Das Riedinsel-Schwimmbad in Würzburg mit verschiedenen Sprungtürmen. Archiv: Willi Dürrnagel.
Das Riedinsel-Schwimmbad in Würzburg mit verschiedenen Sprungtürmen. Archiv: Willi Dürrnagel.

Historische Badeanstalten in Würzburg

Wenn es draußen unerträglich heiß wird, sodass es Zuhause nicht mehr auszuhalten ist, ist die Lösung klar – ab ins Wasser! Besonders beliebt sind hierbei das Dallenbergbad und der Main in Würzburg. Daneben gibt es auch andere Orte, um sich abzukühlen, wie das Nautiland, das Wolfgang-Adami-Bad oder weitere kleinere Hallenbäder. Die meisten dieser Bäder gibt es noch nicht lange – deswegen stellt sich die Frage, wie sich die Einwohner Würzburgs früher abgekühlt haben? Eine kleine Geschichte der historischen Badeanstalten in Würzburg.

Vom kalten zum warmen Baden

Bereits im Jahr 1294 gab es erste Badestuben in Würzburg. Im 14. Jahrhundert waren es insgesamt sieben Bademöglichkeiten: Badestube zum Löwen, zum Gulden, zum Becken (am Bürgerspital), auf dem Sand, zur Pleichach, zum Loche (an der heutigen Spiegelstraße) und zum Ebersberg. Bis zum 30-jährigen Krieg konnten die damaligen Würzburger dort baden. Danach jedoch nur noch im freien Main. Um 1780 entstanden zwei Badeschiffe auf dem Main – eins für Männer und eins für Frauen. Doch die erwähnten Bademöglichkeiten rentierten sich nur im Sommer, wenn es draußen warm war. Das änderte sich 1824, als ein Wehrmeister die erste Anstalt für warme Bäder eröffnete. Später „Tivoli“ gennant lag sie am linken Mainufer und besaß insgesamt 20 Badezimmer. 1825 folgte die erste Militärschwimmschule am linken Mainufer – später wurde sie für jeden zugänglich.

Flussbad im Main

1837 entstand ein Flussbad im Main vor dem Burkarder Tor mit 20 Badekabinen. 9 Jahre darauf wurde diese um ein Schwimmbad erweitert. Insgesamt gab es vier Hallen, 138 Häuschen zum Umziehen, 2 große Basins, 2 Duschen und 20 extra Badezellen für die Frauen. Die Main-(Kaltwasser)Bad Anstalt gegenüber vom Schießhaus wurde als Hügelsbad bekannt. Dieses war unterteilt in ein Herren- und ein Damenbad. Das städtische Bad diente weiterhin als Militärschwimmschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieses wieder eröffnet und bestand bis zur Eröffnung des Dallenbergbads im Jahr 1956.

Erstes Wellenbad Würzburgs

Das erste Wellenbad war das „Jäger’sche Bad am Mühlthore“. 1863 eröffnet besaß es sechs Kabinen und 5 Duschen für warme Bäder. Zudem 12 Badezellen für Flussbäder. Der Grund für die Wellen war der Wasserschwall am Wehrausgang.

Ab 1860 gab es die Maximilian Bade- und Schwimmanstalt, in der auch Schwimmkurse angeboten wurden. Diese war zunächst am Dicken Turm (gegenüber dem Holztor), später dann aber oberhalb der Brücke an der alten Schleuse. Zuvor war hier schon ein Damenbad angesiedelt. 1891 eröffnete Würzburg das Volks-Brausebad in der Petersgasse. Für 15 Pfennige standen 12 Kabinen für Herren und 3 Kabinen für Frauen zu Verfügung.

Riedinsel-Schwimmbad

Ein weiteres Schwimmbad war das von 1913 bis 1947 existierende Riedinsel-Schwimmbad. Da es sich etwas südlich der heutigen Konrad-Adenauer-Brücke befand, gehörte es zur Turngemeinde Würzburg von 1848 e.V. Als Luft- und Wasserbad mit Zugang zum Main bot es außerdem einen 3 m, 5 m und 10 m Sprungturm und einen Turnplatz. Alles mit einem traumhaften Ausblick auf die Festung Marienberg. Jedoch wurde es wegen Kolibakterien im Main 1947 wieder geschlossen.

Der "Mainstrand" des Riedinsel-Schwimmbades. Archiv: Willi Dürrnagel.

Der „Mainstrand“ des Riedinsel-Schwimmbades. Archiv: Willi Dürrnagel.

Der Bau des Dallenbergbads

Bereits vor der Eingemeindung Heidingsfelds gab es schon die Idee ein Freibad zu errichten. Im Jahr 1953 beschloss dann der Stadtrat eines auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Häusler zu errichten. Der Grund hierfür war die Schließung des Riedinsel-Schwimmbads und die schlechte Wasserqualität im Main. 1955 begann der Bau des Freibades. Obwohl nicht viel Geld vorhanden war, gab es einen Sprungturm und eine große Zuschauertribüne. 190 Bäume, 5000 Sträucher und 13000 Rosen- und Blumenstöcke wurden außerdem gepflanzt. Eröffnet wurde das Bad dann am 16. Juli 1956.

Der Bau des Dallenbergbades im Jahr 1955. Foto: Historisches Archiv der WVV.

Der Bau des Dallenbergbades im Jahr 1955. Foto: Historisches Archiv der WVV.

Weitere Schwimmbäder waren früher das ehemalige städtische Freibad zwischen dem Hügelsbad und Riedinselbad, die städtische Badeanstalt Heidingsfeld auf Höhe des heutigen Toräckerwegs und das Bad des Naturheilvereins am rechten Mainufer Richtung Randersacker.

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