Schülerladen Würzburg. Von links nach rechts: Präsidentin Selina Fehn, Außenministerin Lisa-Marie Herbert, Umweltministerin Theresa Halsch, Finanzministerin Rosa Maria Heller, Sozialminister Yann Hackenberg. Foto: Schülerladen Würzburg
Schülerladen Würzburg. Von links nach rechts: Präsidentin Selina Fehn, Außenministerin Lisa-Marie Herbert, Umweltministerin Theresa Halsch, Finanzministerin Rosa Maria Heller, Sozialminister Yann Hackenberg. Foto: Schülerladen Würzburg

Schülerladen Würzburg: Jugendlichen eine Stimme geben

Welcher Schüler bzw. Schülerin kennt sie nicht – die Weihnachts- und Valentinstagspost! Doch wer steckt eigentlich dahinter? Wer spielt Engelchen und Amor in diesen Zeiten? Die Vereinigung heißt „Schülerladen Würzburg“ und besteht aus Schülern und Schülerinnen aus allen Schularten in Würzburg. Doch Briefe verteilen ist nur ein Burchteil dessen, was sie wirklich machen. Themen wie Rassismus und Umweltschutz sind ein fester Bestandteil ihrer Veranstaltungen. Hierbei wollen sie Jugendlichen eine Stimme geben. Als kommende Generation wollen sie dabei mithelfen die Zukunft jetzt schon zu verbessern. Doch kann jeder dort Mitglied werden? Welche Projekte unterstützen sie? Und welche Auswirkungen hat Corona auf sie?

Stimme der Schüler

Würzburg erleben (WE): Erzählt doch mal etwas über Euch: Wer seid Ihr? Was macht Ihr?

Der Schülerladen Würzburg ist eine Vereinigung aus Schülern und Schülerinnen der Sekundarschulen Würzburgs. Wir vernetzen die Schulen untereinander, so kann gewährleistet werden, dass viele Projekte zu Themen wie Rassismus, Digitalisierung und Umweltschutz einheitlich sind. Auch sind wir die Stimme der Schüler im Rathaus, so war es möglich einen WÜST (Würzburger Schüler:innen Tag) mit einigen Stadtratsmitgliedern sowie dem Oberbürgermeister Christian Schuchardt im Jahr 2019 zu veranstalten. Hier wurde unter anderem das Thema Nachhaltigkeit an Schulen debattiert. Durch die Aufteilung auf Vorsitz, Mitgliederversammlung und Vorstand ist es uns möglich viele Meinungen und Facetten in unseren Besprechungen und Aktionen zu vereinen.

WE: Seit wann gibt es Euch bzw. den Schülerladen in Würzburg schon?

Der Schülerladen Würzburg e.V. (SLW) ist die älteste Stadtschülerinitiative Bayerns. Seit der Gründung am 16. Dezember 1983 treffen sich engagierte Schüler aus allen Schularten, um schulübergreifende Projekte zu organisieren. Auch die 3. Bürgermeisterin Judith Jörg war Mitglied im Vorstand des Schülerladens.

WE: Was ist das Ziel Eurer Schülerinitiative? Wieso macht Ihr das Ganze?

Das Ziel des Schülerladens ist es, den Jugendlichen in Würzburg eine Stimme zu geben. Wir sind die kommende Generation aufstrebender Erwachsener und sollten früh möglichst anfangen uns eine Zukunft aufzubauen in der wir glücklich, sorglos und erfüllt leben dürfen.

Hier zu sehen ist Vorstandsmitglied Sylvia Kömm, beim planen von neuen Workshops für den Schülerladen. Foto: Schülerladen Würzburg

Hier zu sehen ist Vorstandsmitglied Sylvia Kömm, beim planen von neuen Workshops für den Schülerladen. Foto: Schülerladen Würzburg

Bekannte und laufende Projekte

WE: Gibt es Projekte von Euch, die man schon kennen könnte?

Jugendliche kennen uns aus Projekten wie Weihnachts- oder Valentinstagspost. Hier stellen alle teilnehmenden Schulen im Schulgebäude verschiedene Kartons auf, hier hat man dann die Möglichkeit an seine Freunde kostenfrei eine liebe Botschaft zu senden. Diese werden dann auf einem WÜST ausgetauscht.

Erwachsende kennen uns entweder aus ihrer Jugendzeit, oder aus einem Main-Post Artikel. Wir setzen uns seit kurzem für die Opfer von sexuellem Missbrauch ein und möchten gemeinsam mit einem bald gegründeten Verein Workshops während unseren Treffen anbieten. In diesen werden wir unsere Kameraden darüber informieren, wie sie Betroffenen helfen und sie unterstützen können.

WE: An welchen Projekten arbeitet Ihr zurzeit?

Zurzeit arbeiten wir mit Hochdruck daran, einen WÜST organisieren zu dürfen, sodass wir Schüler uns über unsere Erfahrungen während der Coronazeit austauschen können. Auch läuft viel im Hintergrund, der Digitalisierungsminister wird zusammen mit der Außenministerin unsere Website neu gestalten und modernisieren.

Corona-Einschränkungen

WE: Wie sieht es zurzeit aus? Gibt es Einschränkungen aufgrund von Corona?

Ja, leider nicht zu wenige. Während des Kontaktverbots hätte mindestens ein öffentliches Treffen stattfinden sollen. Der sogenannte Sommer-Wüst muss dieses Jahr ausfallen, hierbei treffen sich normalerweise alle Teilnehmer bereits morgens und erarbeiten bis in den Nachmittag hinein neue Projekte und nehmen an Workshops zu den unterschiedlichsten Themen teil. Meist werden Themen wie Mobbing, Rhetorik, Konversationsführung, Klärung von Konflikten und die Organisation in einer SMV besprochen. So können sich die Mitglieder austauschen und neue Ideen an ihre Schulen bringen.

Vorstandsmitglied Lina Schachtel, beim gestalten eines Plakats für eine Aktion. Foto: Schülerladen Würzburg

Vorstandsmitglied Lina Schachtel, beim Gestalten eines Plakats für eine Aktion. Foto: Schülerladen Würzburg

Mitglied werden

WE: Kann jeder Schüler bei Euch Mitglied werden?

Prinzipiell ja. Jedoch sind alle Mitglieder des SLW auch Mitglieder in der SMV ihrer Schule, anders würde man uns wahrscheinlich nicht kennen. Viele Neue sind überwältigt von der Arbeit, die der Schülerladen jedes Jahr leistet, was man als Außenstehender vermeintlich nicht mitbekommt. Viele profitieren von unserer Arbeit, aber wissen nicht, dass wir dahinter stehen.

WE: Wie lauten Eure Pläne und Ziele für die Zukunft?

Wir möchten präsenter in den Köpfen der Schüler sein. Viele möchten sich engagieren und wissen nicht wie und wo. Wir freuen uns auf Zugänge im Alter von 12-25 Jahren, egal ob im Vorstand oder als Mitglied unserer Versammlungen. Wir denken, dass wir mit unserer Arbeit etwas bewirken können. Für uns und unsere Nachfolger. Gemeinsam sind wir stärker, als manche von uns erwarten würden. Mit Toleranz, Offenheit, Freundlichkeit und Liebe zu unserer Arbeit können wir Würzburg tagtäglich ein kleines Stück besser machen.

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