Symbolfoto Schule. Pascal Höfig
Symbolfoto Schule. Pascal Höfig

Landkreis schafft CO²-Ampeln für eigene Schulen an

Die Verunsicherung von Eltern, Schülern und Lehrern ist groß. Wie hoch ist die Gefahr von Covid-19-Infektionen in Klassenräumen? Stoßlüften wird immer wieder als wichtiges Mittel im Kampf gegen Covid-19 genannt. Der Landkreis Würzburg hat daher für die Schulen in seiner Trägerschaft insgesamt 220 CO²-Ampeln bestellt. Die Investition von rund 30.000 Euro wird durch den Freistaat Bayern gefördert.

Corona Update für Würzburg

An Lüften erinnern

Mit der Lieferung wird nach den Weihnachtsferien gerechnet. Dann können sämtliche Klassenzimmer sowie weitere Räume (Lehrerzimmer etc.) am Deutschhaus-Gymnasium, am Gymnasium Veitshöchheim, an den beiden Realschulen in Ochsenfurt und Höchberg sowie an der Rupert-Egenberger-Schule an ihren vier Standorten in Veitshöchheim, Höchberg, Sommerhausen und Gelchsheim mit diesem technischen Hilfsmittel ausgestattet werden, das an regelmäßiges und gründliches Lüften erinnert. Laut einer Untersuchung hessischer Wissenschaftler ist das Stoßlüften in Schulen um ein Vielfaches wirksamer als der Einsatz von Luftfiltergeräten.

CO2-Belastung anzeigen

Die CO2-Ampeln geben einen Hinweis, wenn sich die Luftqualität verschlechtert. Sie messen in Räumen die Konzentration von Kohlendioxid und zeigen an, wann gelüftet werden sollte. Denn wo viel ausgeatmet wird, steigt der CO2-Spiegel und mit ihm die Aerosolkonzentration. Nach aktuellen Forschungsergebnissen stehen CO2-Belastung und Virenlast in einem Zusammenhang.

„Als wesentliches Resultat zeigte sich, dass die Stoßöffnung aller Fenster über drei Minuten bei Außentemperaturen von 7 bis 11 Grad Celsius die eingebrachte Konzentration an Aerosolen bis zu 99,8 Prozent senkte“, heißt es in der Mitteilung der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Gießen zu der Analyse.

Kälte ein Problem

Landrat Thomas Eberth zeigt sich erfreut, dass der Landkreis mit der Beschaffung der CO²-Ampeln einen weiteren Beitrag im Kampf gegen die Corona-Pandemie leisten kann: „Mir ist es wichtig, dass wir die Schülerinnen und Schüler an unseren Schulen bestmöglich schützen und die CO²-Ampeln leisten hierzu einen wertvollen Beitrag. Auch wenn viele die Kälte im Raum problematisch finden, neueste Untersuchungen zeigen, dass dies kein Problem darstellt,“ erläutert der Landrat.

Die Forscher untersuchten nämlich, wie sehr sich der Klassenraum durch das Stoßlüften abkühlte. Nach einem kurzen Temperaturverlust von bis zu 6 Grad stabilisierte sich die Raumtemperatur schnell wieder. Nach vier bis sechs Minuten lag die Temperatur nur noch ein Grad unter dem Ausgangswert. In einem belebten Klassenzimmer geht dies noch schneller.

Empfehlung des Umweltbundesamtes

Innenräume regelmäßig und gründlich lüften – das empfiehlt auch das Umweltbundesamt (UBA), um das Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion zu reduzieren. Besonders relevant ist diese Aussage vor dem Hintergrund, dass die Schulen in voller Klassenstärke unterrichten und der Präsenzunterricht von der 1. bis zur 7. Jahrgangsstufe nach dem Willen der Bayer. Staatsregierung aufrechterhalten werden soll.

Deshalb sollte auch in den Klassenräumen für eine möglichst hohe Zufuhr von Frischluft gesorgt werden, ungeachtet anderer Schutzmaßnahmen wie dem Einhalten von Mindestabständen oder dem Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Konsequentes Lüften könne das Risiko für Ansteckungen deutlich reduzieren, aber keinen hundertprozentigen Schutz bieten, heißt es in der Stellungnahme der „Kommission Innenraumlufthygiene“ am UBA.

„Nun ist klar, wenn die Ampel auf ‚Orange‘ steht, heißt es Fenster auf und lüften,“ so auch Martin Umscheid, Leiter der Hochbau-, Grundstücks- und Schulverwaltung am Landratsamt Würzburg.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Landratsamt Würzburg.

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