25 Jahre lang ohne die Siligmüllerbrücke zurechtkam, ist der Neubau essenziell wichtig für die Zukunft. Denn die Brücke Rottendorfer Straße muss direkt im Anschluss ebenfalls erneuert werden. „Die Siligmüllerbrücke wird dann die Lücke schließen“, so Oberbürgermeister Christian Schuchardt, „und wieder Teile des Verkehrs zwischen Innenstadt, Frauenland und Hubland über der Bahnlinie Würzburg-Treuchtlingen/Stuttgart aufnehmen.“ Die Siligmüllerbrücke wird für die Zeit der Instandsetzung der Brücke Rottendorfer Straße als Ausweichbrücke benötigt.

Gesamtkosten von fast 10 Millionen

Für die Erneuerung der Siligmüllerbrücke sind Gesamtkosten in Höhe von 9,9 Millionen Euro angesetzt. Da die wieder errichtete Brücke anschließend zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse im Übergang zwischen Altstadt und Frauenland dient, sind durch GVFG (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) und FAG (Finanzausgleichsgesetz) Fördermittel von etwa 5,6 Millionen Euro zugesagt.

Vertraglich vereinbart ist die Fertigstellung der neuen Siligmüllerbrücke für den Winter 2022/23. Ein Ende der Bautätigkeiten in diesem Bezirk bedeutet dies jedoch nicht: „Nach der Brücke Rottendorfer Straße planen wir die Erneuerung der Brücke Zeppelinstraße. Dies dürfte ab 2026 der Fall sein“, schätzt Baureferent Benjamin Schneider.

Zahlen rund um den Neubau

Auch der Bauverlauf ist spannend: „Bis zur Fertigstellung der neuen Siligmüllerbrücke werden neben dem eigentlichen Brückenneubau zwei Stützmauern benötigt“, erklärt die Leiterin des Fachbereichs Tiefbau und Verkehrswesen, Annette Messerer. Neben dem Stadtring Süd / Waltherstraße wird zur Sicherung und Abstützung eine 50 Meter lange Winkelstützwand errichtet, auf der gegenüberliegenden Seite im Bereich der Konradstraße eine aufgelöste Bohrpfahlwand mit 16 Metern Länge. Die gesamte Fläche der Siligmüllerbrücke wird etwa 560 Quadratmeter betragen, die Stützweite 42,50 m. Auf einer Länge von 1.800 Metern werden Bohrpfähle für die Sicherung der Baugrube eingetrieben und schließlich 3.200 Kubikmeter Beton eingebaut. 520 Tonnen Betonstahl werden die Brücke tragen.

Radweg, Gehweg und neue Bäume

Zur gesamten verkehrlichen Neuordnung rund um die neu zu erstellende Siligmüllerbrücke war bereits im Frühjahr 2019 die Johann-Sperl-Straße abgebrochen worden. Diese hatte verkehrstechnisch seit Öffnung des Greinbergknotens 1993 keine Rolle mehr gespielt. Diese einstige Zufahrt zur Siligmüllerbrücke wird einem Zweirichtungsradweg, einem Gehweg im Grünen und 30 neu gepflanzten Bäumen weichen.

Hier wird es wieder Grün: (v.li.) Tiefbau-Chef Jörg Roth, OB Christian Schuchardt, Axel Heer (Brücken- und Ingenieurbau, FA Tiefbau Stadt Würzburg). Foto: Claudia Lother

Hier wird es wieder Grün: (v.li.) Tiefbau-Chef Jörg Roth, OB Christian Schuchardt, Axel Heer (Brücken- und Ingenieurbau, FA Tiefbau Stadt Würzburg). Foto: Claudia Lother

Der Radweg wird die Radachsen 1 (Sanderau-Hubland-Gerbrunn) und 3 (Zellerau- Röntgenring-Nürnberger Straße-Rottendorf) verbinden. Auch ein neuer Eingang zum Hauptfriedhof wird dort angelegt werden. Ein Treppenzugang wird die Siligmüllerbrücke mit dem Geh- und Radweg entlang des Hauptfriedhofs im Bereich der abgebrochenen Johann-Sperl-Straße verbinden.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg.

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