Gute oder schlechte Nachrichten? Die besten sind oft keine Nachrichten. Foto: Jessica Hänse
Gute oder schlechte Nachrichten? Die besten sind oftmals keine Nachrichten! Foto: Jessica Hänse

Internationaler „Keine-Nachrichten-sind-gute-Nachrichten-Tag“

Bitte was, denkt man sich zuerst: Ging nicht ein noch komplizierterer Name? Man muss schon zweimal lesen, um diesen „Internationalen Tag des…“ am heutigen Freitag zu entziffern. Dahinter steckt jedoch eine ernste Absicht, die inzwischen beinahe alltäglich geworden ist. Furchtbare Nachrichten auf der ganzen Welt haben ihren Seltenheitswert verloren – auch weil solche Nachrichten ständig präsent sind.

Für Sensibilisierung statt Reizüberflutung

Eingeführt wurde der Tag am Datum des 11. September, um die Schnelllebigkeit und Vielseitigkeit der Medienberichterstattung zu betonen. Gleichzeitig mit dem „No News is Good News Day“ wird in den USA zusätzlich der Patriot Day begangen, der im Jahr 2002 vom damaligen US-Präsidenten George W. Bush initiiert wurde. Anlass war der Terroranschlag auf das World Trade Center in den USA am 11. September 2001. Dieser steht exemplarisch für eine bis zu diesem Zeitpunkt ungekannte Live-Berichterstattung eines erschütternden Ereignisses der Weltgeschichte. Deshalb wird seither an diesem Tag dazu aufgerufen, einfach mal alle Nachrichten beiseite zu lassen und sich eine Auszeit zu nehmen – nicht um solche Nachrichten generell zu auszublenden, sondern dafür zu sensibilisieren.

Zivilcourage und Engagement

Ein solcher Tag der Pause kann schließlich auch anderweitig genutzt werden: Statt in dem aus Hiobsbotschaften, Krisen, Krieg und Hass erwachsenden Misstrauen in seine Umgebung zu verharren, lohnt es sich, über deren Ursachen nachzudenken. Dabei hilft es schon, die gerne bemühten „Werte“ mit Leben zu füllen: zum Beispiel durch bürgerschaftliches Engagement im eigenen Stadtteil oder die Förderung von Grundprinzipien demokratischen Zusammenlebens wie offener Diskurs und Gleichberechtigung.

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Tag der Wohnungslosigkeit

Außerdem wird am 11. September in Deutschland der Tag der Wohnungslosigkeit begangen. Laut einer Definition der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe gilt als wohnungslos, wer keine mietvertraglich abgesicherte Wohnung oder ein selbst genutztes Wohneigentum besitzt. Neben der sichtbaren Obdachlosigkeit, wie sie in Parks oder Fußgängerzonen zu finden ist, gibt es auch eine Reihe unsichtbarer Schicksale, die mit ihren Siebensachen die Nacht bei Bekannten oder in Übergangswohnheimen verbringen. Der örtliche Diözesanverband der Caritas in Unterfranken schätzt die Zahl der Wohnsitzlosen allein in Würzburg auf rund 750. Die Stadt Würzburg bietet über den Fachbereich Soziales in der Karmelitenstraße und in der Außenstelle Sedanstraße ein Beratungsangebot und Notunterkünfte.

Mehrere Namenstage

Natürlich sind an den 11. September auch einige Namenstage vergeben. Während Helga und Ludwig noch einigermaßen geläufige Namen sind, liegt Josef sogar auf Platz 25 der Babyvornamen – der „Sepp“ oder auch „Jupp“ (im Rheinischen) ist also wieder im Kommen. Der Name Dagny dürfte dagegen den wenigsten bisher untergekommen sein: Der weibliche Vorname kommt aus Skandinavien und bedeutet so viel wie „neuer Tag“.

Ein neuer Tag ist auch der morgige 12. September: Da warten dann der Tag der deutschen Sprache, der Tag des Schoko-Milch-Shakes und der Tag der Ersten Hilfe… Spätestens dann kannst du natürlich gerne wieder unsere Blaulichtmeldungen und die anderen tagesaktuellen Nachrichten aus Würzburg verfolgen (Zwinkersmiley).

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