Top gestylt und frisch geschnitten - nicht nur die Profis der Kickers haben die Haare schön. Foto: Silvia Gralla
Top gestylt und frisch geschnitten - nicht nur die Profis der Kickers haben die Haare schön. Foto: Silvia Gralla

Fesche Frisuren trotz Lockdown: Gehen Kickers heimlich zum Friseur?

Undercut auf zwei Millimeter getrimmt, saubere Kanten, perfekt geschnittenes und gestyltes Deckhaar. So sehen gerade – mitten im anhaltenden Lockdown – nicht nur einige Spieler der Würzburger Kickers aus. Nahezu der gesamte Profifußball der ersten drei Ligen hat die Haare schön. Wie kann das in einer Zeit sein, in der Friseure ihre Tätigkeit aufgrund der Pandemie nicht ausüben dürfen?

Frisieren hier Profis?

Den Umstand kritisiert auch der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. In einem offenen Brief, der an den Deutschen Fußball-Bund gerichtet ist, heißt es: „Mit großer Verwunderung mussten wir daher an den vergangenen Spieltagen feststellen, dass ein Großteil der Fußballprofis sich mit frisch geschnittenen Haaren auf dem Platz präsentierte.“ Man habe eine Menge einrasierte Scheitel und saubere Konturen gesehen. Kurzum: „Frisuren, die nur professionelle Friseurinnen und Friseure mit Profi-Equipment schneiden können.“

Eine ganze Branche komme damit in Verruf. „Der Unmut gegenüber top gestylten Fußballern, und in der Folge Kundenanrufen, die zu Schwarzarbeit und Regelverstößen wie Hausbesuchen überreden wollen, wächst“, schreibt der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks.

Keine Auskunft zu Kickers-Frisuren

Kommt es im Lager der Würzburger Kickers zu Schwarzarbeit von Friseuren? Die Pressestelle der Kickers möchte sich auf Anfrage der Redaktion zum Sachverhalt nicht äußern.

Knapp fallen auch die Antworten der beiden anderen fränkischen Profivereine, dem 1. FC Nürnberg und der Spielvereinigung Greuther Fürth aus. „Unsere Spieler verhalten sich vorbildlich. Sie halten sich alle an die Regeln“, wird Christian Bönig, Medienchef der Nürnberger Zweitligisten auf nordbayern.de zitiert. Eine ähnliche Antwort gibt es auch aus der unmittelbaren Nachbarschaft aus Fürth. Hier werden die Anzweifelungen des Friseurverbandes eher als populistisch empfunden.

Beratungsgespräche bei Nürnberger Coiffeur

Und bei den ausführenden Friseuren selbst? In Nürnberg äußerte sich Soner Postalli gegenüber den Nürnberger Nachrichten, der einige der Spieler aus Nürnberg und Fürth in der Regel hübsch macht. Er habe zwar Anfragen erhalten, diese seien aber eher beratend gewesen.

Legen Frauen und Freundinnen Hand an?

Wie kommt es also, dass die Frisuren der Profifußballer so gut und frisch geschnitten aussehen, während die Friseure untätig Zuhause sitzen müssen? Darauf meint Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Spielergewerkschaft VdV, eine Antwort zu haben. Er sagte sinngemäß gegenüber den Nürnberger Nachrichten, dass oft auch innerhalb der Familie, also Ehefrauen und Freundinnen, sowie innerhalb der Mannschaft und des Betreuerteams Personen ein Talent für Haarstyling hätten.

Artikel erschien zuerst auf mainding.de.

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