Der Stadtteil Grombühl. Foto: Pascal Höfig
Der Stadtteil Grombühl. Foto: Pascal Höfig

Verkehrskonzept: Künftig Einbahnstraßen in Grombühl?

Werden in Würzburg bald noch mehr Einbahnregelungen durchgesetzt? Erst kürzlich wurde die Zeller Straße zur Probe für ein Jahr in eine Einbahnstraße umgewandelt. Nun wurde in der letzten Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschusses ein Antrag der Grünen vorgestellt, der eine Einbahnregelung in Grombühl vorsieht. Von der Kreuzung Rimparer Straße/Grombühlstraße bis zur Wagnerstraße/Lindleinstraße sollen demnach 14 Straßenzüge nur noch in eine Richtung befahren werden. Ziel des Ganzen: Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer.

Verkehrsstrom in Ringverkehre sortiert

Anlässlich der Bauarbeiten in der Brücknerstraße und einer möglichen Verlegung der Haltestelle „Wagnerplatz“ sollen vereinzelte Straßen als Einbahnstraße geprüft werden, so der Antrag der Grünen. Dadurch würden die Verkehrsströme übersichtlich als Ringverkehre sortiert werden. Wenn möglich sollen diese dann auch für Radfahrer für den Gegenverkehr freigegeben und Parkplätze in Richtung Straßenrand gerückt werden, heißt es weiter. Insgesamt 14 Straßenabschnitte sind davon betroffen:

  • Brücknerstraße (von Kreuzung Lindleinstraße bis Matterstockstraße)
  • Ernst-Reuter-Straße (von Kreuzung Matterstockstraße bis Grombühlstraße)
  • Ernst-Reuter-Straße (von Kreuzung Matterstockstraße bis Lindleinstraße)
  • Ernst-Reuter-Platz (von Kreuzung Schiestlstraße bis Steinheilstraße)
  • Gabelsbergerstraße (von Kreuzung Schiestlstraße bis Josefplatz)
  • Gabelsbergerstraße (von Kreuzung Scharoldstraße bis Petrinistraße)
  • Grombühlstraße (von Kreuzung Ernst-Reuter-Straße bis Wagnerstraße)
  • Josefplatz (von Kreuzung Gabelsbergerstraße bis Steinheilstraße)
  • Josefstraße (von Kreuzung Josefplatz bis Lindleinstraße)
  • Lindleinstraße (von Kreuzung Wagnerstraße bis Rimaparer Steig)
  • Matterstockstraße (von Kreuzung Rimparer Straße bis Ernst-Reuter-Straße)
  • Schiestlstraße (von Kreuzung Rimparerstraße bis Scharoldstraße)
  • Steinheilstraße (von Kreuzung Gabelsbergerstraße bis Ernst-Reuter-Straße)
  • Wagnerstraße (von Kreuzung Grombühlstraße bis Lindleinstraße)
Mit einem Einbahnkonzept soll in Grombühl mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer entstehen. Grafik: Stadtratsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen Würzburg

Mit einem Einbahnkonzept soll in Grombühl mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer entstehen. Grafik: Stadtratsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen Würzburg

Brücknerstraße als Fußgängerzone?

Ein Beispiel für eine aktuell ungünstige Verkehrsführung ist laut Antrag ein Vorfall, der sich erst kürzlich ereignete: Am 1. September soll demnach der Verkehr in der Grombühlstraße zum Erliegen gekommen sein – ursächlich war eine Begegnung eines Lkw in Doppeltraktion mit einem Gelenkbus, der als Schienenersatzverkehr eingesetzt war. „Bei einer Einbahnstraßenregelung wäre dieser Konflikt nicht eingetreten“, so die Begründung.

Das Konzept sei laut Antrag auch auf eine Verkehrssituation ohne Bauarbeiten übertragbar. Hier solle man aber noch prüfen, ob die Brücknerstraße einer Fußgängerzone gewidmet werden könne. Ein barrierefreier Zugang zur Haltestelle „Wagnerplatz“ wäre laut Grünen-Antrag nur als Neubau gegenüber der Haltestelle „Brücknerstraße realisierbar – die Brücknerstraße wäre also in diesem Fall für den motorisierten Individualverkehr zwischen Wagnerplatz und Grombühlstraße unterbrochen.

Zeller Straße ein Flop?

Ist das Einbahnkonzept in der Zeller Straße wegweisend für viele andere Verkehrsprobleme in Würzburg? Trotz der vielen Gegenstimmen wurde die Zeller Straße auf Antrag der ÖDP ab dem 1. September für ein Jahr zur Einbahnstraße auf Probe erklärt. Das sorgt für viel Gegenwind: Viele Autofahrer würden die Regelung strikt ignorieren und nach Aussagen einiger Betroffener sei auch das Verkehrsaufkommen in den umliegenden Straßenzügen, insbesondere der Dreikronenstraße, erheblich gestiegen. Wie die Lage objektiv zu betrachten ist, werde die Stadt noch diese Woche mitteilen – so die Antwort auf eine Nachfrage der Redaktion.

Der Antrag der Grünen wird nachverfolgt, ob sich das neue Verkehrskonzept in Grombühl durchsetzen wird, wird sich in einer späteren Sitzung des PUMA zeigen.

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