Die Zeller Straße in Würzburg. Foto: Katharina Kraus
Die Zeller Straße in Würzburg. Foto: Katharina Kraus

Chaos in der Zeller Straße? – Bilanz nach 14 Tagen

Seit 01. September gilt die neue Einbahnstraßenregelung für die Zeller Straße – eine Maßnahme, kontrovers diskutiert wie nur wenige zuvor. Während Anwohner und Radfahrer geschont werden sollen, fühlt sich der Autoverkehr gegängelt und befürchtet das blanke Verkehrschaos. Doch wie ist die Lage denn nun tatsächlich?

Bisher wenig Auswirkung laut Stadt Würzburg

Der Planungs-, Umwelt und Mobilitätsausschuss (kurz PUMA) und der Stadtrat hatten sich für die stadtauswärtige Einbahnstraßenregelung entschieden, entgegen der Empfehlung des Baureferats. Dieses befürchtete ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in den umliegenden Straßen. Jedoch hatte die Änderungsmaßnahme in der ersten September-Woche „keinerlei offensichtliche Auswirkungen“, wie die Main-Post unter Berufung auf eine Aussage der Polizei berichtet. Dabei hatten viele Verkehrsteilnehmende oftmals noch die neue Regelung schlicht ignoriert, sodass in der Folge oberhalb des Deutschhaus-Gymnasiums nun eine rot-weiße Durchfahrtssperre installiert wurde.

Kaum Veränderung zum Schulstart

Dennoch habe sich dem Bericht zufolge auch nach dem Schulstart wenig an der Verkehrslage in der Zeller Straße geändert: Zwar sei es wie erwartet zu einem höheren Verkehrsaufkommen am Morgen des ersten Schultags mit Rückstaus auf die Ausweichstrecke gekommen. Abgesehen davon bezeichnete Stadt-Pressesprecher Christian Weiß die Situation allerdings als „eher unauffällig“ ohne spürbare Zunahme des Verkehrsaufkommens in der Dreikronenstraße und der Saalgasse. Deckt sich das mit den alltäglichen Erfahrungen der Bürger? Zumindest den Facebook-Kommentaren der Würzburg erleben-Community zufolge sieht die Realität oft anders aus.

Die Zeller Straße in Würzburg. Foto: Katharina Kraus

Die Zeller Straße in Würzburg. Foto: Katharina Kraus

Gemischte Reaktionen aus der Community

In den Kommentarspalten kriegt die Würzburger Verkehrsplanung ihr Fett weg: Eine überwiegende Mehrheit berichtet von einer verstopften Dreikronenstraße, auch Rückstaus bis zum Deutschhaus-Gymnasium werden nicht selten erwähnt. Viele fürchten das Aussterben der Innenstadt. Zur Verbesserung der Situation fordern einige außerdem den Aufbau von Park&Ride-Flächen.

User Marc beispielsweise spricht bei der Maßnahme von „Verschlimmbessern“ und einer „unterirdischen Ampelschaltung, bei der 5 Autos in einer Grünphase durchpassen“. Peter steht der Maßnahme als Anwohner ebenfalls kritisch gegenüber „Und jetzt mal noch mehr Verkehr und Stau und Abgase provozieren. Ich freu mich drauf“, so sein Kommentar. Claus sieht es ähnlich „Ich als Anwohner finde es einen riesigen Schwachsinn!!!!!“ Userin Annika postete am vergangenen Mittwoch um kurz nach 13 Uhr ein Bild von Stau bis zum Ortsschild. Andreas weist auf die Problematik im Feierabendverkehr hin, wenn er schreibt „Und jeder Feierabend Fahrer kennt es, wenn von Friedensbrücke Richtung Dreikronenstraße die Kreuzung lahm liegt, weil es sich hinter staut..“

Die Zeller Straße ist temporär bergauf für den Gegenverkehr gesperrt. Foto: Katharina Kraus

Die Zeller Straße ist temporär bergauf für den Gegenverkehr gesperrt. Foto: Katharina Kraus

Wie so oft bei derartigen Debatten gehen die positiven Stimmen in der Flut aus meist negativen Kommentaren schnell unter. Christina findet’s zum Beispiel super: „Kritiker gibt’s immer, egal um welche Neuerung es geht. Man kann es nun mal nicht allen recht machen“, sagt sie zu der Debatte.

Elektronische Sensoren messen Verkehrsaufkommen

Beschwichtigung vonseiten der Stadt, Verärgerung in den Kommentarspalten: Um belastbare Ergebnisse frei von subjektiven Urteilen und Meinungen zu bekommen, ist im Bericht der Mainpost von elektronischen Sensoren der „Traffic Eye Unit“ die Rede. Diese sollen demzufolge Aufschluss über die Verkehrslage im betroffenen Bereich geben. Pressesprecher Christian Weiß äußerte sich bezüglich der Ergebnisse allerdings noch zurückhaltend: „Aufgrund der zahlreichen Baustellen in der Stadt ist es im Moment außerdem insgesamt schwierig, das Verkehrsgeschehen einzuordnen.“

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