Zu trockene oder feuchte Raumluft kann schädlich für die Gesundheit sein. Foto: Pascal Höfig
Zu trockene Raumluft kann schädlich für die Gesundheit sein. Foto: Pascal Höfig

Problem Passivhaus: Zu geringe Luftfeuchtigkeit

Eines ist klar: In Sachen Energieeffizienz haben Passivhäuser eindeutig die Nase vorne. Bei einem Passivhaus handelt es sich um ein Baukonzept, welches Heizkosteneinsparungen um bis zu 90 Prozent möglich macht. Im Vergleich zu einem nach modernsten Standards errichteten, traditionellen Eigenheim, fallen um drei Viertel weniger Energiekosten an. Möglich machen das eine optimale Wärmedämmung sowie hochwertige Fenster und Türen. Doch gerade, weil ein Passivhaus so gut gedämmt ist, kann es zu Problemen kommen. Oft ist in Häusern dieser Bauweise nämlich die Luft zu trocken.

Warum die Luft in Passivhäusern zu trocken ist

Passivhäuser sind so konstruiert, dass es zu keiner Lufterneuerung durch Ritzen und Fugen kommen kann. Bei einem Passivhaus ist die Luftdichtheit der Außenhülle eine der wichtigen Voraussetzungen, welches energiesparendes Leben ermöglicht. Hier einige der wichtigen Vorteile der Luftdichtheit von Passivhäusern:

  • Schäden an der Bausubstanz, welche durch eindringende Feuchtigkeit verursacht werden, kommen nicht vor.
  • Es kommt zu keiner unerwünschten Zugluft im Innenraum.
  • Nicht nur keine Luft, sondern auch kein Schall dringt in die Innenräume ein. Somit bleibt lästiger Straßenlärm draußen.
  • Wärmeverluste werden vermieden, was sich mit einer niedrigen Heizkostenrechnung bemerkbar macht.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass in Passivhäusern die Luft oft zu trocken ist. Steuert man nicht mit einer ausgeklügelten Lüftungsanlage gegen, können gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit die Folge sein. Trockene Luft erhöht zum Beispiel die Anfälligkeit für Infekte. Da die Schleimhäute austrocknen, kann es zu haarfeinen Rissen kommen. Durch diese dringen Krankheitserreger ein, welche diverse Beschwerden verursachen. Außerdem führt trockene Luft zu Halskratzen und Heiserkeit. Auch häufiges Nasenbluten ist zu bemerken, wenn man sich vorwiegend in Räumen mit zu trockener Luft aufhält. Darüber hinaus leidet die Haut: Sie neigt zu Schuppenbildung und zeigt sich vermehrt gerötet. Auch die Auswirkungen auf die Augen sind nicht außer Acht zu lassen: Sie jucken und tränen häufig.

Abhilfe schaffen 

In modernen Passivhäusern gibt es eine ausgeklügelte Wohnraumbelüftung. Bei der Auswahl der passenden Wohnraumlüftung kann man sich an den Fachhandel wenden oder findet hier Beratung. Wohnraumlüfter saugen von außen frische Luft an, erwärmen sie in einem Heizelement und geben sie anschließend an den Innenraum weiter. Somit gelangt mit Sauerstoff und Feuchtigkeit angereicherte Luft in die eigenen vier Wände.

Betriebskosten sparen – Teil 1: Heizen und Lüften 

Gerade in den Wintermonaten ist trockene Luft nicht nur in Passivhäusern, sondern generell ein Problem. Das liegt daran, dass bei der Erwärmung die natürliche Luftfeuchtigkeit zumindest zum Teil verloren geht. Die relative Luftfeuchte verändert sich und somit ist die Luft zu trocken. Kalte Luft ist außerdem nur in der Lage, einen geringen Anteil an Feuchtigkeit aufzunehmen.

Grünpflanzen für bessere Raumluft

Minus fünf Grad kalte Luft ist nur in der Lage, drei Gramm Wasser pro Kubikmeter aufzunehmen, während es bei Frühlingstemperaturen mit 20 Grad 17,3 Kubikmeter sind. Somit erweist es sich als schwierig, die von Experten empfohlene Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent zu erlangen. Eine der Maßnahmen, um für bessere Raumluft im Passivhaus zu sorgen, ist, viele Grünpflanzen aufzustellen. Sie schaffen es unter anderem Schadstoffe aus der Raumluft zu filtern und die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Besonders zu empfehlen sind Pflanzen mit großen und vielen Blättern wie die Zimmerlinde, der Ficus oder Nestfarn. Sie geben bis zu 90 Prozent des Gießwassers in Form von Luftfeuchtigkeit wieder ab. Besonders gut ist Zyperngras geeignet, welches an warmen Tagen gleich mehrere Liter Geißwasser an die Raumluft abgibt.

Tipp: Ultraschall Luftbefeuchter

Als Alternative bieten sich Luftbefeuchter an, welche es in ganz unterschiedlichen Ausführungen gibt. Da in Passivhäusern in der Regel keine Heizkörper vorhanden sind, entfallen die einfachen Modelle, welche man mit Wasser gefüllt an die Heizkörper hängt. Somit bieten sich Verdampfer an, welche, wie der Name schon vermuten lässt, ähnlich wie ein Wasserkocher Dampf verbreiten. Geräte der neuen Generation arbeiten mit Ultraschall: Dabei werden mit Schallfrequenzen Wassertröpfchen in feinste Teile zerlegt und in die Außenluft geschleudert. Ultraschall Luftbefeuchter arbeiten besonders leise und eignen sich daher auch für Schlaf- und Arbeitsräume.

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