Wohnungstüre. Symbolfoto: Pascal Höfig
Wohnungstüre. Symbolfoto: Pascal Höfig

Trickdiebe bestehlen älteres Ehepaar in Würzburg

Am Dienstag sind Trickdiebe unter einem Vorwand in die Wohnung eines älteren Ehepaars im Würzburger Stadtteil Sanderau gelangt. Während einer die Senioren ablenkte, entwendete ein anderer mehrere Wertgegenstände. Anschließend verschwanden die Täter in unbekannte Richtung. Die Kripo Würzburg ermittelt und bittet um Hinweise.

Unter Vorwand in Wohnung gelangt

Eine unbekannte Frau hatte an der Wohnungstür in der Neubergstraße geläutet und die Seniorin darum gebeten, ein Paket für die Nachbarn anzunehmen. Nachdem die ältere Dame dies abgelehnt hatte, bat die Fremde um einen Zettel. Unter diesem Vorwand gelangte sie in die Wohnräume, wo sie das Ehepaar vermutlich als Ablenkungsmanöver in ein längeres Gespräch verwickelte. Offenbar verschaffte sich in diesem Zeitraum ein Komplize oder eine Komplizin Zugang zur Wohnung, um Wertgegenstände zu entwenden. Der Gesamtbeuteschaden dürfte nach ersten Schätzungen im fünfstelligen Bereich liegen. Nach bislang vorliegenden Erkenntnissen muss sich der Diebstahl im Zeitraum zwischen 10.00 Uhr und 14.00 Uhr ereignet haben.

Täterbeschreibung

Nur von einer Person liegt eine Täterbeschreibung vor:

  • Weiblich
  • Knapp 60 Jahre alt, kurze Haare
  • Ca. 160 cm groß, kräftige Figur
  • Sprach Deutsch mit ausländischem Akzent
  • Trug eine dunkle Hose und eine weiße Bluse
  • Hatte orange-grün geblümtes Tuch bei sich

Polizei sucht Zeugen

Wer im Laufe des Dienstags im Bereich der Neubergstraße auf verdächtige Personen aufmerksam geworden ist, bei denen es sich um die Täter handeln könnte oder wer sonst sachdienliche Hinweise geben kann, die zur Aufklärung des Falles beitragen könnten, wird dringend gebeten, sich unter Tel. 0931/457-1732 mit der Kriminalpolizei Würzburg in Verbindung zu setzen.

Polizei warnt: „Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnungen!“

Von Trickdiebstählen aus Wohnungen sind meist ältere Menschen betroffen. Die Täter täuschen ihre Opfer, um sich Zutritt zu den Wohnräumen zu verschaffen und zu stehlen. Alle bekannten Täter-Arbeitsweisen lassen sich auf drei Grundmuster zurückführen:

  • Das Vortäuschen einer Notlage, die scheinbar eine Hilfeleistung oder Unterstützung durch das Opfer in der Wohnung erfordert.
  • Das Vortäuschen einer offiziellen Funktion, die den Täter vermeintlich zum Betreten der Wohnung berechtigt.
  • Das Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer, die eine Einladung zum Betreten der Wohnung nahe legt.

Betrugsmaschen

Beim Trickdiebstahl an der Haustür wenden die zumeist nicht deutschen Täterinnen und Täter unterschiedliche Maschen an. Hier nur einige Beispiele:

Glas Wasser-Trick
Täterinnen täuschen Schwan­ger­schaft, Übelkeit oder die Notwendigkeit einer Arzneimitteleinnahme vor und bitten um ein Glas Wasser.

Der Papier- und Bleistift-Trick
Täter oder Täterinnen wollen für angeblich nicht angetroffene Nachbarn eine Nachricht hinterlassen. Dazu fragen sie nach Schreibzeug sowie Papier und drängen auf eine Schreibunterlage in der Wohnung oder bitten das Opfer, die Nachricht selbst zu verfassen.

Der Blumen-, Paket- oder Geschenkabgabe-Trick
Täter oder Täterinnen wollen für angeblich nicht angetroffene Nachbarn Blumen, ein Geschenk oder – wie im vorliegenden Fall – ein Paket abgeben. Dabei drängen sie darauf, die Wohnung zu betreten, um beispielsweise die Blumen ins Wasser zu stellen.

Tricktäter sind erfinderisch und schauspielerisch begabt. So denken sie sich immer neue Maschen aus, die nie vollständig aufzuzählen sind.

Aus diesem Grund rät das Polizeipräsidium Unterfranken, niemals fremde Personen in die Wohnung zu lassen und im Zweifelsfall die jeweils örtlich zuständige Polizeidienststelle zu kontaktieren.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidium Unterfranken.

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