Die Neubaustraße. Foto: Würzburg erleben
Die Neubaustraße. Foto: Würzburg erleben

FDP/Bürgerforum: Keine Parkplatzwegnahme in der Neubaustraße

In der erneut aufgeflammten Diskussion, wie die Neubaustraße umgestaltet werden kann, bezieht nun nach der Polizeigewerkschaft auch die Würzburger FDP/Bürgerforum-Fraktion klar Stellung. An einer Einbahnstraßenregelung mit Wegnahme von Parkplätzen wird kräftig Kritik geäußert.

Keine Debatte ohne Gesamtkonzept

Fraktionsvorsitzende Charlotte Schloßareck: „Eine, wenn auch nur als Übergangslösung angedachte, Wegnahme weiterer Parkplätze an dieser neuralgischen Stelle im südlichen Bischofshut kommt für uns ohne ein vorliegendes schlüssiges Gesamtkonzept für die südliche Innenstadt nicht infrage. Gerade die Gastronomen in der Neubaustraße sind auf Parkplätze für ihre Kunden angewiesen, genauso wie der Einzelhandel nach der Corona-Pandemie. Es kann nicht sein, dass wir erneut eine Diskussion aufwärmen, die erst entschieden werden kann, wenn ein in sich schlüssiges Konzept vorliegt.“

Zukünftige Verkehrsflüsse

Auch Joachim Spatz bezieht klar Stellung. Es werde natürlich die Notwendigkeit gesehen, die Neubaustraße zukünftig attraktiver zu gestalten und auch für Fußgänger neue attraktive Aufenthaltsflächen zu gewinnen. Dies könne aber erst dann mit einem abgestimmten Konzept umgesetzt werden, wenn geklärt ist, wie die zukünftigen Verkehrsflüsse im südlichen Innenstadtbereich laufen sollen, so Spatz. „Bisher ist vollkommen unklar, was mit dem Paradeplatz passieren soll. Weder die Zufahrt zum Paradeplatz ist klar, noch steht fest, wie wir insgesamt mit dem Verkehr zwischen Domstraße/Hofstraße und den Parallelbereichen Richtung Neubaustraße und weiter zum Sanderring umgehen wollen. Erst recht nicht, wenn wir zukünftig auch noch eine Straßenbahnführung um dieses Gebiet herum berücksichtigen müssen.“

Keine Zustimmung für Einbahnstraßenregelung

Und auch Prof. Dr. Andrew Ullmann von der FDP sieht eine Umgestaltung der Neubaustraße erst dann, wenn ein in sich schlüssiges Konzept vorliegt: „Es ist die Aufgabe der Verwaltung, hier ein schlüssiges Konzept zu erarbeiten und dem Stadtrat vorzulegen. Solange dieses nicht vorliegt, sehen wir keine Notwendigkeit noch weiter in die Interessen der Anlieger an diesen Stellen einzugreifen. Gerade im Hinblick auf den Zu- und Abfahrtsweg der Polizei und einer ungeklärten Lage, wie mit Notfalltransportwegen umgegangen werden soll, können wir einer Einbahnstraßenregelung nicht zustimmen.“

Von VCD wieder aufgegriffen

Vor der Umsetzung der Konzeptstudie, die vorsieht aus der Neubaustraße eine Einbahnstraße zu machen, hatte bereits vor drei Jahren die Gewerkschaft der Polizei schon gewarnt. Und auch Stadträtin Charlotte Schloßareck äußerte sich 2017 kritisch zu diesem Thema. Der Vorstoß der Stadt Würzburg stieß damals auf starke Gegenwehr, wurde aber nun wieder vom ökologischen Verkehrsclub VCD aufgegriffen.

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