Beate Leopold (Weinbauring Franken), Artur Steinmann (Präsident Fränkischer Weinbauverband), 64. Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer, Horst Kolesch (Weingut Juliusspital), Hermann Mengler (Bezirk Unterfranken), Dr. Matthias Mend (Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau) (v. l. n. r.) präsentierten die Bilanz zur Weinlese 2020 im Weingut Juliusspital. Foto: Rudi Merkl.
Beate Leopold (Weinbauring Franken), Artur Steinmann (Präsident Fränkischer Weinbauverband), 64. Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer, Horst Kolesch (Weingut Juliusspital), Hermann Mengler (Bezirk Unterfranken), Dr. Matthias Mend (Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau) (v. l. n. r.) präsentierten die Bilanz zur Weinlese 2020 im Weingut Juliusspital. Foto: Rudi Merkl.

Weinlese 2020: Hervorragende Qualität in kleiner Menge

Bereits wenige Wochen nach der offiziellen Eröffnung der fränkischen Weinlese 2020 durch die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber zog der Fränkische Weinbauverband Bilanz. Im Würzburger Weingut Juliusspital präsentierten Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbands, zusammen mit Dr. Matthias Mend von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Beate Leopold vom Weinbauring Franken und Hermann Mengler, Leiter der Kellereifachberatung beim Bezirk Unterfranken, erste Zahlen und Fakten zum Weinjahr 2020 und stellten die ersten Jungweine vor.

Kleinste Erntemenge seit 35 Jahren

Die fränkischen Winzer erlebten ein launisches Weinjahr 2020. Lokale Spätfröste am 12. Mai schädigten die bereits weit entwickelten Trauben. Verrieselungen, hervorgerufen durch kühle Temperaturen während der Blütezeit, und der dritte trockene Sommer in Folge führten zu der kleinsten Erntemenge seit 35 Jahren. Die hohe Qualität des 2020er Jahrgangs dürfte jedoch teilweise dafür entschädigen. Der insgesamt kühle Jahrgang mit nur wenigen Hitzetagen von über 30 Grad Celsius sorgt für ausgeprägte Aromen und angenehme Säure. Schon jetzt beweisen die Jungweine eine sehr gute Aromenausprägung und hohe Stilsicherheit. Die warmen und trockenen Temperaturen während der rund dreiwöchigen Lesezeit bescherten den rund 3.500 Winzern in Franken kerngesundes Lesegut.

Vor- und Nachteile des Klimawandels

„Der Klimawandel ist bei uns ganz klar angekommen. Dieses Jahr haben die lokalen Spätfröste zu immensen Einzelschicksalen bei den Winzern geführt“, schildert Weinbaupräsident Artur Steinmann die Lage. Doch der Klimawandel habe auch seine guten Seiten: „Es zeigt sich wieder einmal mehr – der Silvaner ist der Sieger des Klimawandels. Wir erzeugen in Franken ganz tolle Weißweine und eine hervorragende Qualität. Man kann wirklich sagen, es gibt keine schlechten Weine mehr in Franken“, lobt Steinmann die Arbeit der fränkischen Winzerinnen und Winzer.

Zahlen und Fakten

Die aktuelle Ertragsrebfläche Frankens, der Silvaner Heimat seit 1659, beläuft sich auf 6.061 ha (Stand: 31.08.2020). Für das Jahr 2020 gehen die Experten von einer Weinernte in Höhe von durchschnittlich ca. 44 hl/ha (insgesamt ca. 267.000 hl) aus. Das durchschnittliche Mostgewicht beträgt 88 Grad Öchsle. Das endgültige Ergebnis steht nach Auswertung der Weinerzeugungsmeldung fest.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Frankenwein-Frankenland GmbH.

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