Symbolbild Linienbus. Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Linienbus. Foto: Pascal Höfig

VVM: 365€-Ticket und Tarifsenkungen ab 1. August

Nachdem bereits der Würzburger Stadtrat sowie die Kreistage aus Kitzingen, Würzburg und Main-Spessart grünes Licht für die Einführung eines 365-Euro-Tickets für Schüler/-innen und Auszubildende im Verkehrsverbund Mainfranken zum 01.08.2020 gegeben haben, sind nun auch vonseiten der zuständigen Verkehrsunternehmen im VVM die Weichen entsprechend gestellt worden.

In der Gesellschafterversammlung des VVM am 24.06.2020 wurde die Einführung des 365-Euro-Ticket VVM zum 01.08.2020 einstimmig beschlossen. Auch stimmten die Verkehrsunternehmen weiteren Tarifmaßnahmen zu, sodass auch die Gelegenheitsfahrer bei Sechser-, Tages- und Einzelkarten sowie die Fahrgäste auf langen Strecken ab 01.08.2020 von günstigeren Fahrpreisen profitieren.

Jugendliche frühzeitig begeistern

Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer begrüßt die Entscheidung der Gesellschafter: „Mit dem 365-Euro-Ticket wollen wir Jugendliche frühzeitig für den ÖPNV begeistern. Wer schon in jungen Jahren viel und gerne mit den Öffentlichen gefahren ist, wird auch als Erwachsener mehr auf diese Verkehrsmittel zurückgreifen – das ist unser Ansatz. Im VVM können zukünftig rund 65.000 Schülerinnen, Schüler und Auszubildende den gesamten öffentlichen Nahverkehr ein Jahr lang für 365 Euro nutzen – und zwar von Gemünden bis Giebelstadt und von Marktheidenfeld bis Geiselwind. Gerade für Auszubildende, die oft weite Strecken zurücklegen müssen, bedeutet das eine große Entlastung. Dabei unterstützen wir den VVM gerne.“

Oberbürgermeister Christian Schuchardt befürwortet die Einführung ebenso: „Die Leute werden ihr Auto nur stehen lassen, wenn es uns gelingt das ÖPNV-Angebot kontinuierlich zu verbessern. Dazu gehören viele Mosaiksteine: intelligente Linien, eine sehr gute Vertaktung, ein moderner Fuhrpark und attraktive Preismodelle. Das 365-Euro-Ticket kann uns helfen, aufzuzeigen, dass man schon heute ein großartiges Leistungspaket erhalten kann – für nur einen Euro am Tag. Dieser Premiumtarif hilft uns insgesamt bei der ÖPNV-Vermarktung und somit bei einer Beschleunigung der Verkehrswende in Würzburg. In diese Richtung werden wir weiterarbeiten.“

Für Azubis, Schüler & Co.

Das 365-Euro-Ticket VVM gilt für ein ganzes Jahr, in allen Verkehrsmitteln und im ganzen Tarifgebiet des VVM. Neben Schülern und Auszubildenden können auch Teilnehmer/-innen an einem freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr, Beamtenanwärter/-innen und Bundesfreiwilligendienstleistende das 365-Euro-Ticket VVM erwerben. Studierende können das 365-Euro-Ticket VVM nicht erwerben, da sie bereits über das günstigere Semesterticket verfügen. Eine Altersbeschränkung gibt es für das Ticket nicht. Für Ende 2023 ist eine Evaluation des 365-Euro-Tickets VVM geplant.

Die Einführung des 365-Euro-Ticket VVM wird bei den Verkehrsunternehmen voraussichtlich zu jährlichen Mindereinnahmen in einem einstelligen Millionenbereich führen. Diese werden ihnen jedoch vom Freistaat Bayern (übernimmt 2/3 der Mindereinnahmen) und der Stadt Würzburg sowie den Landkreisen Kitzingen, Main-Spessart und Würzburg (übernehmen 1/3 der Kosten) vollständig erstattet werden.

Weitere Tarifänderungen

Daneben wurden in der VVM-Gesellschafterversammlung zwei Tarifmaßnahmen zur Vereinheitlichung und Vereinfachung des Bartarifs (= Einzelfahrscheine, Sechserkarten und Tagestickets) sowie zur Absenkung des Höchsttarifs zum 01.08.2020 im VVM einstimmig beschlossen.

Künftig müssen nur noch Fahrgäste, die innerhalb der Großwabe fahren, den Tarif „mit Großwabe“ bezahlen. Alle anderen Fahrgäste, die außerhalb von Würzburg, nach Würzburg, aus Würzburg oder durch Würzburg fahren, zahlen zukünftig den günstigeren Tarif „ohne Großwabe“. Für die Preisstufe 2 wird der Tarif dabei auf den Tarif der Großwabe gesenkt. So sinkt z.B. der Preis für einen Einzelfahrschein in der Großwabe um 30 Cent von 2,80 Euro auf 2,50 Euro (= -10,71 %) oder für die Strecke Rottendorf – Würzburg um 1,20 Euro von 3,70 Euro auf 2,50 Euro (= – 32,43 %).

Fahrt nach Würzburg günstiger

„Es freut mich für die Fahrgäste aus den Landkreisen, dass ihre Fahrt nach Würzburg bis zu 35 Prozent günstiger wird.“, so der Landrat Thomas Eberth. Außerdem wird der Höchsttarif im VVM für alle Ticketarten von 12 auf zehn Waben reduziert.
Landrätin Sabine Sitter hat sich sehr für die Absenkung des Höchsttarifs eingesetzt: „Mit der Reduzierung der Wabenanzahl werden die weiteren Strecken für die Bürger und Bürgerinnen aus Main-Spessart günstiger, was unsere Forderungen aus den vorangehenden Jahren umsetzt.“

Die zu erwartenden Mindereinnahmen der Verkehrsunternehmen für diese Tarifmaßnahmen von jährlich knapp 3 Millionen Euro werden jeweils zu 50 % vom Freistaat Bayern (für die Dauer von fünf Jahren) und zu 50 % von der Stadt Würzburg sowie den Landkreisen Kitzingen, Main-Spessart und Würzburg getragen.

Artikel beruht auf eine Pressemitteilung des Nahverkehr Mainfranken (NVM) GmbH. 

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