Die im Werk vorgefertigte Brücke aus glasfaserverstärktem Kunststoff wird angeliefert und auf die bestehenden Widerlager aufgesetzt. Foto: Bauhof Stadt Würzburg
Die im Werk vorgefertigte Brücke aus glasfaserverstärktem Kunststoff wird angeliefert und auf die bestehenden Widerlager aufgesetzt. Foto: Bauhof Stadt Würzburg

Fußgängersteg Rottenbauer: Erste glasfaserverstärkte Brücke Würzburgs

Holz ist ein warmer, natürlicher Baustoff, der sich gut in die Natur einpasst. Sein größter Nachteil ist die schnelle Verwitterung im ungeschützten Außenbereich, außerdem neigt es bei Regen und Schnee dazu, rutschig zu werden. So auch beim Fußgängersteg in Rottenbauer: Stand- und Verkehrssicherheit waren nicht mehr gewährleistet, die Geländer entsprachen nicht mehr den gültigen Richtlinien.

In den vergangenen zwölf Jahren musste der Fußgängersteg über den Heuchelbach zweimal erneuert werden. Bewusst haben sich Brückeningenieur Josef Schwab und der erst kürzlich in Ruhestand getretene Tiefbau-Chef Jörg Roth jetzt für ein anderes Material entschieden. So steht nun Würzburgs erste glasfaserverstärkte Kunststoffbrücke in Rottenbauer und trägt die Fußgänger und Radfahrer über den Heuchelbach, von Waidmannsau in Richtung Fuchsstadter Straße.

Leicht aber robust

900 Kilogramm wiegt das Leichtgewicht. Dennoch ist die Brücke „stark wie Stahl“, versichert Arne Böttger von BGL Constructions Karlstadt. Das Material hat viele Vorteile gegenüber Holz, Beton, Stahl oder Aluminium: Es ist leicht, schnell zu bauen, größtenteils wartungs- und instandhaltungsfrei, vollständig korrosionsbeständig, witterungs- und salzwasserbeständig, rutschfest, UV-beständig, Pilz- oder Insektenbefall ist unmöglich und es lässt sich schnell und kostengünstig montieren.

Vorgefertigt im Werk wurde die Brücke in nur einem Tag mit einem Bagger auf die bestehenden Widerlager gesetzt. Die Betonkonstruktion der alten Holzbrücke konnte unverändert weiter genutzt werden. Die Arbeiten rund um die Brücke tätigte der Brückentrupp des städtischen Bauhofs. Der Fußgängersteg wurde eine Stufe höher gelegt, um zu verhindern, dass Radfahrer zu schnell auf die Fuchsstadter Straße hinter dem Grünstreifen treffen.

v.li: Kurt Stark, Werner Scheuermann (beide Bauhof), Jörg Roth (ehem. Tiefbau-Chef), Brückeningenieur Josef Schwab, Baureferent Benjamin Schneider, Arne Böttger (BGL Constructions), Stadtrat Rainer Schott, Matthias Roth und Thomas Müller (beide Bauhof). Foto: Claudia Lother

v.li: Kurt Stark, Werner Scheuermann (beide Bauhof), Jörg Roth (ehem. Tiefbau-Chef), Brückeningenieur Josef Schwab, Baureferent Benjamin Schneider, Arne Böttger (BGL Constructions), Stadtrat Rainer Schott, Matthias Roth und Thomas Müller (beide Bauhof). Foto: Claudia Lother

Nachhaltiger Baustoff

Baureferent Benjamin Schneider zeigte sich beim Ortstermin vom Material begeistert, das sich auch gut in die Umgebung einfügt. „Ist der glasfaserverstärkte Kunststoff GFK nachhaltig?“, wollte er wissen. „Ja“, sagt Böttger, denn er bestehe zu 70 % aus Quarzsand, aus dem die Glasfaser hergestellt wird, und zu 30 % aus wiederverwendbarem Kunstharz. „Laut Hersteller hält der GFK 100 Jahre.“ Wofür sich der Leichtbaustoff allerdings nicht eignet, sind Brücken, die dauerhaft hohe Last tragen müssen. Daher werden diese Leichtbaubrücken für Fußgänger oder in landwirtschaftlichen Bereichen eingesetzt.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg.

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