Roter Jubel vor dem Rathaus: Das Gruppenfoto zum Aufstieg der Kickers wird derzeit heftig diskutiert. Foto: Georg Wagenbrenner/ Stadt Würzburg
Roter Jubel vor dem Rathaus: Das Gruppenfoto zum Aufstieg der Kickers wird derzeit heftig diskutiert. Foto: Georg Wagenbrenner/ Stadt Würzburg

Nach Kickers-Empfang: Anzeige gegen OB Christian Schuchardt

Mit dem Aufstieg in die zweite Liga brachten das Frauenteam der Würzburger Kickers wieder hochklassigen Frauenfußball nach Würzburg, ebenso gut verlief es auch bei den Herren, die am 4. Juli den Aufstieg perfekt machten. Das wurde natürlich gebührend gefeiert: Anfang Juli durften sich die Teams in Anwesenheit der drei Bürgermeister in das Goldene Buch der Stadt eintragen. Kritisiert wurde in den Sozialen Medien allerdings das hierbei entstandene Gruppenfoto mit insgesamt 70 Personen. Auf diesem ist ersichtlich, dass entgegen der aktuellen Infektionsschutzregelungen nicht genügend Abstand gehalten wurde. Wie die Main-Post berichtet, blüht Oberbürgermeister Christian Schuchardt deshalb nun eine Anzeige.

Scharfe Kritik

„Und jetzt alle in Quarantäne bitte“, heißt es unter dem zugehörigen Facebook-Posting der Stadt Würzburg. „Mhm, echt prima Abstand gehalten. Gute Vorbilder in öffentlichen Funktionen.“, so ein anderer Kommentar. Der Aufstieg und die damit verbundene Würdigung im Ehrenhof des Rathauses wurde nicht nur beglückwünscht, sondern auch scharf kritisiert. „Man könnte meinen in Würzburg gibts keine Pandemie“, so der Eindruck, der bei vielen Facebook-Nutzern durch das Gruppenfoto erweckt wurde. Auf dem Bild sind die beiden Teams, die Bürgermeister und die Stadträte zu sehen, die eng zusammengerückt posieren – ohne Abstand oder sonstigen Vorkehrungen im Sinne des Infektionsschutzes. Auch unter dem Posting des Oberbürgermeisters Christian Schuchardt wurde von den Kommentatoren teilweise Unverständnis ausgedrückt.

Anzeige gegen Oberbürgermeister

Doch es blieb nicht nur bei den Kommentaren: Laut einem Bericht der Main-Post wurde nun eine anonyme Strafanzeige wegen Verstößen gegen die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmen gestellt, die nun von der Regierung von Unterfranken auf die Anschuldigungen geprüft werden.

In einem früheren Bericht der Main-Post erklärt Pressesprecher Georg Wagenbrenner, dass bei der Organisation des Empfangs insgesamt stark auf die Corona-Regeln geachtet wurde – mit Ausnahme des Gruppenfotos. Diese kurzen Minuten seien nicht im Sinne des Infektionsschutzes, wie zugegeben wird, man werde aber bei ähnlichen Zusammenkünften in der Zukunft auch daran denken, heißt es weiter im Bericht. Auch Christian Schuchardt soll sich kurz danach dazu geäußert und sich in einem TV-Interview entschuldigt haben, heißt es außerdem.

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