Weinberge. Symbolfoto: Pascal Höfig
Weinberge. Symbolfoto: Pascal Höfig

Müllsammel-Aktion in den Grombühler Weinbergen

Über die Müll-Problematik der feiernden Bevölkerung haben wir bereits mehrfach berichtet. Doch es betrifft nicht nur die bekannten Hotspots wie die Zellerauer Mainwiesen oder den Mainkai am Alten Kranen, sondern auch andere vermeintlich naturbelassene Gebiete. Aktuelles Beispiel: die Grombühler Weinberge. Sie von achtlos weggeworfenem Müll zu befreien, ist am 25. August nun zum zweiten Mal Anlass für eine gemeinsame Sammelaktion der Anwohner des ehemaligen Eisenbahnerviertels.

Corona-Sommer begünstigt Outdoor-Treffen

Auch wenn die Reaktivierung des Brückenschoppens auf der Alten Mainbrücke teilweise auf Unverständnis stößt, entschied sich die Stadt Würzburg gegen ein Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen. Damit haben Feiernde im Freien freie Bahn, unterstützt natürlich von den teilweise hochsommerlichen Temperaturen. Auf der Pressekonferenz der Stadt Würzburg zum Alkoholverbot bekräftigte der leitende Polizeidirektor allerdings noch mal, dass die Polizei keine größeren Schwierigkeiten bei der Kontrolle und Durchsetzung der Hygieneregeln in den Abendstunden habe. Sie stoße meistens auf Verständnis unter den Partybegeisterten. Doch ein großes Problem bleibt der zurückgelassene Müll.

Aufruf über Nachbarschaftsplattform

Nachdem die erste Müllsammelaktion in Grombühl am 21. Juli schon gut angekommen ist, soll sie jetzt wiederholt werden. Alle fleißigen Hände und Naturliebhaber sind dazu aufgerufen, sich mit eigens mitgebrachten Müllsäcken zu bewaffnen. Vom Treffpunkt um 19 Uhr am Parkplatz Wein am Stein aus verteilt sich der Sammeltrupp auf das Gebiet in den Steilhängen, um liegengebliebenen Müll zu entsorgen.

Vorangehen und Vorbild sein

Dem Initiator der Gemeinschaftsaktion ist laut eigenem Eintrag auf der Nachbarschaftsplattform „nebenan.de“ bewusst, dass die Verursacher des Mülls dadurch nicht sofort bekehrt werden. Vielmehr soll mit gutem Beispiel vorangegangen und für das Thema der Müllverschmutzung sensibilisiert werden. Mit der Forderung nach mehr Mülleimern entlang der Weinbergswege ergingen auch schon konkrete Vorschläge der Verbesserung an die Stadt Würzburg. In Zeiten geschlossener Klubs und abgesagter Veranstaltungen, ist das gestiegene Müllaufkommen  kaum verwunderlich: Viele Gastrobetriebe sind während des harten Corona-Lockdowns auf To-go-Essen umgestiegen, herumliegende Essensverpackungen und Pizzakartons sind die Folge. Gruppen nutzen die Angebote natürlich gerne im Freien, scheinen aber immer wieder das Aufräumen zu vergessen.

Nachbarschaftshilfe über Internetplattform

Die Online-Plattform „nebenan.de“ wurde in Deutschland 2015 in Betrieb genommen und finanziert sich über lokale Werbung oder Spenden. Ziel ist es, eine lebendige Nachbarschaft zu erschaffen, indem sich die Nachbarn über unterschiedliche Aktivitäten miteinander verbinden und gegenseitig im Alltag helfen: So können Veranstaltungen, Empfehlungen, Suchen und Angebote ausgetauscht werden. Um Fakeprofile zu vermeiden und mit „echten“ Nachbarn in Kontakt zu treten, ist eine verifizierte Registrierung mit Name und Anschrift notwendig, zum Beispiel über den Perso oder das Bankkonto. Mit jeweils über 300 angemeldeten Nachbarn sind in Würzburg besonders das Frauenland, die Sanderau und die Würzburger Innenstadt in dem Netzwerk aktiv – jeweils aufgeteilt in Nord und Süd. Spitzenreiter ist aktuell die Nachbarschaft „Sanderau-Nord“ mit 672 Teilnehmenden. Vorne mit dabei sind auch das Hubland (212) und Grombühl (297).

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