Die Würzburger Sängerin E.L L.I. Foto: E.L L.I
Die Würzburger Sängerin E.L L.I. Foto: E.L L.I

Interview: Würzburgerin E.L L.I veröffentlicht neuen Song

Wollen sich Leute wirklich in schweren Zeiten unterstützen, oder sind das alles nur leere Worte? Mit dieser Frage setzt sich die Würzburger Sängerin E.L L.I in ihrem neuen Song „Dieser eine Tag“ auseinander. Die Musikern hat bereits 2018 über ihre musikalische Karriere gesprochen, jetzt stellt sie ihren neuen Song vor und verrät uns mehr über die Beweggründe und die Message dahinter.

Würzburg ist und bleibt Zuhause

Würzburg erleben (WE): Vor zwei Jahren haben wir bereits ein Interview mit Dir geführt – was hat sich seitdem bei Dir getan?

E.L L.I: Ich schließe 2021 mein Musikstudium ab und bereite mich auf die Abschlussprüfungen und Konzerte vor. Das Projekt E.L L.I entwickelt sich stetig weiter. Ich habe die zwei Jahre intensiv genutzt, um meinen eigenen Sound zu suchen (sowohl stimmlich als auch musikalisch), bei dem mir Freunde, meine Gesangstrainerin und auch die Jungs vom Produzententeam ZONKEY STUDIOS aus Wien geholfen haben. Aber mein Motto ist: Man lernt nie aus – von daher, wird es nie still um mich. Musik ist wie Therapie für mich, auf eine unfassbar ehrliche Art.

Die Würzburger Sängerin E.L L.I liebt die Musik. Foto: E.L L.I

Die Würzburger Sängerin E.L L.I liebt die Musik. Foto: E.L L.I

WE: Hat sich etwas an Deinem Bezug zu Würzburg geändert?  

E.L L.I: Würzburg bleibt auf jeden Fall mein Zuhause, aber ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich mich inzwischen in Wien richtig wohlfühle und mir sehr gut vorstellen kann mein Leben in dieser Stadt zu verbringen. Da ich mein Eventduo-Projekt jetzt auch nach Wien verlegt habe, komme ich doch seltener nach Würzburg. Es kommt immer darauf an, was familiär oder kulturell ansteht, aber insgesamt hat sich die Häufigkeit der Heimreisen schon deutlich reduziert. Trotzdem versuche ich immer meine engsten Freunde zu sehen, mit ihnen Zeit zu verbringen und etwas zu unternehmen. Corona hat es jedoch dieses Jahr einem leider nicht leicht gemacht.

Frage an Gesellschaft

WE: Wie bist Du auf die Idee zu Deinem neuen Song „Dieser eine Tag“ gekommen? 

E.L L.I: Die Single „Dieser eine Tag“ ist eine Frage an die Gesellschaft. Ich habe ihn Anfang März dieses Jahres geschrieben, als es mit Corona losging. Da war alles so unsicher und das hat mich an mehrere Situationen in meinem Leben erinnert, in denen mir vieles hoffnungslos erschien und ich mich gefragt habe, ob das überhaupt irgendjemanden da draußen interessiert, wie es einem eigentlich tief drinnen geht. MICH interessiert einfach, ob Leute sich in wirklich schweren Zeiten unterstützen, oder ob alles immer nur Worte sind? Das kann wahrscheinlich jeder Einzelne nur sich selbst ehrlich beantworten. Wir haben aus einer anfänglichen Idee einen tollen Song gemacht, finde ich. Wir haben da wirklich intensiv rumgewerkelt und ich habe einiges an Erfahrung, was Studio und Produktion betrifft mitnehmen, können. Das macht mich unglaublich happy.

WE: Warum hast Du diesen Titel gewählt?

E.L L.I: Ich habe den Titel schon beim Songwriting vom ersten Chorus gewählt. Das mache ich eigentlich fast immer. Ich glaube, viele Menschen kennen es: wenn einem alles über den Kopf wächst, es einem alles zu viel wird und man ausbrechen möchte, es aber nicht so richtig schafft. Manchmal wiederholen sich solche Situationen im Leben auch und man befindet sich in so einer Spirale. Man weiß ganz genau: „oh oh, wenn es so weiter geht, kommt der Punkt wieder, ich muss was tun!“

Das Coverfoto des neuen Songs "Dieser eine Tag". Foto: E.L L.I

Das Coverfoto des neuen Songs „Dieser eine Tag“. Foto: E.L L.I

WE: Was möchtest Du mit diesem Song ausdrücken?

E.L L.I: Der Song soll einerseits Mut machen und zeigen, dass es einigen Leuten oft so geht und man damit nicht allein ist. Es gibt nun mal negative Emotionen im Leben, die einen aber auch weiterbringen können, wenn man sich traut genauer hinzusehen und man anfängt, sich mit den eigenen Schwächen und Problemen auseinander zu setzen. Der Song zeigt für mich den Tiefpunkt, den Zerfall, das Verlorene. Jedoch aus diesen Situationen im Leben geht man oft stärker hervor, wenn man sich damit konfrontiert.

Streaming kein Ersatz für echte Konzerte

Das Coverfoto für das Musikvideo zum neuen Song. Foto: E.L L.I

Das Coverfoto für das Musikvideo zum neuen Song. Foto: E.L L.I

WE: Durch Corona können aktuell keine Auftritte stattfinden. Hast Du Alternativen geplant?

E.L L.I: Ich muss sagen, ich bin kein Fan von kostenlosen Livestreams. Ich bin der Meinung, das fördert nicht gerade das Bewusstsein der Menschen, dass Musik und alles, was Kunst betrifft, harte Arbeit ist, die man vielleicht nicht auf den ersten Blick sieht, die aber reingesteckt werden muss, um das Endprodukt in die Welt der Hörer und Zuschauer hinauszulassen.

 

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Klar, als noch unbekannter Musiker bieten Social Media Plattformen, wie Facebook oder YouTube, gute Möglichkeiten sich zu präsentieren und Reichweite zu erlangen, jedoch ersetzen sie in keinster Weise echte Konzerte, für die man eine Karte kauft, sich zurecht macht und hingeht. Das echte Gefühl zwischen Publikum und Musiker ist leider über den Bildschirm in der Form nicht möglich. Aber auch ich nutze die Zeit. Ich drehe kleine Videos auf TikTok und Instagram. Manchmal auch mit eigenen Songs. Einfach, weil es mir Spaß macht. Ab Sommer 2021 ist hoffentlich wieder mehr möglich und ich plane unter anderem auch Auftritte in Würzburg. Da wurde mir schon zugesagt, wenn es mehr Infos gibt. Da freue ich mich besonders drauf, wenn das klappt.

Große Pläne für die Zukunft

WE: Was sind Deine Pläne für die Zukunft? Wird es noch mehr Songs geben?

E.L L.I: Ja, es wird weitere Songs geben. Wahrscheinlich schon Anfang des Frühjahrs eine neue Veröffentlichung. Ich schreibe immer wieder, verwerfe viel, es ist einfach ein kreativer Prozess, der auch Geduld und Zeit braucht. Aber ich habe ein großes Ziel: Bis zum Ende des Frühjahrs Songs für zwei Sets zu haben, damit ich wieder auf der Bühne stehen kann. Mein Plan ist im Sommer meinen Bachelor zu bekommen. Eventuell hänge ich noch Musiktherapie dran, da mich das sehr interessiert. Aber prinzipiell ist mein Plan meine eigene Musik zu machen und an die Leute zu bringen.

Parallel würde ich gerne an der einen oder anderen Musikschule als Gesangslehrerin arbeiten, da ich wirklich vieles während dem Studium lernen konnte und mir das Spaß macht. Ich habe bereits Erfahrung im Unterrichten (sowohl Gesang, Laienchor als auch Anfänger am Klavier). Es ist ein echt cooler Job Leuten etwas zu zeigen und ihre Fortschritte zu sehen.

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