Das Würzburger Dallenbergbad. Foto: Pascal Höfig
Das Würzburger Dallenbergbad. Foto: Pascal Höfig

ÖDP/WL fordern: Ins Dallenbergbad auch ohne Online-Reservierung

Wenn das Wetter wieder besonders sommerlich wird, sehnen sich viele nach einer Abkühlung im Freibad. Spontan geht das im Würzburger Dallenbergbad aber nicht: Aufgrund der Corona-Krise gelten besondere Hygieneregeln, insbesondere muss der Aufenthalt vorher für ein bestimmtes Zeitfenster online reserviert werden. Genau das kritisieren nun die ÖDP und die Würzburger Liste: Wie in einer Presseinformation mitgeteilt wird, fordern sie, einen Freibad-Besuch auch ohne Online-Reservierung zu ermöglichen.

Lange Schlangen

Seit dem 8. Juni ist das Dallenbergbad in Würzburg wieder geöffnet, bisher wurden an zwei Badezeiten täglich maximal 975 Besucher für den Badespaß zugelassen. Um unnötige Anreisen zu vermeiden und mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, wurde eine verpflichtende Online-Reservierung eingeführt. Anstelle von Erleichterung führte das in der Vergangenheit aber auch zu Ärger bei den Besuchern: Wie die Main-Post berichtet, führte ein Fehler im Buchungssystem zu langen Schlangen mit Wartezeiten von bis zu einer Stunde. Da die Reservierungsbestätigung nicht immer per Mail ankam, mussten die Reservierungsnummern und Namen einzeln geprüft werden, heißt es. Dieses und weitere Probleme sollen nun behoben sein, denn nun gibt es ein neues Ticketportal der WVV. Mit der „Bäder-Suite“ soll der Zugang beschleunigt und freie Plätze schneller vergeben werden, heißt es in einer Pressemitteilung der WVV.

Ticket per QR-Code

Vor dem Besuch muss man im Portal ein Kundenprofil anlegen und einen Termin in der gewünschten Zeitzone reservieren, anschließend erhält eine Bestätigung inklusive QR-Code per Mail. Diese kann man dann entweder als PDF ausdrucken oder in der Wallet-App auf dem Smartphone speichern. An der Kasse muss dann nur noch der Code gescannt und das Ticket bezahlt werden, ebenso beim Verlassen des Bades – so können freie Plätze schneller vergeben werden und die Daten im Falle einer Infektion nachvollzogen werden. „Die Buchungsdaten werden automatisch nach vier Wochen gelöscht“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Der Unterschied zu vorher: Spontan könnte man noch ein Ticket buchen, soweit das Kontingent nicht ausgeschöpft ist. „Am Besuchstag selbst kann der Kunde eine Reservierung vornehmen, selbst wenn das Zeitfenster schon begonnen hat.“ Das würde beispielsweise vom Smartphone aus gehen. Auch im Nautiland soll dieses Modell übernommen werden, wenn es bald eröffnet.

Nachteil ohne Onlinezugang

Doch was ist mit Besuchern ohne Onlinezugang? Diese Frage stellen sich auch ÖDP und Würzburger Liste. Sie würden benachteiligt werden, ebenso die Personen, die sich spontan für einen Freibadbesuch entscheiden. „Bei den derzeit herrschenden Temperaturen ein Umstand, der bei vielen Sonnenhungrigen Unmut erzeugt.“, so die Pressemitteilung der ÖDP. Das Argument der Badbetreiber, es entstünden eventuell lange Warteschlangen, kann Fraktionsvorsitzender der ÖDP/WL, Raimund Binder nicht nachvollziehen.

„Die Einhaltung der geltenden Abstandregeln könnten jederzeit organisiert werden“, meint er. „Ebenso ist eine Registrierung der Besucher vor Ort, wie z.B. auch in jedem Biergarten, problemlos möglich“, so Binder weiter. Auch eine Gefährdung der Kassierenden kann die Fraktion ausschließen, da diese hinter einer Glasscheibe geschützt sind. „Dass das funktioniert, erlebe man tagtäglich an den Supermarktkassen.“, so die Pressemitteilung. Die ÖDP/WL-Fraktion habe deshalb einen Antrag zu einem Sofortentscheid eingereicht: Bis zum Beginn der Sommerferien soll demnach ein Badbesuch auch ohne Vorab-Reservierung möglich sein.

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