Die Zeller Straße in Würzburg. Foto: Katharina Kraus
Die Zeller Straße in Würzburg. Foto: Katharina Kraus

Zeller Straße: „Gewöhnungsphase noch nicht abgeschlossen“

Die neue Regelung für die Zeller Straße sorgte schon vor der Umwandlung in eine Einbahnstraße für Unmut in der Würzburg erleben – Community. Nun ist schon ein ganzer Monat vergangen und sonderlich begeistert scheint noch immer keiner von dieser Neuerung zu sein: Betroffene beschweren sich über überlastete Straßen, Anwohner beobachten noch immer vermehrt „Geisterfahrer“. Wie ist die Bilanz nach vier Wochen?

Bis zu 40 Geisterfahrer pro Stunde

„In den ersten Tagen gab es mehrere schriftliche Eingaben aus der Bürgerschaft und zahlreiche telefonische Beschwerden zur neuen Verkehrsregelung.“, so Stadtsprecher Georg Wagenbrenner. Demnach wurde von bis zu 40 Geisterfahrern pro Stunde berichtet, was sich mit den Beobachtungen der Stadt und der Polizei auch deckt.

Kritik an der Einbahnregelung Zeller Straße

Auch mit unserer Redaktion teilten viele Anwohner und Leser ihre Erfahrungen: Durch falsch fahrende Fahrzeuge käme es zu Behinderungen im Verkehr und gefährlichen Ausweichmanövern, die auch in die Sicherheit des Radverkehrs eingreifen. Macht man den Falschfahrer auf die neue Einbahnregelung aufmerksam, werde man sogar beleidigt, so eine Erfahrung eines Anwohners.

Noch immer ignorieren viele Autofahrer die neue Einbahnregelung in der Zeller Straße. Foto: Würzburg erleben

Noch immer ignorieren viele Autofahrer die neue Einbahnregelung in der Zeller Straße. Foto: Würzburg erleben

„Circa jedes vierte gegen die Einbahnstraße fahrende Fahrzeug wird vom entgegenkommenden Verkehr mit Hupen auf die fälschliche Einfahrt hingewiesen. Das entspricht zu Hochzeiten einem Hupen alle 12 Minuten (!) und damit einer massiven Lärmbelästigung“, heißt es auch in einem Beschwerdebrief an die Stadt.

Schilder „übersehen“

In der Folge von Terminen vor Ort mit dem in der Zeller Straße ansässigen Hotel „Grüner Baum“ und dem Deutschhausgymnasium wurden u.a. Schilderstandorte optimiert, Markierungen verändert und Halteverbote eingerichtet.  Außerdem wurde die Hotelanfahrt verlegt, die Haltespur vor der Schule verkürzt, die Sichtbarkeit der Einfahrt in die Tiefgarage des DHG verbessert und gut sichtbare Piktogramme angebracht.

Viele Verkehrsteilnehmer würden diese Schilder aber aus Gewohnheit oder blindes Vertrauen ins Navi „übersehen“, heißt es. „Es wird daher weiterhin verstärkt Polizeikontrollen brauchen, die erste ‚Gewöhnungsphase‘ ist noch nicht abgeschlossen“, so die Stadt weiter.

Hohes Verkehrsaufkommen

Problematisch sei außerdem das erhöhte Verkehrsaufkommen in den umliegenden Straßen: Gefühlt sei man zur Rush-Hour in der Zellerau und im Mainviertel nun länger unterwegs, so einige Kommentare der Würzburg erleben – Community. Diese Situation kann auch Pressesprecher Georg Wagenbrenner bestätigen: „Am schwierigsten ist die Situation in der Dreikronenstraße im Berufsverkehr. Hier standen schon mehrfach die Fahrzeuge auf den Straßenbahngleisen unweit der Haltestelle Talavera und über diese hinaus.“

An einen frühzeitigen Abbruch der Testphase ist allerdings noch nicht zu denken: „Der Testbetrieb in der Zeller Straße ist auf ein Jahr ausgelegt, insofern ist es nach einem Monat sicher zu früh für eine abschließende Bilanz dieser neuen Einbahnstraßenregelung, die zudem erneut dem Stadtrat vorzulegen ist“, so die Aussage der Stadt.

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