Wo kann man in Würzburg ein schönes saftiges Stück Fleisch genießen? - Foto: Katharina Kraus
Gibt es Steaks bald schon aus dem 3D-Drucker? Foto: Katharina Kraus

3D-Druck: Essen wir bald Lebensmittel aus dem Drucker?

Unzähligen Branchen hat der 3D-Druck Vorteile gebracht. Selbst einige Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie greifen inzwischen auf die Technologie zurück, um damit Speisen herzustellen. Ob allzu viele Endkonsumenten dieser Entwicklung positiv gegenüberstehen, darf allerdings bezweifelt werden.

Vielfältige Möglichkeiten durch 3D-Druck

Modelle von geplanten Häusern, passgenaue Einzelteile für Autos, künstliche Gelenke – die Objekte, die man in 3D drucken kann, sind vielfältiger Natur. Im Grunde muss nur ein Material verwendet werden, das in einen flüssigen Zustand gebracht werden kann und das zudem schnell und gut aushärtet. Kunststoff ist dafür die erste Wahl. Zahlreiche Unternehmen sind aber auch in der Lage, mit Materialien wie Nylon, Aluminium und Edelstahl zu drucken. Spritzguss Anbieter realisieren darüber hinaus Projekte, die per Kunststoff und in großen Mengen hergestellt werden. Die große Auswahl an Fertigungsmethoden macht es für Kunden einfach, einen Vergleich anzustellen.

Chicken Nuggets aus dem 3D-Druck

Auch die Zutaten vieler Lebensmittel können verflüssigt und dadurch in beliebige Form gebracht werden. Das macht sich das US-amerikanische Unternehmen KFC nun zunutze. In Zusammenarbeit mit dem russischen Labor 3D Bioprinting Solutions will es demnächst Chicken Nuggets per 3D-Druck herstellen. Verwendet wird dafür ein Mix aus Hühnerzellen und pflanzlichen Materialien. Zudem wird den Produkten eine Gewürzmischung beigegeben, die ebenso wie die Panade dafür sorgen soll, dass die Nuggets so schmecken wie die in den Restaurants von KFC. Im Herbst 2020 wollen der Fast-Food-Konzern und das Labor mit der Fertigung von Prototypen beginnen.

Ausgedruckte Steaks

Auch andere Firmen experimentieren bereits mit den Möglichkeiten, die der dreidimensionale Druck der Lebensmittelindustrie bietet. So hat das israelische Start-up Redefine Meat einen 3D-Drucker entwickelt, der Steaks herstellt. Im Gegensatz zu den Chicken Nuggets von KFC sind die Produkte von Redefine Meat jedoch rein pflanzlich. Trotzdem soll das Steak aus dem Drucker sowohl geschmacklich als auch optisch und haptisch Produkten aus Fleisch ähneln. Derzeit plant das Unternehmen, seine Drucker ab 2021 in Serie herzustellen und an Gastronomen zu verkaufen.

Tier- und Umweltschutz

Es mag gewöhnungsbedürftig sein, eine Speise zu essen, die aus einem 3D-Drucker stammt. Glaubt man jedoch den Herstellern, dann ist der Geschmack nicht von den üblichen Lebensmitteln zu unterscheiden. Wenn es sich um Fleischprodukte handelt, dann bringt die Fertigungsmethode sogar einen großen Vorteil mit sich: Es müssen dafür keine Tiere in Massen gehalten und geschlachtet werden. Das vermindert nicht nur das Leid der Tiere, sondern entlastet auch die Umwelt. Schließlich ist die Massentierhaltung für bis zu 70 Prozent der weltweiten Treibgase verantwortlich.

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