Im Caritasladen bekommen die Ehrenamtlichen hautnah mit, was es heißt, arm zu sein. Foto: Claudia Jaspers
Im Caritasladen bekommen die Ehrenamtlichen hautnah mit, was es heißt, arm zu sein. Foto: Claudia Jaspers

Armut in Würzburg: Der Caritasladen hilft!

Im Caritasladen in der Koellikerstraße 5 – einem Secondhand-Laden für finanziell benachteiligte Menschen – bekommen die Ehrenamtlichen hautnah mit, was es heißt, arm zu sein. Sie erfahren viele persönliche Geschichten von Menschen in Würzburg, bei denen das Geld im Alltag immer knapp ist.

Vor Sohn geheim gehalten

Da gibt es zum Beispiel eine alleinerziehende Mutter, die regelmäßig in den Caritasladen kommt. Ihr Teilzeitgehalt als Angestellte im Gesundheitsbereich reiche einfach nicht aus, der Vater zahle keinen Unterhalt und der 7-jährige Sohn wachse ständig aus der Kleidung heraus. „Ich erzähle meinem Sohn immer, dass ich ganz normal einkaufen war. Er weiß nicht, dass es gebrauchte Kleidung aus dem Caritasladen ist. Ich möchte, dass er denkt, alles ist normal, wie bei den anderen Kindern eben auch. Deshalb nehme ich ihn auch nicht mit hierher.“

Auch für die Kleinen ist was dabei. Foto: Claudia Jaspers

Auch für die Kleinen ist was dabei. Foto: Claudia Jaspers

Versteckspiel wegen Vorurteilen

Laut EU-Konvention gelten Menschen, die weniger als 60 % des mittleren Einkommens zur Verfügung haben, als arm bzw. armutsgefährdet. Nach dieser Definition sind 15,5 % der Menschen in Deutschland arm (Quelle: Der Paritätische Armutsbericht 2019). Wie beim Beispiel der alleinerziehenden Mutter wird Armut oft versteckt, da sie mit gesellschaftlichen Vorurteilen und Schuldzuweisungen verbunden ist.

Konkrete Hilfe leisten

Scham und das Gefühl, nicht mithalten zu können, prägen das Leben der Betroffenen, obwohl oft strukturelle Gründe – kleingerechnete Hartz-IV-Regelsätze, Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt, niedrige Löhne, mangelnde Kinder-Betreuungsangebote u.a. – ausschlaggebend sind. „Der Caritasladen kann die strukturellen Gründe von Armut nicht beseitigen. Wir können hier nur ganz konkret Hilfe leisten, wenn am Monatsende kein Geld mehr für Kleidung übrig ist“, so Michael Zeh vom Caritasladen.

Für die Kunden des Caritasladens steht eine große Auswahl an Kleidung bereit. Foto: Claudia Jaspers

Für die Kunden des Caritasladens steht eine große Auswahl an Kleidung bereit. Foto: Claudia Jaspers

Spenden erwünscht

Zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut am 17. Oktober macht der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Würzburg e.V. auf Armut in Würzburg aufmerksam und bittet um finanzielle Unterstützung des Caritasladens. Der Caritasladen ist auf Spenden angewiesen: Mindestens 15.000 € muss der Caritasverband jährlich aufbringen, um die laufenden Kosten des Caritasladens zu decken. Spendenkonto: Liga Bank eG, IBAN DE29 7509 0300 0203 0011 05, Verwendungszweck: Spende Patenschaft CL

Öffnungszeiten des Caritasladens

Der Caritasverband Würzburg sammelt und sortiert im Caritasladen (Koellikerstraße 5, 97070 Würzburg) gute, tragfähige Kleidung und gibt sie an finanziell benachteiligte Menschen weiter. Annahme von Kleiderspenden: Mittwoch 15-18 Uhr und Freitag 15-17 Uhr; Laden-Öffnungszeit für Kunden (mit Berechtigungsschein): Dienstag und Donnerstag, 10-12 und 14-17 Uhr; Infos und Kontakt: www.caritas-wuerzburg.org,caritasladen@caritas-wuezburg.org

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Caritasverbands für die Stadt und den Landkreis Würzburg e. V..

- ANZEIGE -