Die Löwenbrücke in Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Die Löwenbrücke in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Debatte im PUMA über Radsteg an der Ludwigsbrücke

Die teilweise schlecht ausgebaute Fahrradinfrastruktur in der Würzburger Innenstadt wird häufig kritisiert und sorgt in der Radelszene immer wieder für Verärgerung. Die Ludwigsbrücke (auch bekannt als Löwenbrücke) als Verbindung der beiden Stadtteile Sanderau und Steinbachtal bildet da keine Ausnahme. Vielmehr ist sie ein Symbol für die schwierige Einbindung des Radverkehrs in das Würzburger Straßennetz. In der Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschusses (PUMA) am Montag wird über Verbesserungen der vorhandenen Hauptachsen im Bereich der Löwenbrücke diskutiert.

Schwierige Flussüberquerung für Fahrräder

Auf der östlichen Mainseite enden die Radverkehrsanlagen an der Einmündung des Sanderrings auf die Ludwigsbrücke. Um den Main südlich der Altstadt zu überqueren, gibt es für Radfahrer neben der Ludwigsbrücke nur noch den Sebastian-Kneipp-Steg (Verbindung Steinbachtal) und die Konrad-Adenauer-Brücke (Verbindung Heidingsfeld). Auf dem Kneipp-Steg ist nur Schieben erlaubt, die Adenauerbrücke aufgrund der Entfernung zur Löwenbrücke keine wirkliche Alternative.

Gefährliche Verkehrssituation

Wie die Stadt Würzburg festgestellt hat, entspricht die Aufteilung der Fahrspuren auf der Ludwigsbrücke nicht mehr den derzeitigen Nutzungsansprüchen: Die Löwenbrücke überfahren derzeit am Tag (auf 24 Stunden gemessen) 22.000 Kraftfahrzeuge. Auch die Radfahrerdichte ist mit 1.300/12h hoch. Da trotz der hohen Verkehrsbelastung kein eigener Radweg ausgewiesen ist, sind die Radfahrer rechtlich gezwungen, auf der Fahrbahn im Verkehr mitzufahren. Laut einer Verkehrserhebung der Fachabteilung Tiefbau fahren trotzdem nur 22 % der Radfahrer auf der Fahrbahn – 78 % der Radfahrer weichen dagegen unerlaubt auf die Gehwege aus. Bei einer Breite von nur 1,50 m ist die Sicherheit für die Begegnung von Radfahrern und Fußgängern dann nicht mehr gewährleistet.

Verschiedene Änderungen gescheitert

Bereits 2014 wurde eine Lösung zum Lückenschluss des Radnetzes im Bereich der Ludwigsbrücke entwickelt. Die Radwegführung sollte auf komplett eigenen Radspuren außerhalb der durch Kfz hoch belasteten Fahrbahnen erfolgen. Dies wurde aufgrund der zahlreichen notwendigen Querungsstellen für den Radverkehr abgelehnt. Auch eine Nachbesserung im zweiten Anlauf führte nicht zum Beschluss. Daraufhin wurden 2015 zahlreiche aufwändigere Lösungen mit dem kompletten Umbau der Brückenrampen entwickelt: Zwei Varianten konnten die Leistungsfähigkeit erfüllen, scheiterten diesmal jedoch am großen Widerstand des Radverkehrsbeirats und verschiedener Interessengruppen der Radfahrer.

Vielzahl neuer Vorschläge

Seitdem wurden zahlreiche Projektvorschläge für neue Mainquerungen entwickelt – 18 an der Zahl, um genau zu sein. Davon stammen allein zehn von Studierenden der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Im Zuge der Sitzung des PUMA sollen alle 18 Lösungskonzepte nun auf ihre verkehrlichen Vor- und Nachteile hin untersucht werden.

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