Fotografin und Grafikdesignerin Yasemin Ikibas aus Würzburg hat auch dieses Jahr Hunde für den Wü Dogs Kalender in Szene gesetzt. Foto: Yasemin Ikibas
Fotografin und Grafikdesignerin Yasemin Ikibas aus Würzburg hat auch dieses Jahr Hunde für den Wü Dogs Kalender in Szene gesetzt. Foto: Yasemin Ikibas

Wir fragen Yasemin: Tierliebhaberin bringt zweiten Wü Dogs-Kalender heraus

„Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos!“ Diese Meinung vertreten sicherlich auch viele Würzburger Hundeliebhaber. Ganz besonders ans Herz gewachsen sind die Fellnasen der Fotografin Yasemin Ikibas aus Würzburg, die bereits zum zweiten Mal den Spendenkalender „Wü Dogs“ gestaltet und produziert hat. Im Interview berichtet sich über den Ablauf eines Shootings, das Casting der Hunde und ihre weiteren Pläne.

Würzburg Erleben (WE): Stell Dich doch mal kurz vor!
Yasemin: Mein Name ist Yasemin Ikibas und ich bin Fotografin und Grafikdesignerin aus Würzburg. In meinem Beruf als Fotografin unterscheide ich mich allerdings ein wenig von meinen Kollegen. Meine Models haben vier Pfoten, eine feuchte Nase und ein großes Herz. Diese kindliche Freude, wenn ich einen Hund sehe, ist etwas, das sich hoffentlich nie ändern wird. Ihr habe ich es zu verdanken, dass ich heute Hundefotografin bin und ich könnte mir nichts schöneres vorstellen!

Das Cover des diesjährigen Wü Dogs Kalenders: Foto: Yasemin Ikibas

Das Cover des diesjährigen Wü Dogs Kalenders: Foto: Yasemin Ikibas

Vor zwei Jahren habe ich ein ganz besonderes Projekt gestartet und wenig später hat der erste Wü Dogs Spendenkalender zugunsten der Würzburger Tiertafel das Licht der Welt erblickt. In diesem Jahr geht er in die zweite Runde, um mit einem bunten Mix an Bildern durch das Jahr 2021 zu führen.

Die Auswahl an Models ist groß

WE: Wie wurden die Hunde für das diesjährige Shooting ausgewählt?
Yasemin: Im Laufe der Zeit durfte ich die verschiedensten Hunde kennenlernen und habe dadurch schon eine recht große Auswahl an Models. Oft sind es Vierbeiner, die schon einmal mit ihren BesitzerInnen vor meiner Kamera standen und bereits ein Fotoshooting bei mir hatten. In den meisten Fällen kenne ich die Hunde vor unserem Kalender Fotoshooting schon. Das ist mir auch sehr wichtig, damit ich weiß, dass die Hunde später keinen Stress haben und ich mich auf das Gesamtbild konzentrieren kann. Wer den ersten Kalender zuhause hat, wird sicher ein paar der Vierbeiner wiedererkennen!

WE: Wie lief das Shooting ab? Wie lange hat es gedauert, bis alle Fotos im Kasten waren?
Yasemin: Die Fotoshootings sind alle etwas unterschiedlich, schließlich muss ziemlich viel beachtet werden. Wann ist möglichst wenig an der passenden Location los, wann ist das Licht besonders schön, welcher Hund passt farblich in welche Location…. Außerdem ist vom Couchpotatoe über den großen Kuschelbär bis zum quirligen Balljunkie so ziemlich alles vertreten. Da ist es besonders wichtig, sich auf jeden Hund neu einzustellen.

Die Fotoshootings mit den Fellnasen liefen ganz unterschiedlich ab. Foto: Yasemin Ikibas

Die Fotoshootings mit den Fellnasen liefen ganz unterschiedlich ab. Foto: Yasemin Ikibas

2019 erschien der erste Kalender. Seitdem hatte ich immer mal wieder Notizen für mögliche Motive gemacht. Für die Planung hatte ich also genügend Zeit. In diesem Jahr sollten die Hunde aber etwas mehr im Fokus der Bilder stehen. Im Dezember letzten Jahres habe ich das erste Motiv in der Schustergasse aufgenommen um die weihnachtliche Stimmung einzufangen. Durch Corona stand die Umsetzung des Kalenders kurzzeitig auf der Kippe, aber ich habe mich doch dazu entschlossen die restlichen Motive alle im Juni/Juli aufzunehmen, damit der Kalender rechtzeitig fertig wird.

Einzigartige Hunde, einzigartige Geschichten

WE: Gehört einer der diesjährigen abgelichteten Hunde Dir?
Yasemin: Diese Frage höre ich öfter von Kunden und bekomme meistens einen Fragenden Blick, wenn ich antworte. Ich habe tatsächlich noch keinen eigenen Hund. Vielleicht, ganz vielleicht ist mein eigener Hund dann im neuen Kalender vertreten? Bis dahin nehme ich Vorlieb mit den Vierbeinern, die ich ablichten darf und die mich teilweise seit meinen fotografischen Anfängen oder ihrem Welpenalter begleiten. Ich finde es immer besonders schön, wenn es ein Wiedersehen mit den Hunden gibt und ich sie ein Stück auf ihrem Weg begleiten darf!

WE: Hast Du einen Lieblingshund aus dem Kalender?
Yasemin: Eine schwierige Frage! Alle Hunde im Kalender haben super mitgemacht und ich verbinde mit jedem von ihnen eine kleine Geschichte oder Anekdote.

Der Zwergdackel Bruno vor dem Falkenhaus. Foto: Yasemin Ikibas

Der Zwergdackel Bruno vor dem Falkenhaus. Foto: Yasemin Ikibas

Bruno der quirlige Zwergdackelmann, der es mit seinem Bild vor dem Falkenhaus auf das Cover geschafft hat, ist sicher einer von ihnen. Nicht nur, dass er mich jedes Mal sehr zum Lachen bringt wenn wir uns sehen, er zieht auch immer viele verliebte Blicke der Passanten auf sich.

Der Hundeherr Mato vor der Uni-Bibliothek am Hubland. Foto: Yasemin Ikibas

Der Hundeherr Mato vor der Uni-Bibliothek am Hubland. Foto: Yasemin Ikibas

Außerdem wäre da noch der süße Mato. Der ältere Hundeherr hat eine recht lange Leidensgeschichte und ist gezeichnet vom Leben. Mit seinen drei Beinen ist er aber direkt in mein Herz gehoppelt und findet mit seinem Kalendermotiv sicher noch weitere Fans!

Hundedame Josie vor dem FH-Gebäude am Hubland. Foto: Yasemin Ikibas

Hundedame Josie vor dem FH-Gebäude am Hubland. Foto: Yasemin Ikibas

Die Hündin, die ich am FH-Gebäude am Hubland fotografiert habe, ist Josie. Sie gehört einer guten Freundin von mir und ich kenne sie seit sie als kleiner Welpe in ihr neues Zuhause gezogen ist. Sie hat eine ganz tolle Ausstrahlung und begleitet mich schon lange auf meinem fotografischen Weg. Wenn wir uns sehen, hagelt es immer eine Menge feuchter Küsse!

Persönliche Note darf nicht fehlen

WE: Sind die Hundehalter immer dabei? Müssen die Hundehalter den Hund „positionieren“ oder machst Du das?
Yasemin: Das A und O bei jedem Fotoshooting ist Vertrauen (und gute Leckerchen)! Ohne die Hundehalter geht es deswegen nicht. In der Regel versuche ich den Besitzern zu erklären, was ich für ein Bild im Kopf habe. Das ist manchmal gar nicht so einfach! Meistens zeige ich, wo der Hund in etwa positioniert werden soll und ob er gegebenenfalls sitzen, stehen oder laufen soll. Dann übergebe ich das Zepter an die Hundehalter. Meist dauert es aber nicht lange, bis die Vierbeiner auch ihre eigenen Ideen einbringen. Aber das macht überhaupt nichts! Schließlich sind die Vierbeiner der Mittelpunkt der Bilder, da darf eine persönliche Note nicht fehlen!

WE: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus? Wird es weitere Kalender geben?
Yasemin: Aktuell arbeite ich noch an einem weiteren Herzensprojekt, in dem der Fokus komplett auf Hunden aus dem Tierschutz liegt. Diese Hunde sind wie Wundertüten. Vielfältig, unterschiedlich und keiner gleicht dem anderen. Sie stecken voller Überraschungen und man weiß nie, was man bekommt. Ich nenne sie „die bunten Hunde“. Aus den Portraits und Geschichten dieser besonderen Vierbeiner soll ein ganzes Buch entstehen und das beste daran ist: Jeder Vierbeiner mit Tierschutz-Hintergrund kann dabei sein! Ich freue mich also auf ganz viele Anmeldungen von Vierbeinern!

Der Golden-Retriever Lino am Marktplatz. Foto: Yasemin Ikibas

Der Golden-Retriever Lino am Marktplatz. Foto: Yasemin Ikibas

Je nachdem wie es zeitlich passt, wird es vielleicht schon im nächsten Jahr einen neuen Wü Dogs Kalender geben. Vielleicht erkunden die Wü Dogs dann auch den Landkreis? Noch gibt es keine konkreten Pläne, aber ich bin selbst schon gespannt, wohin mich die Reise mit den Wü Dogs führt! Eines ist aber sicher: Ich freue mich drauf!

Hier kann man den Kalender übrigens bestellen!

Unsere Rubrik „Wir fragen…“

In unserer Rubrik „Wir fragen…“ stellen wir Würzburger Persönlichkeiten aus den verschiedensten Lebensbereichen vor und fragen sie nach ihren Erfahrungen. Wen wolltet ihr schon immer mal etwas Bestimmtes fragen? Schreibt uns per Mail an redaktion@wuerzburgerleben.de oder kommentiert unter unserem Facebook-Posting!

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