Die Vermietung öffentlicher Räumlichkeiten – wie hier die Barockhäuser in der Neubaustraße – zu Veranstaltungszwecken der AfD sorgte für gehörig Unmut. Die Stadt kündigte nun an, die Summe vollständig an die Mobile Flüchtlingshilfe Hermine zu spenden. Foto: Jacob Grimm
Die Vermietung öffentlicher Räumlichkeiten – wie hier die Barockhäuser in der Neubaustraße – zu Veranstaltungszwecken der AfD sorgte für gehörig Unmut. Die Stadt kündigte nun an, die Summe vollständig an die Mobile Flüchtlingshilfe Hermine zu spenden. Foto: Jacob Grimm

Stadt spendet AfD-Mieteinnahmen an Mobile Flüchtlingshilfe

Die Veranstaltungsreihe „Bürgerdialog“ des Würzburger AfD-Kreisverbandes sorgt weiter für Aufruhr: Nachdem bereits vor einigen Tagen die Zusammenkunft im Congress Centrum mit lautstarken Protesten bedacht worden war, positionierten sich auch am gestrigen Donnerstag Gegendemonstranten in der Neubaustraße. Adressat der Proteste war auch die Stadt Würzburg, der vorgeworfen wird, mit Hilfe von AfD-Veranstaltungen Kasse zu machen.

Bürgerdialog zur Corona-Politik im CCW

Der vergangene Sonntag markierte den Auftakt des Bürgerdialogs der Würzburger AfD zum Thema Corona, zu dem drei Bundestagsabgeordnete der AfD eingeladen hatten, darunter Matthias Peterka und Johannes Huber. Laut Mainpost waren bei dieser Veranstaltung gut 20 Leute zugegen – gegenüber dreimal so viel Protestierenden.

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Barockhäuser als Veranstaltungsraum gemietet

Am gestrigen Donnerstag nun folgte der zweite Teil dieser Veranstaltungsreihe in den Barockhäusern der Stadt Würzburg in der Neubaustraße. Empfangen wurde dieses Mal Petr Bystron, der von März bis September 2017 aufgrund verfassungsfeindlicher Bestrebungen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stand. Zusammen mit dem Kreisvorsitzenden Silvio Kante, Schatzmeister Dr. Titus Hay und dem Landesabgeordneten Richard Graupner sowie ein paar Gästen mussten sie lautstarke Proteste auf der Straße aushalten: Die rund 80 Gegendemonstranten – darunter viele Anhänger der Würzburger Antifa – skandierten beispielsweise „Ganz Würzburg hasst die AfD“. Dabei hielten sich alle an die Abstands- und Hygieneregeln und es kam zu keinerlei Zwischenfällen.

 

Stadtratsfraktion Die Linke kritisiert Mieteinnahmen

Neben den politischen Veranstaltungen selbst stand vor allem die Vermietung von Räumlichkeiten der Stadt Würzburg an die Alternative für Deutschland im Zentrum der Kritik: Sowohl das CCW als auch die Barockhäuser sind Eigentum der Stadt. Somit generiere die Stadt durch Veranstaltungen mit solchen Akteuren Mieteinnahmen, was „einen bitteren Geschmack“ hinterlasse, wie es in einer Pressemitteilung der Stadtratsfraktion Die Linke hieß. Dieses Unverständnis äußerte sie bereits im Vorfeld der Veranstaltung im Congress Centrum. Nachdem Die Linke zunächst eine Stornierung der Anmietungen gefordert hatte, regte sie später eine Verwendung für ein lokales Anti-Rassismus-Projekt an.

Stadt reagiert: Mieteinnahmen für soziale Zwecke

In einer Pressemitteilung gab Pressesprecher Christian Weiß schließlich bekannt, die Einnahmen vollständig an den Verein „Mobile Flüchtlingshilfe e.V.“ zu spenden: Zwar lasse sich die Vermietung öffentlicher Räumlichkeiten an die AfD nicht unterbinden, da dies rechtlich nicht zulässig sei. Allerdings „will die Stadt auch keinen finanziellen Vorteil dadurch erlangen“, wie es weiter hieß.

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